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Aloft von Claudia Llosa

Die alleinstehende Mutter Nana arbeitet hart für den Unterhalt ihrer kleinen Familie. Sie ist verwitwet und hat zwei Söhne, von denen der jüngere, Gully, schwer krank ist, unheilbar so wird ihr gesagt.
Doch Nana gibt nicht auf und so nimmt sie regelmäßig an den geheimen Treffen eines Wunderheilers teil, dem Architekten, der mittels eines Reisigbaus, Auserwählten zur Genesung verhilft.
Als bei einem Treffen Gully wieder nicht auserwählt wird, kommt es zu einem Zwischenfall, bei dem Sohn Ivans Falke in das Reisiggebäude fliegt und es in Panik zerstört. Das erwählte Mädchen kann nicht behandelt werden und Nana versucht den Vogel zu fangen und das Mädchen zu beruhigen.
Die Architektenjünger sind daraufhin ungehalten und lassen Nana und die Jungs im Nirgendwo stehen und erschießen den Falken, doch schon kurze Zeit später ist das Mädchen geheilt.
Gut 20 Jahre später lebt Ivan mit seiner Frau und Kind zurückgezogen als Falkner, als auf einmal die angebliche Journalistin Jannia bei ihm auftaucht. Angeblich interessiert sie sich für Ivan und seine Arbeit, doch schnell wird klar, dass sie tatsächlich seine Mutter Nana sucht, die mittlerweile ein berühmte Wunderheilerin ist, die irgendwo im ewigen Eis ihre Audienzen gibt.
Ivan ist ungehalten, wurde er doch vor 20 Jahren von seiner Mutter verlassen und hat nie wieder etwas von ihr gehört; trotzdem macht er sich mit Jannia auf den Weg.

„Aloft“ ist wohl meine Festivalgurke und nach einigen Gesprächen auch mit hartgesottenen BerlinalewirliebenalleFilmeFans, war ich nicht die einzige, die hier fast zu Tode gelangweilt wurde.
Ich weiß nicht was Claudia Llosa da eigentlich auf die Leinwand bringen wollte und wie sie Größen wie Jennifer Conelly, Cillian Murphy und Melanie Laurent dazu bewegen konnte in diesem Gemansche aus Drama und Mystery-Esoterik mitzumachen.
Erzählt wird die Geschichte eines verlassenen Sohnes und einer Wunderheilerin auf zwei Zeitebenen. Die eine spielt als die Brüder noch klein waren und zeigt eine verzweifelte und immer traurige Mutter, die den letzten Job annimmt, um die Familie zu ernähren und bei der sich praktisch das ganze Leben nur noch um den einen kranken Sohn und dessen Wunderheilung dreht. Dabei bleibt Sohn Ivan auf der Strecke, für ihn ist sein Falke alles und er versteht seine Mutter und das Wunderheilungstrara nicht und glaubt auch nicht daran.
Die zweite Ebene spielt in der heutigen Zeit und beginnt mit Ivan, der nun erwachsen ist und selbst eine Familie hat. Er züchtet Falken und lebt extrem zurückgezogen, doch wird seine Vergangenheit hochgekocht, als auf einmal eine Frau in seiner Falknerei steht, bei der sich schnell herausstellt, dass sie über ihn an seine Mutter heran will.
Im Laufe der Zeit erfahren wir, dass Ivan von Nana verlassen wurde und dass sein Bruder ums Leben kam. Ivan ist auf Nana nicht gut zu sprechen, schon gar nicht auf ihre angebliche Wunderheilerei. Er macht sich dennoch mit der fremden jungen Frau auf die weite Reise, um die Mutter zu finden und Jannia und er kommen sich sehr nahe.
Ich persönlich mag Mystery sehr gern, aber mit diesem Esotrash kann ich nichts anfangen. Wunderheiler und das BlaBla über Kunst, Architektur und Heilung war mir einfach zu lächerlich, da halfen auch schöne Bilder von Schneeverwehungen überhaupt nichts. Zudem war der Film langgezogen und hatte praktisch keinen frohen oder positiven Momente.
Die Connelly spielt ja häufig  die Ritterin der traurigen Gestalt und lustigerweise war sie auch die Person, der ich ihre alberne Rolle voll abgenommen habe. Ich kann mir tatsächlich vorstellen, dass sie irgendwo in Alaska in einem Zelt von Kräuter und Wasser lebt und bei Gelegenheit durch Knuddeltherapie versucht Menschen zu heilen.
Cillian Murphy hingegen ist bei mir stets negativ belegt und hat auch hier eine Rolle, die ihn mir nicht sympathischer gemacht hat. Ein Mann, der sein Leben lang daran zu knabbern hat, dass sein Bruder umgekommen ist und sich dafür die Schuld gibt und dann auch noch kurz danach von seiner Mutter im Stich gelassen wir. Dieser Mann fährt mit einer wild fremden Frau los, um seine Mutter zu finden und verlässt Frau und Kind, macht also den gleichen Fehler und fängt auch noch was mit seiner neuen Begleiterin an. Na ja.
Melanie Laurent muss die unheilbar Kranke spielen, die sich wie so viele mit endgültiger Diagnose an den letzten Strohhalm klammern und diesen vehement und blind für alles andere verteidigen.
Für mich ist der Film eher eine Warnung vor Spinnern und deren Anhängern, Frau Llosa sieht das sicherlich anders, denn am Schluss sind alle janz zufrieden mit sich und ihrem Mist, aber wenn’s schön macht…

Insgesamt ein lahmer Esostreifen, den ich hier noch nicht mit einem Kinorelease sehe, der mehr als Snoozlemittel taugt, als als anspruchsvolle Unterhaltung.

 ‚Aloft‘ at Berlin Film Festival (competing), Feb. 12, 2014. Running time: 116 MIN. Production (Spain-Canada-France) A Sony Pictures Classics (in U.S./Latin America) release of a Wanda Vision, Arcadia Motion Pictures, Buffalo Gal Pictures production in co-production with Manitoba Films, Noodles Prod., with the participation of TVE, Canal Plus, TVC, with the support of ICAA, IEC, Telefilm Canada, Manitobal Film & Music, NCN, Institut Francais. Executive producer, Mark Johnson. Crew Directed, written by Claudia Llosa. Camera (color, widescreen), Nicolas Bolduc; editor, Guille de la Cal; music, Michael Brook; production designer, Eugenio Caballero; sound designer, Fabiola Ordoyo; line producer, Sandra Hermida. With Jennifer Connelly, Cillian Murphy, Melanie Laurent, William Shimell, Zen McGrath, Winta McGrath, Oona Chaplin, Peter McRobbie, Ian Tracey, Andy Murray. (English, French dialogue)

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