Blut,SchneeUndTrolle

Fantasy Filmfest Nights 2011

<

p>FFN11_PosterSo, ich bin zwar total müde, aber durch ein Reststück kalte Pizza, die mir gnädigerweise als Nachthappen übrig gelassen wurde wieder etwas bei Kräften. Die letzten beiden Tage waren so wie man sich Urlaub vorstellt: wenig Schlaf, mehr als 14 Stunden im selben Make Up und Klamotten, only Softdrinks und nichts zwischen den Zähnen, außer der Kehle des vor sich hingrunzenden Sitznachbarn.
Diesjähriger Trend: junge Nachwuchssehertwens, erklären ihren Kumpels und allen, die es auch nicht hören wollen die Welt und was wir gerade auf der Leinwand sehen, bzw. gesehen haben. Nachos mit Chili und Käse sind leicht rückläufig, dafür lässt die Mundhygiene beim ein oder anderen zu wünschen übrig und der Festival-Digitalfilm und Cinestar ist eine Geschichte voller Missverständnisse.
Ansonsten gab es wie zu erwarten viel Blutiges, Langweiliges im Schnee und der neue Traumberuf für alle, die es nicht zu Jack Daniels geschafft haben: Troll Hunter.
Zugegeben, ich habe nicht alle zehn Filme geschaut, so verzichtete ich heute auf „13 Assassins“, der Takashi Miike, die Sorge um meine unversehrte Seele war mir zu groß.
Nun ja, angefangen hat das Festival gestern mit der Hammer Produktion „Wake Wood“ einer klassischen Gruselstory mit Wiedererweckten, die so oder so ähnlich auch schon mit Vinnie Price da war, dafür hier aber den leckeren Aiden Gillen zu bieten hatte, der sogar sexy Kaiserschnitte an Kühen vollführen kann.
Danach gab es ne echte Gurke und da sage ich nur: lasst Euch nix erzählen, der Film ist ein Witz, „Essential Killing“. Zum Nachdenken mag er anregen, aber ich dachte nur darüber nach, warum man mir 83 Minuten meines wertvollen Lebens gestohlen hatte, nur um einen bärtigen Muselmanen, nachdem verschleppt und gefoltert durch die Wälder Polens flüchten zu sehen, das natürlich mit mieser Kamera und Musik und ohne ein Wort zu sagen.
Dritter Beitrag war „Mother’s Day“ der routinierte Beitrag des Traumkinos zum Thema Kindererziehung: So macht man es richtig. In der Hauptrolle Rebecca De Mornay, die mittlerweile in dieser Art von Rolle ihr zu Hause gefunden hat.
John Landis präsentierte danach „Burke & Hare“, die wahre Geschichte der zwei legendären Grabräuber, die bei Landis natürlich geschönt, lustig und mit weißen Zähnen über die Leinwand ging, während das originale Duo gemeine alte Frauen- und Kindermörder waren. Eine Gelegenheit Simon Pegg und Andy Serkis auf der Leinwand zu sehen (beide wunderbar) und dem Showman Landis an den Lippen zu hängen.
Der krönende Abschluss des Samstags war dann ein koreanischer Film, um den ich mich eigentlich drücken wollte, aber im Zuges des Herdentriebs dann doch geguckt habe: „I Saw The Devil„. Toller nervenaufreibender Thriller über einen Serienkiller und seine Nemesis. Großartig gespielt, blutig und absurd abartig, aber ein guter Abschluss des Tages.
Heute dann begann der Tag um 13.00 Uhr mit Joe Dantes „The Hole 3D„, ein ausgesprochen sympathischer, sauberer Film über kindliche Protagonisten, die im Keller ihres Hauses einen Höllenschlund entdecken, der ihre Ängste zu Tage fördert und sie in echt damit konfrontiert. Voll ok.
Zur rechten Kaffeezeit, leider ohne Torte wurde uns dann der Spanier „Kidnapped“ serviert. Auch wenn ich mich die ganze Zeit darum bemühte die Anfangssequenz im Rest des Filmes unterzubringen und zu verknüpfen, was mir nicht gelang, war die eigentliche Geschichte ein echter Tritt ins Gesicht. Unbarmherzig, nervig, hysterisch und böse. Ein Grund, warum ich mir niemals ein abgelegenes Haus ohne eigene bewaffnete Armee zulegen würde.
17.00 Uhr, das Kino ist fast bis auf den letzten Platz ausgefüllt, Fredi preist noch schnell eine Sodomie-Romanze zwischen einer Frau und einem, äh was war es – Yeti? Also irgendein Zotteltier und einer Frau an, dann geht die Wackelkamera in die Poleposition: „The Troll Hunter“ beginnt. Norwegen – ein Land voller Bäume und Natur und wir lernen wozu die vielen Strommasten wirklich da sind und dass UV-Licht eine traumatische Reaktion bei Trollen hervorruft. Wir lachen und jauchzen und freuen uns über: No Trolls Were Harmed In This Film.
Mein letzter Streifen des diesjährigen FF-Nights war dann „I Spit On Your Grave„. An das Original kann ich mich nicht erinnern, aber das aktuelle Remake ist in Ordnung. Rape and Revenche eben, blutig und alttestamentarische Handlungsweise.
Insgesamt ein ordentliches Wochenende, zwar ohne Überfilme, aber nur einem Flop, der die Bezeichnung auch verdient. swing

Etwas ausführlichere Reviews dann ab morgen.

9 thoughts on “Blut,SchneeUndTrolle”

  1. Nun gut, wenn ich zwei Tage lang den-Anderen-die-Welt-erklären-wollende-Twens, vor sich hingrunzende Sitznachbarn mit mangelnder Mundhygiene und den Geruch von Nachos mit Käse und Chili ertragen soll, dann kann ich mir in der Tat eine bessere Freizeitbeschäftigung bzw. Urlaub vorstellen. :no: Hilfe!

    „I Saw the Devil“ steht auch schon ne Weile auf meiner Liste, jetzt weiß ich, dass er sich wirklich lohnt. „I Spit on Your Grave“ habe ich gerade auf DVD erstanden. Bin gespannt was Du so schreibst. „Kidnapped“ könnte mich interessieren. 🙂

  2. :)) ja natürlich kann ich mir 1000 bessere Urlaubsszenarien vorstellen.

    Ich glaube auch, dass Dir „I Saw the Devil“ gefällt. Ist eben Asia-Kino, aber etwas zugänglicher als das Gros. Oft steht ja eine gute Idee im Mittelpunkt, die dann mehr oder weniger langatmig umgesetzt wird, meist mit schlechter Musik. Der hier ist trotz seiner 141 Minuten sehr kurzweilig und entsprechend ohne Längen erzählt.

  3. Hihi, schöne Zusammenfassung! „13 Assassins“ werde ich trotz der Gefahr für meine ebenfalls total unschuldige Seele sehen, und ich bin schon gespannt, ob „Essential Killing“ für mich ebenfalls son Griff in die Sanitäranlage wird wie für dich :).

  4. Ja guck ihn nur und bade in Blut, denn 200 gegen 13 – wo sollte es bei einem Japaner da enden? ^.^
    Och und was den Gallo angeht – zwischen Ameisensnack und dem Überfall auf eine stillende Mutter bleibt sicher viel Interpretationsspielraum 😉

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