KopflosDurchDieNacht

Hereditary von Ari Aster

Directed by Ari Aster
Produced by Kevin Frakes, Lars Knudsen, Buddy Patrick
Written by Ari Aster
Starring Toni Collette, Alex Wolff, Milly Shapiro, Ann Dowd, Gabriel Byrne
Music by Colin Stetson
Cinematography Pawel Pogorzelski
Edited by Jennifer Lame, Lucian Johnston
Production company  PalmStar Media, Finch Entertainment, Windy Hill Pictures
Distributed by A24
Release date January 21, 2018 (Sundance), June 8, 2018 (United States)
Running time 127 minutes
Country United States
Language English
Budget $10 million[1]
Box office $57 million

 

Als die Matriarchin, Ellen, der Familie stirbt, macht sich nur eingeschränkt Trauer breit. Tochter Anne kann ihrer Mutter einfach keine Träne nachweinen, scheint sogar erleichtert, nur Enkelin Charlie trauert. Charlie war auch der erklärte Liebling Ellens. Doch kaum ist Annes Mutter unter der Erde, verändert sich für die Familie alles. Das Grab wird geschändet, doch Ehemann Steve sagt Anne nichts. Die ist nämlich vollauf mit ihrer kommenden Miniaturhaus-Ausstellung und der Verarbeitung ihrer Beziehung zur Mutter beschäftigt. Aber Anne hat Probleme, sieht den Geist ihrer Mutter und entscheidet sich in eine Selbsthilfegruppe zu gehen; bis ein weiteres traumatisches Ereignis ihr Leben endgültig auf den Kopf stellt.

Erwartungen hin oder her, ich bin von Hederitary enttäuscht und auch nicht enttäuscht. Als ich aus dem Kino kam, war ich ehrlich gesagt „not amused“, so ein paar Tage später setzt wieder die Altersmilde ein (meine neue Alroundausrede).
Eines kann man aber ohne Reue sagen: der Film ist verdammt gut gemacht und Ari Aster hat ein Händchen für Stimmungen und Ausstattung. Dieses holzige Haus irgendwo im Wald mit seinen knarzigen Dielen, den dunklen Farben und seiner außergewöhnlichen Aufteilung ist schon einmalig. Dazu kommt ein an sich tolles Familiendrama. Eine dominante Mutter, die über allem stand, sogar die Enkelin an ihre Brust riss, die Tochter, die ungeliebt wenig Gegenwehr aufbringen konnte und ihr Leben in Miniaturen aufarbeitet; ein Enkelsohn, Teenager, der sich ebenso ungeliebt von seiner Mutter fühlt und eine Enkeltochter, die mindestens verhaltensauffällig ist, was durch bestimmte Umstände natürlich noch forciert wird. Aster baut eine Untergangsstimmung auf, die sich zunehmend steigert, dabei muss man auf so viele liebevolle Details achten, seien es die Worte an der Wand, die wunderschönen Miniaturen, die das ganze Drama erzählen oder die vielsagenden Figurenbasteleien von Charlie. Inmitten der Szenerie steht dann Toni Collette als Anne. Sie ist alles andere als eine Sympathieträgerin, trauert nicht um ihre Mutter und scheut sich nicht auf der Trauerfeier auch ein paar unfreundliche Worte zu finden. Anne ist auch nicht das, was ich mir üblicherweise als perfekte Mutter vorstelle, zu sehr ist sie mit sich selbst beschäftigt und irgendwie laufen die Kinder und Mann nebenher.
Natürlich hat hier alles seinen Grund und seinen Sinn, doch davon abgesehen ist die Collette hier wirklich herausragend – ohne hysterisch zu wirken einfach durchzudrehen, muss man schon draufhaben.
So düstert sich die Geschichte langsam dahin und ich überlegte, ob ich der Tochter vielleicht auch ein paar Nüsse verabreicht hätte, aber gut, alles regelt sich irgendwie und lenkt zum absehbaren unschönen Ende hin, dass ich mir so nicht gewünscht hätte und das die ganze Mühe vorher irgendwie in die Tonne tritt. Es ist ja klar worum sich die Geschichte hier dreht, aber schon wieder nackte alte Leute im Wald war mir dann zu viel des altbackenen Grusels. Schade eigentlich, denn der Film ist ein klassischer A24 und wäre für mich fast eine 9 oder 10 geworden, aber es sollte nicht sein.
Nichtsdestotrotz eine Empfehlung zum Selbstsehen und unbedingt im Kino!

2 thoughts on “KopflosDurchDieNacht”

  1. Habe ich das jetzt richtig verstanden, hat Dir der Film eigentlich bis zum Ende irgendwie schon richtig gut gefallen? Das Ende ist Klischee und mich ärgert es heute noch, dass es so ist wie es ist. Bin froh, dass Dir die Toni Collette. gefallen hat. 🙂

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