FFFTicker7/8

Weil ich gestern zu malade war, heute beide Tage auf einen Schlag und ein frühes Fazit: viele Hunde, viele Darsteller zwei mal gesehen, viel Durchschnitt, Badewannen, Vor- und Rückblenden, wenig linear Filmisches. Wo ist der Focus Asia? Wo die Veranstalter? Fragen über Fragen!



Tag 7

Devil’s Pass von Renny Harlin

Fünf Studenten aus Oregon machen sich auf die Spuren der mysteriös umgekommenen russischen Expedition von 1959 im Uralgebirge am Dyatlov Pass zu untersuchen. Der ursprüngliche Vorfall fand natürlich wirklich statt (! :)) ), aber Renny Harlin hat so seine ganz eigene Interpretation, die nicht uninteressant gemacht ist, gar nicht so üblich nervig wackelkamerarig und sogar spannend und irgendwie witzig. Doch, kann man sehen. 7/10


Jug Face von Chad Crawford Kinkle

Hinterwäldler besänftigen seit Urzeiten böse Geister einer Schlammgrube mit Menschenopfern, die per visionärem Tonkopfgesicht auserwählt werden, doch die junge Ada versucht dem Schicksal zu entgehen und versteckt ihren Tontopf, als sie sich darin erkennt und verurteilt nicht wenige Gemeindemitglieder dadurch zum verfrühten Tod. Ziemlich sprödes und rustikales Stück Film mit einer tief gesunkenen Sean Young, das nicht wehtut, aber eigentlich kein Mensch braucht. 5/10


Saving General Yang von Ronny Yu

Als die Kithan (Manchuren und Mongolen) wieder einmal die chinesischen Grenzen überfallen geraten  die chinesischen Truppen in einen Hinterhalt. General Yangs Mannen werden dabei von Generals Pan Renmeis Truppen im Stich gelassen, nicht zuletzt wegen einer Familienfehde. Nur wenige um General Yang überleben, er selbst wird durch einen Giftpfeil verwundet, doch seine sieben Söhne machen sich auf durch die feindlichen Linien der Kithan, ihn zu retten und nach Hause zu bringen und das alles in nur 102 Minuten! Ja das Drehbuch ist dünne, die Geschwindigkeit schnell, wodurch die Charakter nur angerissen werden können, aber insgesamt ein ansehnliches opulentes Familiendrama. Nicht ganz unblutig, aber heldig, mit Frauenfiguren nur am Rande und ein Paar Boygroupdarstellern, wegen der Mädelsquote und von mir gemocht, so. 7/10


Revenge for Jolly von Chadd Harbold

Seine Trauer um Zwergpinscherin Jolly ist unendlich, hätte er die Möglichkeit gehabt, hätte er sie zur Frau genommen! Harry sinnt nach Rache und die ist eine blutige dank viel Bier und Drogen und Cousin Cecil, aber auch teilweise sehr lustige. Leider läuft sich der Film irgendwann tot, denn wie lange mag man zwei zugedröhnte Vollpfosten auf einer lächerlichen Rachetour beobachten? Zwar mit beachtlichem Gernsehdarstelleraufgebot inklusive David Rasche mit seiner „Susi“ und tollen Soundtrack, aber irgendwie irgendwann so lala. 5/10


Tag 8

Wrong von Quentin Dupieux

…ist der bessere Hundefilm!
Dolph ist untröstlich als eines morgens sein Hund Paul verschwunden ist und während er verzweifelt versucht den Vierbeiner zu finden, verabschiedet sich Nachbar und Freund Mike der nie und nimmer jeden Tag joggt ins Irgendwo, hinterfragt Dolph beim Lieferservice, was der Hase auf dem Motorroller im Logo sucht und geht dann zu seiner Arbeit, die ihm bereits vor drei Monaten gekündigt wurde, aber so spaß macht und ein gewisser Master Chang offeriert ihm, dass er seinen felligen Freund entführt hat, per Zufallsgenerator, damit er ihn noch mehr liebt. Unglaublich was der Spezialhundedetektiv ermittelt, der eingeschaltet wird, weil das Entführungsfahrzeug während der Tat abgefackelt ist und mit der stattlichen Palme in Dolphs Garten passiert. Und wenn man sich auf Dupieux nicht einlassen kann, kann schon mal der Schädel platzen, allen anderen empfehle ich unbedingt Band 2 von Dein Leben, Dein Hund, Deine Stärke. Ansehen! 🙂 9/10


