D’ArtagnanOderVomLurchZurDemoDog

Stranger Things S2 von The Duffer Brothers für Netflix

Created by The Duffer Brothers
Starring Winona Ryder, David Harbour, Finn Wolfhard, Millie Bobby Brown, Gaten Matarazzo, Caleb McLaughlin, Natalia Dyer, Charlie Heaton, Cara Buono, Matthew Modine, Noah Schnapp, Sadie Sink, Joe Keery, Dacre Montgomery, Sean Astin, Paul Reiser
Composer(s) Kyle Dixon, Michael Stein
Country of origin United States
Original language(s) English
No. of seasons 2
No. of episodes 17 (list of episodes)
Production Executive producer(s) Karl Gajdusek, Cindy Holland, Brian Wright, Matt Thunell, Shawn Levy, Dan Cohen, The Duffer Brothers, Iain Paterson, Shannon Tsang
Location(s) Jackson, Georgia
Cinematography Tim Ives, Tod Campbell
Running time 42–62 minutes
Production company(s) 21 Laps Entertainment, Monkey Massacre
Distributor Netflix
Release
Original network Netflix
Picture format 4K (Ultra HD), High dynamic range
Audio format Dolby Digital 5.1
Original release July 15, 2016 – present

 

Mittlerweile haben wir Ende Oktober 1984, Halloween naht und die Jungs leben so normal wie möglich weiter: Während Mike versucht weiterhin erfolglos mit Elf Kontakt aufzunehmen, haben Lucas und Dustin ein Mädchen im Auge. Leider beide das selbe: Max. Die Neue in ihrer Klasse, spielt nicht nur sensationell Dig Dug, was Dustin mächtig beeindruckt, sondern ist auch ein cooler rothaariger Feger, was wiederum Lucas Herz höher schlagen lässt und den Fokus von Will wegrückt, der seit seiner Rückkehr zunehmend mit Visionen und Albträumen zu tun hat. Will sieht was kommen will und wird. Etwas aus der anderen Dimension versucht herüberzukommen und es will alle töten, doch zunächst schenkt niemand Will so richtig Gehör.
Unterdes stellt sich heraus dass Sheriff Hopper Elf gefunden hat und sie zu ihrer eigenen Sicherheit in einer Waldhütte versteckt und versorgt. Doch Elf fällt die Decke auf den Kopf. Sie möchte zu den Jungs und vor allem zu Mike und entdeckt, dass ihre Mutter noch lebt.
Auch Nancy bleibt nicht untätig. Ihre Schuldgefühle treiben sie zu Barbaras Eltern, die gerade ihr letztes Hemd weggeben, weil ihnen ein Privatdetektiv Märchen erzählt. Ihre Beziehung zu Steve geht in die Brüche und die zu Jonathan vertieft sich.
Letztendlich braucht es die vereinten Kräfte aller sich gegen das zu wehren, was da in unsere Welt kommen will, denn es ist schon unter ihren Füßen und niemand kann etwas dagegen tun.

