WegeInsGlück

Cherry von Stephen Elliot

cherryInhalt:
Angelina ist gerade mal 18 und steht eigentlich kurz vorm High-School-Abschluss, doch die Arbeit in der Wäscherei und ihre Familie gehen ihr auf die nerven. Während die Mutter immer betrunken ist, sieht sich Angelina den Übergriffen ihres Vaters ausgesetzt.
Doch dann macht ihr ihr Freund einen gut bezahlten Job für Nacktfotos schmackhaft und nach einigem zaudern macht sie den Shoot und geht mit den 500 Dollars gemeinsam mit ihrem Schulfreund nach San Franzisko.
Angelina fängt als Servierin in einer Striptease Bar an und ist der Blickfang für viele Männer, bis ihr eine Kollegin den Tipp gibt wo sie noch mehr Geld für weniger machen kann: beim Pornofilm.

Fazit:
Vorurteilslos und mit erfrischender Sachlichkeit sollte Angelinas einstieg ins Pornobuisiness dargestellt sein. Na ja, fand ich eher nicht.
Da haben wir den Klassiker: super hübsche Blondine hat Alkoholiker-Mum und bösen Papa, natürlich eine jüngere Schwester, die sie über alles liebt und einen doofen Punkfreund, der sie drängt Nacktfotots zu machen. Dann lockt das viele Geld – okay 500 Dollars für ein paar Fotos lassen sich sehen, der Freund findet das dann doch nicht so gut, sie zeigt ihm den Stinkefinger und geht mit ihrem Kumpel und eigentlich Haustierersatz nach San Franzisko. Sie bekommt gleich einen guten Job in einer anständigen Stripbar, lernt einen netten Anwalt kennen, doch das Geld lockt und so folgt sie der Empfehlung einer Kollegin und geht mal eben in ein Pornoproduktionsbüro. Sie wird gleich angenommen, verdient ziemlich gut, ihre Pornoregisseurin verliebt sich in sie…blablablabla.
Aus vorurteilslos und sachlich wird schnell hochglanz und extrem geschönt. „Cherry“ zeigt nicht die „Karriere“ irgendeines hübschen Mädels, die wie die Mehrheit in irgendeiner schäbigen Hinterstübchen-Blümchentapeten-Drecksproduktion landet, nein Angelina aka Cherry landet bei einer gaaaanz netten Regisseurin, die mit ihr nur Pornos mit Frauen dreht. Dafür werden alle toll geschminkt und in echt schicke Latexklamotten gepackt und machen gut ausgeleuchtete nette Filmchen, die man auch in eine kesse Vogue packen könnte. Später will sie dann noch mehr Geld verdienen und geht dann zu Männern über, was aber letztendlich auch der Lacher ist, denn jeder hier hat schon „schlimmeres“ in den Pop-Ups von Serienjunkies gesehen hat.
Dann ist da noch die Lovestory zwischen ihr und ihrer Produzentin, die irgendwie auch sehr geschönt und makellos verläuft…und so im Nachhinein glaube ich, dass so viele gegangen sind, weil sie einfach mehr als einen modernen Bilitis erwartet haben.
Überraschenderweise läuft hier James Franco durchs Bild, der einen drogensüchtigen Anwalt und Angelinas Freund mimt. Aber schon nach dem ersten Männerdreh wirft er das Handtuch.
Total fehlplaziert war Dev Patel als Angelinas Schul- und Busenfreund. Er wirkt einfach viel zu jung und unerwachsen und passt einfach nicht zu Ashley Hinshaw. Dann ist da noch Heather Graham…na ja.
Ein kleiner, wenn auch kurzer Lichtblick war hingegen Lili Taylor als Angelinas Mutter.
Seltsam, Stephen Elliot schafft das unglaubliche: einen ewig lang wirkenden Film drehen, der die interessanten Sachen nur anreißt und alle Unwichtigkeiten vertieft.
Ich kann nicht sagen, dass Cherry weh tut, aber er ist einfach unbefriedigend, weil man sich mehr erhofft. Die tiefen Einblicke in die Szene oder Cherrys Gefühlswelt bleiben doch im Großen und Ganzen aus. Dafür gibt es schöne Bilder.
Schade – harmlos, aber für ein Debut noch in Ordnung.Zombie-6

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p>Cherry  R: Stephen Elliot  B: Lorelei Lee, Stephen Elliot  D: James Franco, Heather Graham, Dev Patel USA 2012

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