Schweiß,BlutUndKeineChanceAufRettung

Cutterhead Dänemark 2018 von Rasmus Kloster Bro

Original title: CUTTERHEAD
Year: 2018
Country: Denmark,
Director: Rasmus Kloster Bro
Duration: 84 min
Cast: Christine Sønderris, Samson Semere Russom, Kresimir Mikic
Scenario: Rasmus Closter Bro, Mikkel Bak Sørensen
Producer: Amalie Lyngbo Quist
Editing: Jakob Juul Toldam
Soundtrack: SOS Gunver Ryberg
Production: Beo Starling

 

PR-Koordinatorin Rie soll die Riesenbaustelle der Kopenhagener Metro dokumentieren. Hier versammeln sich Arbeiter aus der ganzen Welt und arbeiten auf engsten Raum zusammen. Ein spannende Aufgabe für die junge Frau, zumal sie alles sehen darf und sogar bis an den Bohrkopf gebracht wird. Dort angekommen hat Rie Gelegenheit mit den beiden Spezialisten an vorderster Front zu sprechen, als im Tunnel auf einmal die Hölle losbricht. Eine Katastrophe bricht über die Baustelle herein und Rie kann in letzter Sekunde in die Notdruckkammer gerettet werden.
Zusammen mit den beiden Bergmänner versucht sie einfach zu überleben, denn die Nerven liegen blank und die Luft wird knapp.

Eigentlich ist „Cutterhead“ ein Drama, aber gut, man fragt sich ja bei dem ein oder anderen Film, was er auf dem Fantasy Filmfest macht, warum er ausgesucht wurde oder ins Freshblood kommt oder nicht.
Also nennen wir das Filmdebüt Rasmus Kloster Bros einen Katastrophenfilm und schon klappt es auch mit dem Nachbarn.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die PR-Frau Rie, die hier Interviews mit der bunten Belegschaft machen will. Sie ist wissbegierig und freundlich, doch als die Katastrophe losbricht offenbart sich ihr Charakter. Rie denkt nur an sich und irgendwann fällt ihr ein, dass da ja noch eine Tochter ist, die sie eigentlich aus der Kita abholen sollte, bis dahin hatte sie nicht einmal an ihr Kind gedacht. Sie trinkt fast das ganze Wasser alleine auf, weil sie ja druck- und hitzebedingt Durst hat und zeigt sich von ihrer besten Seite. Somit haben wir als Hauptrolle absolut keine Sympathieträgerin und man würde ihr kein Tränchen nachweinen. Ist das der Ellenbogenüberlebenswille, der hier voll durchbricht, zumindest bei einer der drei Personen?
Die Situation dort im Bohrkopf ist beängstigend. Man stelle sich vor, im Tunnel war Feuer, ein Einbruch oder was auch immer. Es ist extrem heiß, die Dichtungen schmelzen und es gibt kein Weg zurück. Man kann keine Hilfe rufen und ist darauf angewiesen, dass irgendwer vielleicht nach einem sucht. Ganz grässlicher Gedanke.
Ich habe keine Ahnung wo Rasmus Kloster Bro tatsächlich gedreht hat, aber alles sah so authentisch aus, war so beengt und so benutzt. Kein Ingenieurskauderwelch, geduldige Männer, die alles Erklären, dann die Katastrophe, die sich ruhig und leise ankündigt, mit einer Frau, die einfach im Augenblick nur im Weg steht und sonst nirgends hin kann und in die Kompressionskammer geschoben wird. Die Kamera bleibt nur bei ihr, wir sehen nichts anderes, bekommen keine zusätzlichen Informationen und sind der Situation wie die drei in der Kammer ausgeliefert. Dabei bleibt es nicht langweilig, auch wenn kaum etwas passiert, kann Bro die Spannung aufrecht erhalten.
Ich persönlich stehe ja weder auf Hitze, noch auf enge Räume, also doch ein Horrorfilm :))
Insgesamt ein wirklich gelungenes Debüt mit ordentlichen Darstellern und viel Spannung.
Ob Kopenhagen nur auf Schlamm gebaut ist, will ich dennoch mal so im Raum stehen lassen.
Sehenswert.

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