FürEinePlausibleErklärung

Money Monster von Jodie Foster

MoneyMonsterDirected by Jodie Foster
Produced by Lara Alameddine, George Clooney, Daniel Dubiecki, Grant Heslov
Screenplay by Alan Di Fiore, Jim Kouf, Jamie Linden
Story by Alan Di Fiore, Jim Kouf
Starring George Clooney, Julia Roberts, Jack O’Connell, Dominic West, Caitriona Balfe, Giancarlo Esposito
Music by Dominic Lewis
Cinematography Matthew Libatique
Edited by Matt Chesse
Production companies  The Allegiance Theater, IM Global, Smoke House Pictures
Distributed by TriStar Pictures
Release dates May 12, 2016 (Cannes), May 13, 2016 (United States)
Running time 98 minutes
Country United States
Language English
Budget $27 million
Box office $52.4 million

 

Lee Gates ist erfolgreicher Börsenclown auf dem Fernsehsender FNN; er gibt Anlegern Börsentipps und trifft Vorhersagen und das in einem albernen Showrahmen mit Tänzerinnen und Videobuzzern. Gute Insiderinfos bescheren seinen gewillten Zuschauern gute Gewinne, doch diesmal geht eine Empfehlung nach anfänglichem Hoch voll in die Hose. IBIS Global Capital’s fehlen auf einmal über 800 Millionen Dollars, die zu Lasten der Aktionäre gehen. Die lapidare Erklärung: ein Fehler im Algorithmus, ein sogenannter Glitch, ist Schuld. Ein Computerfehler für den kein Mensch was kann, so der CEO.
Doch einer will die Sache nicht auf sich beruhen lassen und schleicht sich als Paketbote in die gerade beginnende Sendung Gates, Kyle Budwell. Mit gezogener Waffe und einer Sprengstoffweste zwingt er den Sender online zu bleiben und fordert eine Erklärung über das, was da wirklich passiert ist, denn was ein „Glitch“ ist versteht nun wirklich keiner der Anleger.

Wenn ich ehrlich bin habe ich bislang noch keine Regiearbeit Fosters ganz gesehen; nur „Das Wunderkind Tate“ zur Hälfte. Das mag daran liegen, dass mich die Themen der Filme nie besonders interessierten, denn als Darstellerin mag ich Jodie Foster wirklich gerne.
Somit ist „Money Monster“ mein Foster-Regie-Debüt, den ich trotz Julia Roberts und George Clooney durchgestanden habe. Gut, auch Clooney hat ein paar gute Filme gemacht, aber dennoch bin ich nicht immer von ihm überzeugt und auch hier hatte er gute und schlechte Momente; Julia Roberts hingegen war richtig gut.
Was die Story angeht, waren da gute Ansätze, die Mischung aus Satire und Thriller gefielen mir, Kamera und Schnitt sind wirklich toll. Dass der Streifen dann irgendwann doch sehr mainstreamig wurde, war vielleicht der Produktionsfirma geschuldet, vielleicht hat Foster der Mut verlassen, auf jeden Fall aber untergräbt sie die ganzen Verschwörungstheoretiker, indem sie sagt: ja, an der Börse wird gesauigelt, dahinter stehen aber immer geldgierige Individuen, die sich auf Kosten ihrer Anleger bereichern wollen. Ebenso stehen auf der anderen Seite Menschen, die sich auf windige Aussagen selbsternannter Experten verlassen ohne selbst irgendeinen Schimmer zu haben in wessen Hände sie ihr Geld legen und was damit genau passiert.
So ihr „Opfer“ Kyle, der ein Fernsehstudio mit Waffengewalt in Geiselhaft nimmt, weil er auf die Empfehlung eines Fernsehmoderators mit Glitzerhut und roten Komikbuzzer hin, sein gesamtes Vermögen in Aktien einer neuen Firma gesteckt hat, die nicht einmal etwas produziert, sondern selbst auch nur spekuliert. Ein Mann, der bislang nie etwas gebacken bekommen hat und eine schwangere Freundin hat, wollte eben mal ganz auf die bequeme sein Geld vermehren. Nun ist er endgültig pleite und sauer.
Da fragt man sich: hat er es vielleicht nicht anders verdient? Und wer ist schlimmer der geldgierige Kleinanleger oder der, der mit allen möglichen Tricks, die unter Umständen nicht einmal illegal sind, sein Schäfchen ins trockene bringt?
„Money Monster“ ist kein Film über die Wall Street, es geht nicht darum, dass wir von den Banken verarscht werden oder skrupellose Geschäftemacher Menschen in den Ruin treiben und immer davon kommen, nein, Foster erzählt eine Geschichte, die zeigt wie wir mit den Medien umgehen, wie Menschen irgendwelchen Fernseh- oder YouTube-Fuzzies blind vertrauen und machen, was diese Leute ihnen sagen, anstatt den gesunden Menschenverstand einzuschalten, wie sie mediengeil jedem Videoschnipsel hinterhergieren, von dem sie glauben, er zeigt ein Verbrechen oder irgendein menschliches Drama, kaum noch zwischen Fiktion und Realität unterscheiden können und sich dummdreist fast vor einen Attentäter werfen, als sei alles nur ein Spiel.
In Szene setzt das Drama ihre Protagonistin Patty, die Regisseurin der Börsen-TV-Show, die eigentlich die Nase voll hat vom selbstverliebten Gates, aber hier mit Diplomatie, cute_msn_7-253A10Geschick und Können, nicht nur die brenzlige Situation abkühlt und einen Betrugsfall löst, sondern einfach mal dabei auch nicht ihr Business vergisst, denn: die Show muss weitergehen.

Im Großen und Ganzen gute Unterhaltung und Muddi hats auch gefallen.

8 thoughts on “FürEinePlausibleErklärung”

  1. Ich wollte ihn auch beinahe die Tage gucken, hatte dann aber doch keine richtige Lust. George Clooney und die Roberts, dafür muss man schon in Stimmung sein. 🙂 Echt, Julia Roberts war richtig gut? :)) Davon muss ich mir dann wohl doch mal ein Bild machen und Muddi hat er ja auch gefallen.

    Ich dachte, dunkel in Erinnerung gehabt zu haben, dass Du „The Beaver“ gesehen hast. Vielleicht verwechsle ich das aber auch.

    1. Oh, das hast Du voll ins Schwarze getroffen :))
      Lustigerweise hatte ich mir heute Dein Pendant in Deiner neuen Küche vorgestellt. Leider habe ich das Bild gelöscht, sonst hätte ich da auch was gebastelt ;D

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