DieSelbsteinweisung

Unsane von Steven Soderbergh

Directed by Steven Soderbergh
Produced by Joseph Malloch
Written by Jonathan Bernstein, James Greer
Starring Claire Foy, Joshua Leonard, Jay Pharoah, Juno Temple, Aimee Mullins
Music by Thomas Newman (as David Wilder Savage)
Cinematography Steven Soderbergh (as Peter Andrews)
Edited by Steven Soderbergh (as Mary Ann Bernard)
Production companies: Regency Enterprises, Extension 765
Distributed by  Bleecker Street, Fingerprint Releasing (United States), 20th Century Fox
(International)
Release date February 21, 2018 (Berlinale), March 23, 2018 (United States)
Running time 98 minutes
Country United States
Language English
Budget $1.5 million, Box office $13.9 million

 

Sawyer Valentini ist gerade von Boston nach Pennsylvania umgezogen und arbeitet dort als Datenanalystin in einer Bank. Sawyer hat wenig Interesse an ihren Kollegen und sozialen Kontakten, nur One-Night-Stands über Dating Apps gönnt sie sich hin und wieder. 
Doch als sie bei einem Date einen anderen Mann als den eigentlichen vor sich sieht, geht sie zu einem Beratungsgespräch bei einer Psychiaterin in der Highland-Creek-Klinik.
Sawyer leidet unter den Nachwirkungen jahrelangen Stalkings und sie möchte weitere Therapiesitzungen, doch als sie die „Standardformulare“ unterschrieben hat, wird sie augenblicklich stationär aufgenommen und kann nicht wieder gehen.
Ein Albtraum beginnt.

Ich war wirklich gespannt auf „Unsane“, der bereits im Februar diesen Jahres auf der Berlinale debütierte und recht gut ankam. Ein Film auf einem iPhone gedreht und das von Steven Soderbergh, dem rebellischen, ja das macht aufmerksam. Noch dazu ein Psychothriller, der sogar eher Horrorfilm ist, da werde ich ganz hellhörig.
Ich weiß nicht, vielleicht habe ich zu viel erwartet, aber außer, dass Soderbergh hier der hollywoodschen Filmindustrie den Stinkefinger zeigt, bleibt nicht viel Gutes über diesen Streifen zu sagen.
Eine junge karrierebedachte Frau fängt in einer neuen Stadt ganz von vorne an, hat keine sozialen Kontakte und versucht sich in Dating Portalen. Doch das funktioniert nicht so richtig, denn unsere Protagonistin schleppt eine große Last mit sich: sie wurde viele Jahre lang gestalkt, darum ihre Flucht, aber auch ihre Psychose. Ständig sieht sie ihren Peiniger vor sich, was ihr das Zusammenkommen mit Männer unmöglich macht. Als sie sich daraufhin in Therapie begeben will, unterschreibt sie die falschen Papiere und weist sich selbst in die Klinik ein. Von nun an gibt es für sie kein Entkommen. In ihrer Not ruft sie sogar ihre Mutter an, zu der sie kaum noch Kontakt hat, doch niemand kann ihr helfen. Als sie dann in einem der Pfleger ihren Stalker zu erkennen glaubt, beginnt für sie eine Tour de Force.
Protagonistin Sawyer ist alles andere als eine Sympathieträgerin, so viel war für mich von Beginn an klar. Ihre soziale Dysfunktion kommt nicht alleine vom gestalkt werden, denn sie hat sich selbst ihrer eigentlich coolen Mutter nie anvertraut und ihr Verhalten in der Bank allen gegenüber ist schon grenzwertig. Ich weiß nicht, Stalking ist sicherlich extrem schlimm und belastend, aber vertraut man sich dann nie jemanden an und zieht einfach um? Wer macht sowas?
Dann unterschreibt eine knallharte Datenanalystin blind jeden Wisch, den man ihr unterschiebt und weist sich damit selbst ein und hat damit jedes Recht an sich verwirkt?
Und um alles zu toppen muss sie in einem offenen Saal schlafen, in dem Männer und Frauen unterschiedlichster Krankheitsbilder untergebracht werden?
Man, ich dachte Bronson hätte es schon schwer erwischt, aber so ein Blödsinn turnt mich augenblicklich ab. Dazu noch Juno Temple als Violet und alle Klischees waren erfüllt.
Ich möchte nicht abstreiten, dass man auch hier zwangseingewiesen und -medikamentiert werden kann, aber eine Unterbringung in einer Aula Männer und Frauen zusammen, das wird es auch im US-Amerikanischen Gesundheitssystem nicht geben.
Der Rest der Handlung spielt dann mit den bewährten Mustern und spricht vor allem den Gerechtigkeitssinn der Zuschauer an. Eine hilflose unschuldige Frau in den Fängen des korrupten Gesundheitssystem und in den von inkompetenten Ärzten und Pflegern, die immer nur sie bestrafen, obwohl doch die anderen angefangen haben – nein, wir sind hier nicht im Kindergarten, sondern in einem Soderbergh-Film.
Alles läuft nach Schema F aus einem Handbuch für Ward-Filme und selbst am Schluss sehen wir wie zu erwarten wieder das Miststück, dass sie die ganze Zeit über war. Keine Überraschungen und ich kann auch nicht sagen, dass mir Claire Foy gut gefallen hätte, ganz zu schweigen von der Machart des Films. Hat mich nicht angesprochen, wirklich nicht.
Für mich ist „Unsane“ neben „The Good German“ einer der schlechtesten Soderberghs.

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