Selbsthass,SuchtUndSeide

Fashionista von Simon Rumley

REGIE Simon Rumley
DARSTELLER Amanda Fuller, Ethan Embry, Eric Balfour, Alex Essoe, Devin Bonnée, Alexandria DeBerry, Jemma Evans
DREHBUCH Simon Rumley
PRODUZENT Bob Portal, Simon Rumley
KONTAKT AmpSCHNITT Tom Sainty
KAMERA Milton Kam
USA 2016 / 110 MIN / ENGLISCHE OV

April und ihr Ehemann Eric betreiben in Austin Texas einen Laden mit Second-Hand-Klamotten, was nicht ganz uneigennützig ist, denn Eric ist ein Messi und April süchtig nach stylischer Kleidung, Stoffen und deren Gerüchen. Als April jedoch feststellt, dass Eric fremdgeht, kann sie das nicht mehr über Kleider kompensieren und stürzt sich ihrerseits in ein Abenteuer mit Playboy Randall. Doch diese Beziehung läuft in die falsche Richtung und bringt April an den Rand des Wahnsinns.

Gefühlschaos und Suchtkompensation, Leidenschaft, Besessenheit, Wut und Hass, „Fashionista“ erfüllt die gesamte Bandbreite. Inmitten dieses Desasters steht April, ganz hervorragend gespielt von der wunderbaren Amanda Fuller.
Betrogen, geliebt und gehasst missbraucht und ausgenutzt, April bleibt von nichts verschont, doch sie hat ihre Klamotten. Glitzer, Lamé, Baumwolle, Seide, Samt, weit eng, kurz, lang, hochhackig, flach, mit Netz oder Federn, April liebt alles was mit ihrem Outfit zu tun hat und sie braucht diesen Ausgleich, kann jedes Tief mit einem tiefen Atemzug im Angorapullover wieder beheben. Doch als sie merkt, dass sie von Eric betrogen wird, reichen ihr die Klamotten nicht mehr und sie startet einen schmerzlichen Rachefeldzug. Zuerst nur gegen Eric, doch dann verheddert sie sich in einer unglückseligen Beziehung zu einem undurchsichtigen Beau, der sie zwar mit schönen Kleidern versorgt, doch irgendwann zu weit geht.
Schöne und toll gefilmte Bilder, etwas 70iger Jahre Giallo-Bildfeeling, mit einer Hauptdarstellerin, die nicht viele Worte braucht, nur ein CloseUp und eine Seidenbluse, die mutig nervenzusammenbricht und als eine andere aufersteht. Ein wilder psychedelischer Trip verschachtelt in zwei Zeitebenen und den Wahnvorstellungen der Protagonistin, gewidmet einem der ganz Großen: Nicolas Roeg.

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