DasAlpenglühenInZeitenDerRenaissance

Hagazussa – A Heathen’s Curse von Lukas Feigelfeld

DEUTSCHLAND/ÖSTERREICH 2017 •
102 MIN •
DEUTSCHE OMEU
REGIE
Lukas Feigelfeld
DARSTELLER
Aleksandra Cwen, Celina Peter, Claudia Martini, Tanja Petrovsky, Haymon Maria Buttinger
DREHBUCH
Lukas Feigelfeld
PRODUZENT
Lukas Feigelfeld, Simon Lubinski
VERLEIH
Forgotten Film Entertainment / Indeed Film

 

Irgendwo in einer abgelegenen Region in den Alpen lebt Abseits des Dorfes Albrun mit ihrer Mutter. Albruns Mutter ist Ziegenhirtin und als ledige Frau von allen geächtet. Als sie an der Pest stirbt, ist das junge Mädchen auf sich gestellt.
Jahre später ist Albrun selbst ledige Mutter und weiterhin von den Dorfbewohnern verachtet und schlecht behandelt.
Doch es scheint, als Wende sich das Blatt, denn eine Frau aus dem Dorf nimmt Kontakt zu Albrun auf. Ein Lichtblick wie sie denkt.

Diese Alpendoku ohne Hirsch, aber mit Ziegen, besticht weniger durch ihre Handlung oder den Soundtrack, als durch viele schön gefilmte Tannen, die Autobahn im ausgehenden Mittelalter und dem unbedingten Willen sowas wie „The Witch“ auf die Leinwand zu bringen.
Eine Abschlussarbeit soll es sein, das ist die Entschuldigung so manchem Sympathisanten dieses Filmes und er ist doch so stimmungsvoll. Ja nun, das waren Loriots Beiträge zum deutschen Waldmops auch.
Tatsächlich ist „Hagazussa – A Heathen’s Curse“ ein ziemlich verkrampfter Versuch eine gar nicht mal so schlechte, wenn auch sehr lückenhafte und wahrscheinlich superdeutschtiefgründige Geschichte zu verpacken. So wurden die armen Darsteller in Tonnen von Fellen gepackt, mit Holzschuhen ausgerüstet, so dass sie sich kaum bewegen konnten und mussten so durch die Wälder stampfen, langsam. Dieser echt authentische Look und die  Konsequenzen daraus wurde dann über gefühlte 5 Stunden ausgekostet. Unterteilt in keine Ahnung etliche Kapitel wurde nun die Geschichte der Albrun erzählt, dem unehelichen Mädchen, das Kind einer vermeintlichen Hexe. Ausgestoßen und alleine haust sie irgendwo abseits im Wald, muss zusehen wie Muttern stirbt und sich sehr früh alleine durchschlagen. Dann ist sie irgendwann erwachsen, hat selbst ein Baby, bleibt aber außen vor. Ob sie das Kind auf mystische Weise empfangen hat bleibt dem Zuschauer vorenthalten, doch zunächst scheint sie ein normales Leben zu führen. Eine Frau aus dem Dorf schließt urplötzlich Freundschaft zu Albrun und lockt sie in eine Falle. Albrun wird vergewaltigt und rächt sich fürchterlich. Dann wird’s sehr künstlerisch symbolisch oder vielleicht auch nicht, Albrun vergiftet das Trinkwasser und frisst ihr Kind und fällt spontaner Selbstverbrennung zum Opfer. Keine Ahnung, ob der anwesende Lukas Feigefeld dazu noch was erklärt hat, ich musste dann einfach mal frisch Luft schnappen.
Wie gesagt, man hätte aus der Geschichte was machen können, aber nicht so und nicht mit dieser Musik. Das Ding hier ist zermürbend langweilig und ich belästigte meinen geduldigen Nebensitzer mit lautem Gestöhne, jedes Mal, wenn ein neues Kapitel hinzukam. Für Naturkunstfilme braucht es das FFF meiner Meinung nach nicht, aber gut, ich habe es versucht.

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