BlutrauschImDorfUndEinJapanerImWald

The Wailing von Hong-jin Na

Hangul/곡성/Hanja/哭聲/Revised Romanization: Gokseong/McCune–Reischauer: Konksŏng
Directed by Na Hong-jin
Produced by Suh Dong-hyun, Kim Ho-sung
Written by Na Hong-jin
Starring Kwak Do-won, Hwang Jung-min, Chun Woo-hee
Music by Jang Young-gyu
Cinematography Hong Kyung-pyo
Edited by Kim Sun-min
Production company: Side Mirror, Fox International Production Korea
Distributed by 20th Century Fox Korea
Release date May 12, 2016 (South Korea)
Running time 156 minutes
Country South Korea
Language Korean
Box office US$51.3 million

 

Eigentlich wohnt Jong-gu Jeon in einer ruhigen dörflichen Gegend, umso schockierter ist er, als er zu einem Mordfall gerufen wird, bei dem eine ganze Familie bestialisch ermordet wurde. Der Täter, der Vater selbst, scheint von allen guten Geistern verlassen zu sein und so schließen sie Beamten auf Pilzmissbrauch. Doch schon kurze Zeit später kommt es zu einem weiteren Ereignis, dass dem ersten genau gleicht. Hier trifft Jeon auf eine Zeugin, die alles beobachtet hat, aber nach ihrer Aussage verschwindet. Sie gibt Jeon den Hinweis auf einen Japaner, der sich seit kurzem hier niedergelassen hat.
Als sich auch Jeons Tochter zu verändern beginnt und dieser seltsamen Krankheit zum Opfer zu fallen scheint, gerät der Polizist zunehmend unter Druck.

Es ist mittlerweile eine Ewigkeit her, dass die Filmkritikerin meines Vertrauens „The Wailing“ in Kanada sah und sich meine Erwartungen ihm gegenüber manifestierten. Fast 1,5 Jahre später kam er dann tatsächlich auch in Berlin ins Kino, allerdings in so kleinen Klitschen und so kurz, dass meine Reaktionszeit nicht ausreichte und als er in der Brotfabrik landete, war bei mir dann auch aus. So dauerte es erneut 5 Monaten und nun, dank Probeabo eines Amazon Channels, konnte ich ihn endlich sehen.
Zugegeben, „The Wailing“ zählt rein von seiner Länge her zu den Klassikern, denn die Koreaner (bis auf wenige Ausnahmen) mehren sich gerne aus, aber hier kann ich nicht sagen, dass sich die 156 Minuten zu irgendeinem Zeitpunkt zogen oder langweilig wurden, im Gegenteil.
Hong-jin Na erzählt die Geschichte eines Dorfes unter Beschuss. Dämonischem wohlweislich. Etwas geht dort um und macht fürsorgliche Familienväter, Großmütter und Kinder zu Massenmördern und ergötzt sich an deren Werk. Was mit Pusteln am Körper beginnt, setzt sich in deren Köpfe fort und fordert blutigen Tribut.
Ein Möglicher Schuldiger ist schnell ausgemacht: ein Ausländer. Ein Japaner in einer so kleinen Gemeinde will nicht passen und die Menschen sind misstrauisch.
Inmitten dieses Chaos, befindet sich nun unser braver Polizist Jeon, der versucht entgegen seiner Kollegen, nach Antworten zu suchen. Geplagt von Albträumen, denkt er in die richtige Richtung, bleibt jedoch machtlos und ohnmächtig.
„The Wailing“ hat viel zu erzählen: Hass, Besessenheit, Liebe, Familienstrukturen, Vaterliebe, Katholizismus, Schamanismus und „Betriebsblindheit“; unser Protagonist wird hin- und hergerissen, kriecht durch den Matsch und verzweifelt zunehmend. Die Geschichte schlägt Haken, bietet uns Lösungen, die wir ablehnen, wendet und dreht sich, um uns bis zur letzten Minute im Ungewissen zulassen und uns zu ohrfeigen.
Ein intensives Erlebnis, so böse wie seine Dämonen und absolut sehenswert mit dem von mir sehr geschätzten Jung-min Hwang.

4 thoughts on “BlutrauschImDorfUndEinJapanerImWald”

  1. Filmkritikerin Deines Vertrauens – oh, das ist sehr schmeichelhaft. 🙂

    Irgendwann hatte ich mal gesehen, dass der auf Netflix lief – es ist aber möglich, dass ich da gerade in den U.S.A. weilte. Den möchte ich auch unbedingt nochmal sehen, ist aber so ein Film, der wahrscheinlich noch besser im Kino wirkt. Dass sie den nicht auf dem FFF zeigten, ist mir bis jetzt noch ein Rätsel.

    Naja, Hauptsache der Grusel-Profi wurde nicht enttäuscht, die Höhlen-Szene war doch toll, oder?

    1. Ich hatte so lange drauf gewartet und etwas Angst, dass er mir nicht gefällt, aber alles gut, der lohnt sich wirklich.

SagWas!