Europa Report von Sebastián Cordero

Ein internationales Wissenschaftlerteam ist auf dem Weg zu Europa, dem Jupitermond, auf dem dank des dort entdeckten Wassers plus Atmosphäre, Leben vermutet wird. Leider bricht nach 7 Monaten der Kontakt zur Erde ab, trotzdem macht die Crew weiter und landet erfolgreich auf dem Eismond. Hoffen Wir, dass sie den Mond nicht total verkeimen!
Aber im Ernst, abgesehen von diesem nicht unerheblichen Fauxpas handelt es sich um einen sehr gut besetzten und gespielten SF-Film. Ohne Schnörkel, Patriotismus, religiöse Anwandlungen oder Halluzinationen wird eine wissenschaftliche Mission erfüllt. Trotz teilweise Wackelkamera und Zeitsprüngen vor und zurück, einfach spannend und gut gemacht. Erfrischend und wirklich was fürs Kino 🙂 8/10


Son of Cain von Jesús Monllaó Plana

Nico läuft nicht so ganz rund. Aus reichem Haus und mit viel Verstand gesegnet, hat der Teenager etwas Beängstigendes an sich und das sehen auch seine Eltern. Doch wie es so ist, die wollen sich nicht wirklich eingestehen, dass man da mit Händchenhalten nicht viel bewirken kann und auch als Nico den  Familienhund tötet wird nur der Psychologe gerufen. Der setzt dem Ganzen noch das iTüpfelchen auf und meint Schach rettet auch Psychopathen, doch weit gefehlt.
„Son Of Cain“ ist so etwas wie die softe spanische Version von „all about Kevin“, wobei sich das Familienschicksal hier in Grenzen hält. Kann man sehen, muss aber nicht. 6/10


The Numbers Station von Kasper Barfoed

Desillusionierter CIA Killer weigert sich eine kindliche Augenzeugin zu erschießen und wird daraufhin in eine Numbers Station versetzt. Dort darf er fortan seine zugeteilte Funkerin beschützen. Natürlich hält der Friede nicht ewig, denn die Station wird überfallen und 15 unautorisierte Befehle abgesandt, die die eigenen Agenten zum Abschuss freigeben.
Ruhiger, aber spannender Thriller mit John Cusack und Malin Akerman, der eigentlich eine unspektakuläre Story hat, dafür aber irgendwie gut funktioniert, auch dank eines echt tollen Scores (von Christopher Paul Leonard-Morgan). 7/10

11 thoughts on “FFFTicker7/8”

    1. Ich denk, 3 bis 4 Filme pro Tag plus Opening Night sind very genießbar, sofern man am nächsten Morgen ausschlafen kann (Im meinem FFF-Hotel war damals ab 9 Uhr Rabatz auf den Fluren; dünne Wände, Staubsauger und Bedienstete mit Funkgeräten, lol xD). Hach ja, die Filmkoma-Zeiten sind für mich leider eh vorbei *sniff sniff* (:

  1. „Wrong“ hört sich etwas wirr an, aber will ich sehen. 🙂

    Echt? – „Europa Report“ hat Dir so gut gefallen.

    „Son of Cain“ könnte wieder mein Film sein, an „Kevin“ kommt natürlich kein Film ran. 🙂

    Jetzt weiß ich wieder, „The Numbers Station“ wurde als Leihvideo bei iTunes angeboten. Da hatte mich die RT-Bewertung abgeschreckt, aber wenn Du sagst, den kann man gucken.

    1. Natürlich hört sich Wrong wirr an, ist aber im Vergleich zu Upstream Colour ganz einfach und lustig :))
      Ja Europa Report hat mir gefallen, aber auch hier gab es nur Top oder Flop, nichts dazwischen.
      Wie gesagt, ich fand ihn nicht ganz so gut und auch etwas konstruiert. Vielleicht weil man ihn automatisch mit Kevin vergleicht.

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