EntenstimmchenUndGlamMetal

Rock of Ages von Alan Shankman

RoAInhalt:
Wie so viele junge Menschen sucht Sherrie aus Oklahoma ihr Glück in Hollywood.
Es ist 1987 und die kleine Lady ist gerade frisch mit ihrer Rockplattensammlung in LA eingetroffen, doch wird sie gleich überfallen und ihr Koffer ist futsch. Das sieht Drew, ein junger Sänger, der im Bourbon kellnert und auf die große Karriere hofft. Er nimmt sich Sherries an, vermittelt ihr einen Job im Laden und beide verlieben sich.
Zur gleichen Zeit soll der Glam Metal Held Stacee Jaxx für die finanzielle Rettung des Bourbon sorgen, doch der Rockstar ist in einer tiefen Dauerkrise aus Alkohol, Sex und gierigem Management und die Ehefrau des Bürgermeisters hat den Rockschuppen auf dem Kieker.

Fazit:
Es gibt für mich drei Arten von Musikals: die mit eigener Geschichte und Liedgut (West Side Story, Hair, Rocky Horror Show…), die mit Literaturvorlage und eigener Musik (Phantom der Oper…), und die, die eigentlich nur dazu gedacht sind ein bestimmtes, meist schon erfolgreiches Songmaterial ansprechend dem gemeinen Volke zu präsentieren (Mamma Mia, Saturday Night Fever…), gerne auch mit kleiner Rahmenhandlung.
„Rock of Ages“ gehört nun zur dritten Kategorie und das noch als verfilmte Variante.
Was die Sache so interessant macht, sind ohne Zweifel die Namen der Darsteller: Tom Cruise, Malin Akerman, Paul Giamati,  Alec Baldwin, Mary J. Blige und Catherine Zeta-Jones. Spannend – und alle singen selbst.
Nun kann man nicht wirklich sagen, dass die Rahmenhandlung irgendwie Tiefgrund hat oder dass die nachgesungenen Glam Metal Hits, bei denen es sich eigentlich überwiegend um den Bon Jovi- und Foreigner-Schmuserock der Achtziger handelt besonders aufregend interpretiert wurden, doch man merkt und dass ist ein wichtiger Aspekt, dass hier alle mit irre viel Spaß und Einsatz am Werke waren, auch wenn sie neben echten Megasängerinnen wie Mary J. Blige leicht albern klangen, da tut es auch keinen Abbruch, dass die Protagonistin Julianne Hough (Sherrie) tatsächlich eine typisch entenstimmige Countrysängerin ist, dafür aber perfekt Achtziger Style tragen kann.
Nein, ich weiß nicht wer hier über was mault und was für Ansprüche heute noch an Musikals gestellt werden, „Rock of Ages“ rockt, unterhält großartig und meine Mutter pogte fast vom Sessel als „I wanna Rock“ , der alte Twisted Sisters Hit, angestimmt wurde.
Für so eine Hollywoodproduktion sind hier schon alle ganz schön mit Herzblut und viel, sehr viel Selbstironie dabei. Hier nimmt sich niemand ernst, die Figuren sind durchweg überzogen, die Songs passen wirklich gut in die Handlung und wurden nicht eingedeutscht. Der Sound war zudem brachial gut sowie der ganz Streifen super abgemischt war – man hörte jede Hand an der Tanzstange quietschen, die Nebensounds waren klasse.7:10
Kein Meilenstein der Filmgeschichte, aber ein ansehbares, gut unterhaltendes Musikal und Eli Roth und Sebastian Bach durften auch cameozieren.

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p>USA 2012 – Regie: Adam Shankman – Darsteller: Julianne Hough, Diego Boneta, Paul Giamatti, Russell Brand, Mary J. Blige, Malin Akerman, Bryan Cranston, Catherine Zeta-Jones, Alec Baldwin, Tom Cruise, Jessica Guadix – FSK: ab 6 – Länge: 123 min.

12 thoughts on “EntenstimmchenUndGlamMetal”

  1. Mmmhhh, klingt zwar gut, ist trotzdem nicht so unbedingt meins. Das wusste ich aber schon nach dem allerersten Trailer. Spätestens zu dem Zeitpunkt, wo Tom Cruise einen alten Bon-Jovi-Song ganz übel vergewaltigt.

  2. Du lebst ja noch!..;-)

    Also „Runaway“ von Bon Jovi bzw. „Juke Box Hero“ von Foreigner
    ist doch kein Schmuserock sondern kerniger Pop-Rock, meine Gute!
    (Okay, aus der Sicht einer Speed-Metal-Lady kann ich
    die subjektive Interpretation schon nachvollziehn..;-D
    Hatte übrigens schon das OST-Album. Hab’s aber wieder eliminiert.
    (Pure Neugier halt.)

    „Send me an Angel“… (Real Life..;-)

  3. Ja gut, ich war nie ein Bon Jovi Fan. Ein paar Glam Metal Sachen mochte ich wie Twisted Sisters, Quiet Riot oder Poison, aber die Kuschelrock Ecke war nie meins :))
    So gesehen fand ich es dann auch nicht so wild wer da was sang, denn bei den guten Songs hatte ich automatisch die Originalstimmen im Kopf.
    Es war einfach lustig, kann aber verstehen, wenn man darauf keinen Bock hat.

  4. Ja ja die weichgespülte kerniger Pop-Rock Variante eben :))
    Ist ja nicht so, dass ich das gar nicht höre – habe da auch so meine Momente, selten aber immerhin.
    Ich mag es doch schon immer etwas krachiger – heftiges Schlagzeug zum Beispiel ist ganz wichtig ;-))

  5. Ich wasche meine Mp3’s nicht Lenor!!..;-))

    G’scheite Schlagzeugbeats sind mir auch wichtig.
    Weiß ja nicht, inwieweit Du dich mit den einzelnen
    Schlagzeugelementen auskennst. Ich fahr total auf
    Rototoms ab. Ein guter Freund von mir ist Drummer.
    Der hat mir seinerzeit bei Übungsraumsessions mit
    Rototom-Solos quasi die Ohren vergoldet. 😉

    Korrigiere noch zu „Jukebox Hero“..;-)

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