Es ist schwer die Lobhudeleien und dem Hype um „Stranger Things“ zu entgehen, irgendwie konnte ich trotzdem drumrumschiffen und geduldig darauf warten die Serie in einer ruhigen Phase anzusehen, denn gute Serien wollen genossen werden. Dass auch die zweite Staffel Stranger Things gut werden würde, stand für mich außer Frage, jedoch ist sie vergleichbar herausragend wie die erste?
Ich würde sagen ja und nein. Natürlich mussten Veränderungen her. Der Demogorgon wurde besiegt, Martin Brenner ist von der Bildfläche verschwunden, während Will wieder zu Hause ist.
Doch beginnt die Staffel gleich mit einem komplett verwirrenden Orts- und Personenwechsel, der zwar erklärt wird, jedoch wie ein Fremdkörper in der Staffel steht und Unruhe in die behaglich sich anbahnende neue Katastrophe in Hawkins bringt. Und zwei weitere Unruhestifter kommen gleich auch noch dazu und ich hoffe für die Duffers, dass die dritte Staffel hierzu mehr hergibt: Maxine und ihr Bruder Billy Hargrove. Dass die beiden einerseits die Jungensclique durcheinanderbringen, Max der weibliche Ersatz für Elfi ist und das Feuer in Lucas und Dustin entfacht, während ihr Bruder ein echt tolles Ekelpaket ist und in das Trio Nancy-Steven-Jonathan grätscht ist schon klar, trotzdem bleibt Billy aber außen vor. Im Gegensatz dazu macht Steven eine unglaubliche Wandlung durch und verrät hier sogar das Geheimnis seiner unglaublich fluffigen Tolle (es ist das Farrah Fawcett Hairspray, mittlerweile nur noch für mindestens 340 Dollars pro Flasche bei Ebay zu erwerben). Nimmt man jene Störfaktoren etwas beiseite haben wir wieder die kuschelweiche, sexfreie Retro-Mystery-Unterhaltung, die wir bereits im letzten Jahr so lieben gelernt haben.
Elfi ist natürlich nicht in den Tod gegangen und wir sehen über die Folgen verteilt wie sie sich zurück in unsere Welt gekämpft und bei Hopper Unterschlupf gefunden hat. Doch Elf ist unglücklich. Sie will zurück zu Mike und den Jungs, darüber hinaus entdeckt sie, dass ihre Mutter lebt, dass sie einen richtigen Namen hat und nicht das einzige Versuchskind im Hawkins Labor war. Elf beschließt das behütete Heim zu verlassen und herauszufinden woher sie kommt.
Unterdes hat Will nun auch auf dieser Seite ganz erhebliche Probleme. Anfälle und Visionen machen ihn schwach und krank, die anderen Kinder hänseln ihn als Zombie Boy und dann ist er auch noch ausgerechnet bei Dr. Owens in Behandlung, der genau für die Leute arbeitet, die auch für die Experimente des Hawkins Labors verantwortlich sind und die die ganze Stadt abhören und ausspionieren. Will sieht ein unheimliches Wesen, dass sich zu guter Letzt seiner bemächtigt und unsere Dimension erobern will. Die Wesen der anderen Dimension bilden eine kollektive Einheit, deren Zerstörung allen den Tod bringen und somit auch Wills Leben kosten würde.
Nicht zu vergessen ist auch Dustin, der zunächst einen mächtigen Gegner am DigDug hat, der wie sich herausstellt Mad Max – Maxine ist. Eine vierzehnjährige rothaarige Sirene, in Außenseiteraugen, die unbedingt zu beeindrucken ist. Das versucht Dustin mit einem exotischen Reptil, dass er in der Mülltonne findet, dass sich aber als fremddimensionäres tier- und menschenfressendes stetig wachsendes Ungeheuer entpuppt. Gewiss mit einer Dustin-affinen Seele, aber eben ein DemoDog wie er seinen d’Artagnan und dessen Kumpels nennt.
Ohne Zweifel passiert viel in der zweiten Staffel die Kleinstadtidylle besteht und vergeht, eine zu Fleisch gewordene Reminiszenz der Achtziger kommt, ist eine gute Seele und lässt heldenhaft sein Leben und einiges findet zu keinem Abschluss, was im Hinblick auf ein Fortbestehen der Serie ja kein Beinbruch ist.
Für eine Menschin, die in den Achtzigern Teenagerin und Twen war, kann ich auch hier wieder sagen wie gut die Serie die Zeit aufgreift von der Kleidung über die Musik, jedes Poster und jeder Gimmick am Set stimmt einfach. Nicht dass ich mich nach jenen Zeiten zurücksehne, damals war einfach alles etwas komplizierter und aufwändiger und kann eigentlich auch nur von zwei Nostalgieromantikern und Ewigkindern wie den Duffers so detailverliebt und naiv in Szene gesetzt werden.
Viele, wie ich auch, haben daran Spaß, andere weniger, und auch, wenn diese Staffel nicht ganz so rund lief, würde ich „Stranger Things“ weiterhin als eine der besten Serien auf dem Markt bezeichnen.

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