ToteKatzenUndWasserkühler
FürVerirrteSeelen

Dari Marusan von Takahashi Izumi (髙橋泉) – Berlinale Forum

fc09mainPremiere: Tokyo Filmex (Competition), 26 Nov 2014. Theatrical release: TBA.
Presented by Gunjo-iro (JP), in association withKazumo. Producer: Saito Hiroki.
Script: Takahashi Izumi. Photography: Takahashi Izumi. Editing: Tamaki Genta. Music: Hiramoto Masahiro. Sound: Kawai Takeshi, Urata Kazuharu.
Cast: Hirosue Hiromasa (Yoshikawa), Oshita Miho (Dari Marusan), Matsumoto Takashi (Takatsudo Masayuki), Shin’e Midori (Marina, Matsu’s wife), Isobe Yasuhiro (Matsu), Takanezawa Hikaru (Machizaki, Masayuki’s sales trainer), Yabumoto Satoshi (Sasaki, Masayuki’s boss), Sugawara Keiko (Aide), Namiki Akie (Megumi, head of pet detective agency).

 

Dari Marusan hat ihren Namen eigentlich aus ihrer Kindheit, ein Hänselname, den sie wegen ihrer Gehörlosigkeit bekommen hat. Nichtsdestotrotz führt sie ein scheinbar ausgefülltes Leben. Sie arbeitet in einer Tierdetektei und ist DIE Expertin für entlaufende Katzen und anders Verlorenes und ist sogar verlobt. Als sie jedoch Yoshikawa begegnet und der kurze Zeit später die Detektei beauftragt seinen vor 2 Jahren freigelassenen Wellensittich zu finden, ändert sich auch für Dari alles. Yoshikawa ist ein verwirrter und leidender Mann. Nach einem Autounfall, bei dem sein Freund angetrunken ein Kind totgefahren hat und seiner „fruchtbaren“ Beziehung zu dessen Ehefrau, hat er sich von der Welt zurückgezogen und meidet Menschen. So treffen zwei gehandikapte Menschen aufeinander und Dari muss herausfinden was Yoshikawa tatsächlich sucht.

Wirklich berauschende Kritiken hat „Dari Marusan“ nicht bekommen, was sicherlich an seiner stückeligen Erzählstruktur liegt.
Erzählt werden im Grunde drei Geschichten: Dari Marusans, der Tierdetektivin, die Verlorenes findet, verletzt ist, es sich aber nicht eingesteht; dann die Yoshikawas, einem Mann der durch einen schweren Autounfall traumatisiert wurde und dazu die Frau seine besten Freundes geschwängert hat und in Ermangelung der Fähigkeit seine Gefühle auszudrücken einfach durchdreht und sich der Menschheit fast völlig entzieht sowie die des Verlobten Daris, der in seinem neuen Job als Wasserkühlervertreter versucht Fuß zu fassen und dabei nicht davor zurückschreckt sich von seinem Vorgesetzten extremst demütigen und misshandeln zu lassen.
Takahashi wechselt zwischen den Geschichten seiner Protagonisten und geht dabei vor uns zurück mischt Handlung und schön inszenierte Bilder mit Symbolik, die ich nicht verstanden habe und wirft Nebenhandlungen ein, die ich aber nicht als störend empfand. Für meinen Geschmack greift er interessante Aspekte auf. Neben der Problematik der Japaner ihre Gefühle zu zeigen oder diese „normal“ zu kommunizieren, stehen Erfolg, Anerkennung und Perfektionismus im Fokus, aber auch Dekadenz, der abartigen Natur, die einige Zuschauer aus dem Kino triebt.
Für den emotionalen Mitteleuropäer ist Manches einfach nicht nachvollziehbar, nichtsdestotrotz kann ich mir vorstellen, dass man im Zuge der ständigen Zurückhaltung von Gefühlen einfach durchdreht und sich der ständige Leistungsdruck und das permanente Streben nach Anerkennung seine negativen Früchte trägt.
Da ist Dari, die gehörlos so zielsicher Tiere findet und spürt was Menschen fühlen, noch die Normalste, im Team; dagegen ist Yoshikawa unter der Last seiner Schuld zerbrochen, Daris Verlobter Takatsudo lässt sich aus Karrieregründen und um Anerkennung bei Dari zu bekommen auf die sadistischen Spiele seines Vorgesetzten ein und Marina, die von 6975310_659b8cce7c_sYoshikawa mit Mitte Dreißig ein Kind bekommen hat, ist in der postnatalen Depressionsfalle, alleingelassen, überfordert und voller Selbstzweifel.
„Dari Marusan“ ist zweifellos ein schräger Film mit einem tollen Ensemble und einer Protagonistin, die tatsächlich gehörlos ist. Interessant, anstrengend, mit einem für mich offenen Strang, aber auch einem Happy End.

 

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