SchwarzWeißUndWenDieMuseKüsst

Paterson von Jim Jarmusch

paterson
Directed by Jim Jarmusch
Produced by Joshua Astrachan, Carter Logan
Written by Jim Jarmusch
Starring Adam Driver, Golshifteh Farahani, Barry Shabaka Henley, Cliff Smith, Chasten Harmon, William Jackson Harper, Masatoshi Nagase
Cinematography Frederick Elmes
Edited by Affonso Gonçalves
Production company  K5 International, Le Pacte, Animal Kingdom, Inkjet Productions
Distributed by  Amazon Studios, Bleecker Street, Le Pacte, K5 International
Release dates May 16, 2016 (Cannes), November 17, 2016 (Germany), December 21, 2016 (France), December 28, 2016 (United States)
Running time 113 minutes
Country United States, Germany, France
Language English

 

Paterson ist Busfahrer in Paterson New Jersey und er ist Poet. Bei jeder Gelegenheit lässt er sich von der Muse küssen und schreibt seine Gedichte nieder. Er ist belesen, gutmütig und friedfertig. 
Patersons Frau Laura ist im Gegensatz zu ihm ein Energiebündel, die jeden Tag etwas neues auf dem Plan hat und von bestechender Naivität ist. Ob es die Muffins für den Bauernmarkt sind, die Harlekingitarre plus Anleitung zum Spielen aus dem Internet oder die Verschönerung der Wohnung mit schwarz-weißer Farb-Dekoration, Laura ist immer am Wuseln und Paterson trägt es in Ruhe und unterstützt sie wie auch sie ihn ermuntert seine Gedichte allen zur Verfügung zu stellen.
So leben die beiden in Paterson im zwischen Arbeitstrott und Inspiration.

Ich mag Jarmusch und die ruhige Art, in der er seine Filme erzählt und so ist auch Paterson ein ruhiger Film, der vor allem durch seinen Hauptdarsteller Adam Driver lebt. Driver hat eine unglaubliche Präsenz und strahlt eine Eselsgeduld aus ohne tumb zu wirken. Seine Figur Paterson ist ein belesener Mann und so ganz anders als man sich einen einfachen Busfahrer vorstellt. Er liebt die Literatur und weiß auch die Werke von „Nachwuchstalenten“ zu schätzen.
Im Kontrast zu ihm steht seine leicht naive Frau, die quirlige Laura, die jeden Tag irgendetwas neues machen muss. Sie bemalt die Wohnung, ihre Kleidung und ihre Muffins, ganz ihrem schwarz-weiß Konzept treu bleibend und mit dem Ziel eine große Countrysängerin zu werden. Dafür überredet sie Paterson ihr eine schwarz-weiße Gitarre zu schenken, um spielen zu lernen. Ihr Ersatzkind ist die englische Bulldogge Marvin, mit der Paterson jeden Abend Gassi gehen muss.
Die Geschichte erzählt eine Woche aus dem Leben Patersons, dass praktisch immer gleich ist: leise aufstehen, Frühstücken, zur Arbeit, ein Gedicht schreiben, nach Hause, essen, mit dem Hund Gassi gehen und in die Kneipe ein Bier trinken.
Unterbrochen wird der Rhythmus am Wochenende, nicht nur durch das Arbeitsfrei, sondern auch durch ein wichtiges Ereignis.
„Paterson“ ist für mich ein wohlig warmer Film, der nicht nur gut gefilmt ist und einen interessanten fotografischen Blick auf Paterson bietet, sondern auch mit richtig schönen Gedichten von Ron Padgett, die aus seinem Fundus genommen aber auch für den Film neu geschrieben wurden.
Ein weiterer wichtiger Mann für den Film war William Carlos Williams (nicht Carlos William Carlos wie Laura zu sagen pflegt), der die Ideen für seine Poesie aus den Details der wahren Welt bezog 8-101und Inspiration für Jarmusch war. Method Man zitiert hier aus einem seiner Gedichte mit seiner einzigartigen Stimme – eine großartige Szene!
Der Film ist mit 113 Minuten nicht gerade kurz und es passiert nicht viel, das aber auf eine sehr angenehme unterhaltsame Weise.

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