Grundschulmobbing,HelikoptermütterUndEinMord

Big Little Lies von Jean-Marc Vallée nach Liane Moriarty für HBO

Created by David E. Kelley
Based on Big Little Lies by Liane Moriarty
Written by David E. Kelley
Directed by Jean-Marc Vallée
Starring  Reese Witherspoon, Nicole Kidman, Shailene Woodley, Alexander Skarsgård, Adam Scott, Zoë Kravitz, James Tupper, Jeffrey Nordling, Laura Dern
Opening theme „Cold Little Heart“ by Michael Kiwanuka
Country of origin United States
Original language(s) English
No. of seasons 1, No. of episodes 7
Production Executive producer(s)  David E. Kelley, Jean-Marc Vallée, Reese Witherspoon, Bruna Papandrea, Nicole Kidman, Per Saari, Gregg Fienberg, Nathan Ross
Producer(s) Barbara A. Hall, Liane Moriarty
Location(s) Monterey, California
Cinematography Yves Bélanger
Editor(s) David Berman, Maxime Lahaie, Sylvain Lebel, Jim Vega
Camera setup Single-camera
Running time 52–58 minutes
Production company(s) Pacific Standard, Blossom Films, David E. Kelley Productions
Distributor  Warner Bros. Television Distribution, HBO Enterprises
Release Original network HBO
Picture format 1080i (HDTV)
Original release February 19, 2017 – present

 

Es ist wohl klar wer es war und eigentlich wundert es die feine Gesellschaft von Monterey  überhaupt nicht, dass es passierte, dieser Mord auf der Spendengala der örtlichen Grundschule des beschaulichen reichen Küstenstädtchens in Kalifornien.
Sie haben die Verantwortlichen schon ausgemacht, sei es die sich überall einmischende Madeleine MacKenzie, die viel zu perfekte Celeste Wright oder die neue in der Stadt mit ihrem Killerkind: Jane Chapman.
Man redet so über Sachen, doch was ist wirklich passiert hinter den schönen Fassaden der Wohlhabenden dieser Gemeinde?

Obwohl ich diese Sekretärinnenserien wie Desperate Housewifes und Konsortien überhaupt nicht mag, war ich neugierig auf „Big Little Lies“. Sicherlich wegen der Vorschusslorbeeren, aber auch wegen der Besetzung, denn kann eine Serie mit Nicole Kidman und Laura Dern wirklich schlecht sein?
Natürlich könnte sie das, ist sie aber nicht, denn „Big Little Lies“ ist schlau gemacht, so dreht sich alles um einen Mord, der bereits in den ersten Minuten der Serie schon Vergangenheit ist und räufelt folgend die Geschichte von hinten auf, wobei wir nahtlos in ein Trauma aus Helikoptermüttern, Missgunst, Hysterie und verstörten Kindern geraten.
So ist der Anlass des ganzen Schlamassels, unzuverlässigen Quellen nach, bei Jane Chapman zu suchen. Die junge alleinerziehende Mutter ist gerade nach Monterey gezogen und möchte ihren Sohn zu Einschulung in die öffentliche Grundschule bringen, als die Madeleine trifft, die sich sofort ihrer annimmt. Die beiden freunden sich an und schnell gehört auch Celeste, Maddys Freundin, zu diesem Kreis, der bei den anderen Frauen der Schule schnell zum Feindbild aufgebaut wird.
Bereits am ersten Schultag wird dann Janes Sohn Ziggy in einer völlig unpädagogisch und zutiefst menschenverachtenden Weise unter dem Druck hysterischer Eltern und unfähiger Lehrer von einer Mitschülerin diffamiert sie gewürgt zu haben und das Unglück nimmt seinen Lauf. Nicht dass sich die Kinder wieder zusammenraufen würden, denn das Mädchen hat aus Angst vor dem wahren Täter gelogen, aber diese typisch hysterischen Alteltern flippen völlig aus. Es bilden sich Fraktionen, man versucht von verschiedenen Seiten Einfluss zu nehmen, diffamiert ohne wirklich zu überlegen oder hinzuhören weiter und schafft so ein extrem ungesundes Stadtklima. Daneben sehen wir das eigentlich gar nicht so perfekte Familienleben der Protagonistinnen. Madeleine leidet noch immer unter der Scheidung von ihrem ersten Mann und hasst seine neue Frau, die meist etwas esoterisch und für ihren Geschmack viel zu progressiv ist. Sie hat ihren jetzigen Ehemann betrogen und bevormundet ihre Teenagertochter.
Celeste hingegen lebt einen fast perfekten Traum mit reichem Mann und Zwillingsjungen, doch in Wirklichkeit wird sie ständig verprügelt und hat zu Hause die Hölle auf Erden. Daneben wirkt die Neue, Jane, richtig normal, doch auch sie hat ein furchtbares Geheimnis.
Bis kurz vor Ende der letzten Folge erfahren wir nicht, wer ermordet wurde oder warum, nein, wir sehen nur die verleumderischen Aussagen eines hysterischen Mobs und erleben in Versatzstücken wie sich eine Situation aufbaut, die von den Protagonisten fast nicht mehr handlebar ist.
Neben dem wirklich großartigen Aufbau der Serie sehen wir ebenso großartige DarstellerInnen, wie Nicole Kidman und die hier unglaubliche Laura Dern. Weiterhin spielen die mitproduzierende Reese Witherspoon sowie Shailene Woodley die Leitrollen, Alexander Skarsgård fällt die Rolle als beängstigend glaubwürdig auftretenden schlagenden Ehemannes zu und Zoë Kravitz spielt die klassische Zweitfrau, die hier alle Klischees der progressiven Öko-Mutti ausleben kann.
Ich weiß nicht, die Serie hat mir trotz ihrer Vorhersehbarkeit wirklich gefallen, diese seltsame Mischung aus Satire, Seifenoper und Thriller, gepaart mit diesen vielen wichtig guten Darstellern hat was; wobei ich mir nicht vorstellen kann, was in einer zweiten Staffel folgen sollte, denn man hätte es auch so stehen lassen können.
Kann man sehen.

2 thoughts on “Grundschulmobbing,HelikoptermütterUndEinMord”

  1. Ja, sah ich ähnlich, nur hätte ich den ganzen Schnick-Schnack um den Mord nicht gebraucht. Auch kam die Tat für mich, insbesondere von der Täterin etwas aus dem Nichts. Wäre das nicht gewesen, hätte mir der Mehrteiler besser gefallen. Eine Fortsetzung ist in meinen Augen überflüssig, aber wenn die Autoren eine gute Geschichte zu erzählen haben, mal gucken.

    1. Ja gut, der Mord war natürlich eine gute Möglichkeit anhand der Aussagen zu zeigen wie gestichelt, gemutmaßt und herumfantasiert wurde. Wie garstig Menschen doch sind.
      Und was die Täterin angeht, fand ich, dass die Situation so außer Kontrolle geriet, dass sie irgendwas gemacht hat. Er hat ja wie wild um sich geschlagen und sie ist hinterher, weil ihr was seltsam vorkam und musste dann einfach helfen.
      Auf eine Fortsetzung bin ich jetzt nicht wild, aber wie Du schon sagtest: mal sehen 🙂

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