SchlagMich

The Killer Inside Me von Michael Witterbottom

TheKillerInsideMeInhalt:
Deputy Sheriff einer texanischen Kleinstadt Lou Ford, ist der Typ Mann, von dem man nie niemals denkt er könne einer Fliege etwas zu leide tun. Doch die Menschen irren. Schon als Jugendlicher machte er sich pädophilen Übergriffen schuldig wofür sich sein Bruder verantworten musste. Mittlerweile ist er zum Sadisten gereift und lebt seine Fantasien an der Prostituierten Joyce aus, während er mit Freundin Amy Stanton die Fassade des Saubermanns aufrecht erhält. Doch er wird unbeherrscht und ehe er sich versieht, pflastern Leichen seinen Weg.

Fazit:
Tja was haben wir hier?
Ein Wolf im Schafspelz namens Lou. Deputy Sheriff und äußerst beliebt in seiner texanischen Kleinstadt, ist er doch der Sohn des einstmals einzigen Arztes dort. Lou ist wie die Geschichte schon früh zeigt, sadistisch veranlagt. Als er den Auftrag erhält die Prostituierte Joyce aus dem Ort zu jagen, „verliebt“ er sich sofort in sie, denn sie lässt sich gerne schlagen und ist genau das was er braucht. Eine heiße Beziehung entwickelt sich. Parallel dazu ist er mit der netten Amy verbändelt, die von seiner Affäre nichts weiß. Doch Lou hat langsam genug von Joyce, die als Kunden den sehr in sie verknallten Sohn des Baumoguls Conway hat. Lou beschließt Joyce zu erschlagen, den Conway Sohn zu erschießen und ihm den Mord an Joyce in die Schuhe zu schieben. Doch auch wenn es zuerst nach einem perfekten Plan aussieht, sind ihm Staatsanwalt- und Polizeigewerkschaft dicht auf den Fersen. 
Zwischenzeitlich zeigt uns Winterbottom in Rückblenden Erklärungsversuche wieso Lou so geworden ist wie er ist und das ist eines der großen Mankos an der Story.
Lou ist von Kind auf pädophil veranlagt, vergewaltigt, noch selbst ein Junge, ein kleines Mädchen. Weiterhin wurde er als Jugendlicher vom Kindermädchen des Hauses animiert diese zu schlagen, schon sein Vater hatte nämlich eine Sado-Masochistische Beziehung mit der Angestellten. Nun, erklärt das seine sadistische Ader? Also für mich nicht. Auch wird nichts darüber gesagt, ob und wenn ja er schon andere Frauen gequält oder gar getötet hat und so kommt sein Gewaltexzess an Joyce dann auch sehr überraschend und ist schier unerträglich anzusehen. Winterbottom zeigt das Zerschlagen Albas Gesichts in epischer Breite was den Film eigentlich nicht wirklich weiterbringt, aber durchaus Kontraste setzt. Alles weitere Handeln Lous ist dann auch schwer nachvollziehbar bis hin zum absolut dämlichen Schluss des Ganzen, aber ich will Winterbottom nicht verurteilen, denn er hält sich ganz präzise an die Buchvorlage Jim Thompsons! 
Es ist eben ein Pulp-Roman, der weder in die Tiefe geht, noch befriedigende Erklärungen gibt. Das einzige was man dem Regisseur vorhalten könnte wäre die schlechte Auswahl seiner Vorlage und/oder die zwei Gewaltszenen, die wirklich schwer zu ertragen sind und in der Form nicht nötig gewesen wären.
Abschließend ist noch zu sagen, dass es alles andere als leicht war dem texanischen Akzent der Darsteller und insbesondere dem Genuschel Casey Affleks zu folgen, dennoch fand ich ihn in dieser Rolle gut besetzt wie auch Jessica Alba und Kate Hudson. Für diesen Film ist kein großes Schauspiel gefragt, sondern gute Gesichter die sich in das zwar langsame aber bunte Treiben einfügen.
Wie schon die literarische Vorlage kein Überroman ist ist auch der Film alles andere als ein herausragendes Werk, dennoch versucht Winterbottom, dessen Wahl hier Rätsel aufgibt, filmisch das beste aus der Geschichte herauszuholen.
Für Liebhaber der Pulpfiction ein durchaus annehmbarer Film-Noir.
7-10

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p>USA 2010 / 35 MM / 120 MIN / ENGLISCHE OV REGIE MICHAEL WINTERBOTTOM DARSTELLERCASEY AFFLECK / KATE HUDSON / JESSICA ALBA / NED BEATTY / ELIAS KOTEAS / TOM BOWER / SIMON BAKER / BILL PULLMANDREHBUCH JOHN CURRAN / BUCHVORLAGE: JIM THOMPSON PRODUZENT CHRIS HANLEY / BRADFORD L. SCHLEI / ANDREW EATON KONTAKT WILD BUNCH GERMANY

5 thoughts on “SchlagMich”

  1. Caseys Stimme ist einfach ziemlich ätzend.
    Ich mag diese Krimis im Groschenromanheftstil ganz gerne (ok ich oute mich, ja ich habe gerne „Mike Hammer“ gesehen :)) ). Gut mehr drive hätte er haben können, aber es gab ja auch nicht die volle Punktzahl.

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