MidnightSeijunIseiKoyu

Wonderful World End von Daigo Matsui – Berlinale Generation 14+ 

media-title-WondeTITEL Wonderful World End (ワンダフルワールドエンド)
PRODUKTION 2015
Release dates October 23, 2014 (Shibukaru Festival)
January 17, 2015 (Japan)
LAUFZEIT 84 Minuten
REGIE Daigo Matsui
PRODUKTION Takeshi Hayashi, Manabu Katahira, Takatoshi Naoi, Yôichi Shigami, Akihiko Yamamoto
BILDGESTALTUNG Hiroki Shioya
MONTAGE Daigo Matsui
MUSIK Yasuko Ohmori
DARSTELLER Jun Aonami, Ai Hashimoto, Yû Inaba, Marie Machida, Seiko Ohmori, Gô Rijû

 

Die 17jährige Shiori ist bereits von zu Hause weg und lebt bei ihrem Freund. Sie betreibt ein sehr erfolgreiches Vlog und verspricht sich gute Chancen als Schauspielerin. Ihr Freund ist selbst auch Darsteller in einem kleinen Independent Theater, scheint Shiori aber nicht wirklich ernst zu nehmen. Als der Teenagerin nach einem Videodreh die 13jährige Ayumi über den Weg läuft, ein Mädchen, dass wie sie selbst auf den Gothik-Lolita Stil steht und ihr größter Fan ist, verändert das viel für die beiden, denn die Kleine ist von zu Hause weggelaufen. Shioris Freund hat Mitleid mit dem Mädchen und lässt sie bei sich wohnen, Shiori weiß nicht was sie davon halten soll, doch schnell sind die beiden Mädchen ein Herz und eine Seele, Shiori entdeckt wie ihr Liebster tatsächlich gestrickt ist und trennt sich, zieht nur noch mit Ayumi herum.
Doch die glückliche Zeit der beiden Mädchen ist begrenzt, Ayumis Mutter taucht auf, woraufhin Shiori die Freude am Blog, Schauspielern und der Schule verliert.
Aber das soll nicht das Ende sein…

Man mag es sehen wie man will, ob sehr enge Freundschaft oder Liebe, in „Wonderful World End“ finden sich zwei verwandte Seelen und können nur miteinander wirklich glücklich sein. Dass es sich dabei um zwei Mädchen handelt – wen juckts?
Poppig, für uns extrem schräg und comichaft, so leben unsere Protagonisten. Statt reden ist das Handy das Kommunikationsmittel der ersten Wahl und lustige Icons sprechen Bände, die Kinoleinwand wird zum Smartphonebildschirm. Ungewöhnliche Figuren wie eine 17jährige, die von ihren Eltern getrennt mit dem Freund lebt, Sex mit ihm hat, ihr Leben im Videoblog aller Welt erzählt, aber zwischenmenschlich echt Probleme damit hat (was wohl für den Japaner an und für sich nicht ungewöhnlich zu sein scheint), frivol und sittsam zugleich ist und sich in ein 13jähriges Fan-Girl verliebt.
Oder die 13jährige, die von ihrer Alleinerziehenden Mutter wegläuft, um ihrer Vorbildbloggerin und Stilikone nahe zu sein und das auch schafft.
Daigu Matsui zerkrümelt unsere Vorstellung einer freundlichen, sittsamen und familienbetonten japanischen Gesellschaft. Kinder, die ausbrechen, um jeden Preis, aber dennoch in Freundlichkeitsfloskeln und Gefühlschaos gefangen sind, das aber mit 9-253A10Extremkonsum und Styling wieder wett machen.
Matsui zeigt uns vielleicht nicht viel Neues, präsentiert uns aber dennoch eine melancholisch-heitere Collage über Liebe und Freundschaft, verpackt als „Anti“-Popvideo zu Seiko Oomori-Musik.

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