BlondinenBevorzugt

Hitchcock von Sacha Gervasi

HitchcockWir schreiben 1959, „Der Unsichtbare Dritte“ feiert gerade seinen Kinoerfolg und Hitchcock muss sich Reporterfragen stellen wie: sollte man mit 60 nicht langsam aufhören zu drehen?
Angebotene Projekte kann oder will Hitchcock nicht verwirklichen, doch muss er für die Paramount noch einen Film drehen.
Wie der Zufall es will bekommt Hitchcock Blochs Buch „Psycho“ in die Hände, das wegen seiner Gewaltdarstellungen und der Geschichte, die lose an die Geschichte des Serienkiller Ed Geins angelehnt ist, nicht unbedingt zu seinen bisherigen filmischen Werken passt.
Doch Hitchcock liebt das Buch und will es verfilmen, da hilft auch Ehefrau Almas Bemühung nicht ihm das „Taxi nach Dubrovnik“ vom Freund Whitfield Cook schmackhaft zu machen. Doch dann verweigert auch Paramount die Unterstützung von „Psycho“ und Hitchcock entschließt sich den Film mit seinem eigenen Geld zu drehen, setzt alles auf eine Karte.

Wer bei „Hitchcock“ glaubt ein Biopic serviert zu bekommen wird sicherlich schwer enttäuscht werden, geht es doch ausschließlich um die Entstehung von „Psycho“.
Grundlage für Sacha Gervasis Film ist das Buch „Alfred Hitchcock and the Making of Psycho“ von Stephen Rebello, ein hochgelobtes Buch, wenn man so sagen darf.
Natürlich ist ein Film stets ein Film und man kann einfach nie jedes Detail unterbringen und sicherlich wird auch gerne mit Klischees gespielt; damit muss man hier leben können.
Ich persönlich hatte zunächst gar kein Interesse am Film, nichtzuletzt wegen Anthony Hopkins, der mir in den vergangenen Jahren zu eintönig wurde. In „Hitchcock“ nun ist er zwar auch ganz er, aber auch irgendwie der leicht feiste geniale Regisseur, der seinen Dickkopf durchsetzt, Spitzen und Lektionen verteilt, seinen Kontrollzwang auslebt wie auch seine Frustfresserei unappetitlich zur Schau stellt. Dabei bleibt er jedoch immer der inspirierte Künstler und durchtriebene Geschäftsmann, der selbst die Zensur zu überlisten weiß und die ewige Verachtung
An seiner Seite sehen wir Helen Mirren als seine Ehefrau Alma Reville. Großartig. Kein großer Mann ohne eine starke intelligente Frau im Hintergrund und auch wenn sie nach so vielen Ehejahren fast einer angeblichen Schwämerei erliegt, merkt man zu jedem Zeitpunkt, dass das Paar am Hintern zusammengewachsen war.
Natürlich gibt es auch eine Menge zur Entstehung des Films selbst. Das Casting, in dem Anthony Perkins eigentlich rüberkommt, als wenn er nicht viel für den Norman Bates zu verändern hatte; die Darsteller: eine geduldige und liebevolle Janet Leigh, die professionell alles mitmacht und eine Vera Miles, die bei Hitchcock etwas in Ungnade gefallen war und im Film erkannte, was nach „Die Zeit“-  oder „Der Spiegel“-Rezensenten erst viel später von echten Profis („Filmwissenschaftlern“) analysiert wurde und daher im Film faktisch falsch wäre (
lach), aber vergessen wir die Unken.
„Hitchcock“ ist ein absolut unterhaltsamer und humorvoller Streifen, der weniger echte Biografie ist, dafür aber ein interesantes Kapitel der Filmgeschichte wiedergibt, ob nun wahr oder nicht, für Hitchcockliebhaber auf jeden Fall zu empfehlen.8*:10

Hitchcock Directed by Sacha Gervasi Produced by Ivan Reitman Tom Pollock Joe Medjuck Alan Barnette Tom Thayer Written by John J. McLaughlin Based on Alfred Hitchcock and the Making of Psycho by Stephen Rebello Starring Anthony Hopkins Helen Mirren Scarlett Johansson Toni Collette Danny Huston Jessica Biel James D’Arcy Kurtwood Smith Michael Wincott Music by Danny Elfman Cinematography Jeff Cronenweth Editing by Pamela Martin Studio The Montecito Picture Company Cold Spring Pictures Distributed by Fox Searchlight Pictures Release date(s) November 23, 2012 (limited) December 14, 2012 (wide) Running time 98 minutes[1] Country United States Language English Box office $22,788,114

16 thoughts on “BlondinenBevorzugt”

  1. „Star Trek“-technisch ist hier eine temporale Anomalie auszumachen: Deine Antwort auf Yoshis Kommentar kam laut Zeitanzeige schon vor seinem Kommentar… xD

  2. Nope, mein Orientierungssinn ist zum Glück besser als der von DJ 🙂
    *Eigenwerbung betreib*
    Ich bin überhaupt viel pflegeleichter als son oller Panda… Nur ins Badezimmer würde ich in der nächsten Stunde besser nicht reingehen.
    *hüpft auf die Couch*
    Gucken wir nen Film? Angeblich solln dieses WE ein paar nette Gewaltfilme im TV laufen xD

  3. Oha, nach drei Budweisern fängt DJ bestimmt wieder von seiner wilden Jugend an, als er noch wie Herr Fassbender in „Shame“ und „Fish Tank“ durch die Gegend zog 🙂

SagWas!