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The Cured von David Freyne

Directed by David Freyne
Produced by Rory Dungan, Rachel O’Kane, Ellen Page
Written by David Freyne
Starring  Ellen Page, Sam Keeley, Tom Vaughan-Lawlor
Music by  Rory Friers, Niall Kennedy
Cinematography Piers McGrail
Edited by Chris Gill
Production company: Tilted Pictures, Bac Films, Savage Productions
Distributed by IFC Films
Release date 9 September 2017 (TIFF)
Running time 95 minutes
Country  Ireland, France
Language English

 

Nachdem der Maze-Virus jahrelang in Europa gewütet hatte, ist das Heilmittel nun gefunden. Für die meisten der ehemaligen Kannibalen wenigstens. Geheilt und einer Therapie unterzogen, werden die „Ex-Zombies“ nun nach und nach entlassen. Doch ihr öffentliches Leben ist weder selbst bestimmt, noch von der Mehrheit der Bevölkerung gewollt. Daneben haben die Geheilten unter dem Trauma ihrer Taten zu leiden, denn kein Augenblick ihrer Krankheit ist vergessen.
So ist es für Senan nur von kurzer Freude, dass ihn Schwägerin Abbie wieder bei sich aufnimmt, denn sein Geheimnis wird sie nicht erfreuen, zudem regt sich Widerstand bei den Geheilten und Senan wird von ihnen mitgerissen.

Natürlich kann es sich bei „The Cured“ nicht um Zombies oder ehemalige Zombies im eigentlichen Sinne handeln, aber mittlerweile wird diese Bezeichnung ja sehr großzügig benutzt. Egal. Der Film bemüht sich wenigstens um eine interessante neue Variante des Themas, in dem er die infizierten aggressiven Kannibalen heilt und die Frage in den Raum stellt: und was nun?
Eine gute Frage, denn wer will Mörder unter sich haben? Ausgerechnet die Menschen, die so viel Leid über das Land und die Familien brachten, sollen nun wieder gesundet, aber ungesühnt unters Volk gebracht werden? Wen interessiert es da, dass sie für ihre Taten nicht verantwortlich waren und sich nicht vorsätzlich infiziert hatten?
Aber nicht nur das gemeine Volk hegt Misstrauen, auch die Regierung, sprich das Militär hat ganz klare Vorstellungen wie sich die Entlassenen zu verhalten und zu bewegen haben.
So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass sich genau unter denen der Widerstand regt und eine Gruppierung versucht mit Terror gegen Gegner wie Militär vorzugehen. Und der Plan ist noch perfider, denn wer geheilt ist, ist immun, doch nicht alle konnten geheilt werden. Es gibt also eine kleine Gruppe Infizierter, die das Leid zurückbringen könnte.
Inmitten dieses Kuddelmuddels, befindet sich Senan, der das Glück hat von seiner Schwägerin aufgenommen zu werden. Sie und sein Neffe geben ihm eine Chance auf ein normales Leben, aber seine Vergangenheit holt ihn ein und die Verbundenheit, die die Infizierten untereinander hatten, kann nicht abgeschüttelt werden. Zudem können sich die Geheilten an ihr Leben als „Zombie“ erinnern und das belastet Senan im Besonderen.
Es steckt so viel in dieser Geschichte, von der ich mir gewünscht hätte, dass sie etwas ansprechender und weniger rustikal inszeniert worden wäre. Ich weiß nicht, dieser graue Independent Look war etwas runterziehend, aber vielleicht sollte es auch so sein.
Auch war ich nicht die einzige, die den Schluss überhaupt nicht verstanden hat, weil er eine echte Logiklücke hatte oder wir haben was überhört (alle) ich weiß es nicht. Der Arbeitstitel lautete auch: „The Third Wave“, was mich mindestens genauso irritiert. Aber gut.
Ansonsten gefiel mir hier Tom Vaughan-Lawlor besonders gut, der die undurchsichtige Figur des Conor verkörperte und mir unheimlich bekannt vorkam. Ich weiß aber nicht woher.
Ellen Page war wie immer und Sam Keeley hatte so einen leicht tumben kindlichen Einschlag, den man mögen muss.
Insgesamt ein interessanter Film. Kein Burner, aber durchaus sehenswert.

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