OhneWennUndAber

Drecksau – Filth von Jon S. Baird

Bruce Robertson ist ein Menschenhasser, kokainabhängig, alkoholabhängig, frauen- , und fremdenfeindlich, korrupt und total intrigant. Bruce ist Sergeant bei Edinburghs Polizei und will unbedingt befördert werden!
Das er eigentlich überhaupt nicht arbeitet kann er gut überspielen und es gilt ohnehin zunächst die Konkurrenten aus dem Spiel zu nehmen. Dass er damit betraut ist den Mord an einem japanischen Studenten aufzuklären ist dabei nur Nebensache. 
Bruce ist eine echte Drecksau, da macht er uns nichts vor. Er beschädigt den Ruf seiner Kollegen, vögelt mit deren Frauen rum, manipuliert die Menschen wo es nur geht und verliert nach und nach die Bodenhaftung. Das wird kein gutes Ende nehmen!

„Drecksau“ hat mich ehrlich gesagt kalt erwischt, denn mit Irvine Welsh kann ich so gar nichts anfangen. Für meinen Geschmack sind seine Geschichten verbal zu robust und tendenziell auch unappetitlich. Ich stehe nicht so sehr auf dies Art von Sozialdramen, aber gut hier geht es ja um eine arme Sau von psychisch kranken Polizisten, der seine Umwelt drangsaliert, Menschen verletzt und erniedrigt und sich selbst dabei mit zugrunde richtet.
Sergeant Bruce Robertson will nichts mehr als eine Beförderung und dafür geht dieser ausgesprochen faule und korrupte Polizist aufs Ganze. Er blamiert seine Mitkandidaten durch massives Mobbing, dass er dann wiederum anderen in die Schuhe steckt, schläft mit den Frauen seiner Kollegen und auch sonst mit jedem hilflosen weiblichen Opfer, sofern sich die Gelegenheit bietet, kokst, trinkt zu viel Alkohol und ist einfach nur widerlich. Doch Bruce hat auch eine andere Seite, er ist verzweifelt, irgendwas in seiner Vergangenheit hat ihn traumatisiert, so sehr dass er psychisch erkrankte, so langsam schizophren wird und anfängt zu fantasieren, was ihn noch unberechenbarer macht.
Ich bin sicher die Romanvorlage ist wesentlich komplexer als diese Verfilmung, dennoch möchte ich behaupten Jon S. Baird hat da etwas recht schräges und dank der Hingabe James McAvoys hoch Ansehbares geschaffen. Kein leichter Streifen wird man doch ständig verwirrt durch Sequenzen, in denen Bruce‘ Frau spricht und man nicht so recht weiß, was das soll, dazu kommen die seltsamen Visionen einer Psychotherapie und Bruce Sicht der Menschen in Form von Tierköpfen, was den psychischen Zusammenbruch ankündigt. Dazwischen spielt sich gekonnt das Drama dieses abgefuckten Typen ab, das so einige irrwitzig komische Szenen hat, an denen in nicht unerheblichen Maße auch Eddie Marsan beteiligt ist – wunderbar.
„Drecksau“ oder im Orginal „Filth“ (warum immer diese deutschen Titel?) ist schwer zu beschreiben, bunt, laut, zerschnitten und überdreht, also nicht perfekt und kurz hatte ich Gedanken wie: warum tue ich mir das an? Aber letztendlich hat mich dieser Film erreicht, auch wenn (fast) alle Mädels irre dünn waren und irgendwie viel gerammelt oder gekotzt wurde.

Vielleicht sollte man das Wagnis einfach mal eingehen.

Filth Directed by Jon S. Baird Produced by Jon S. Baird Mark Amin Christian Angermayer Will Clarke Stephen Mao Ken Marshall Jens Meurer Celine Rattray Trudie Styler Screenplay by Jon S. Baird Based on Filth by Irvine Welsh Starring James McAvoy Imogen Poots Jamie Bell Eddie Marsan Music by Clint Mansell Cinematography Matthew Jensen Editing by Mark Eckersley Studio Steel Mill Pictures Film i Väst Distributed by Lionsgate (UK) Release date(s) September 16, 2013 (Old Town Taito International Comedy Film Festival) September 27, 2013 (Scotland) October 4, 2013 (UK) Running time 97 minutes[1] Country United Kingdom Language English Budget £3 Million

7 thoughts on “OhneWennUndAber”

  1. Guten Tag!

    Tztztz… Was du dir auf deine alten Tage so antust! ;-D

    Hast du eigentlich „Dead in Tombstone“ gesehn?
    (Gestern geguckt)
    Mal ein etwas anderer Western. Sinnfrei aber unterhaltsam. 😉
    Danny Trejo kommt ihn seiner Rolle auch gut rüber.
    Vielleicht treffen wir uns ja (auch) in der Hölle. ;-))

  2. Aha, hört sich ganz nach einem Film nach meinem Geschmack an, ich mag solche Dramen. Auch mag ich James McAvoy so gerne. Hat, glaube ich, in den U.S.A. noch gar keinen Kinostart geplant, wird also auch auf VOD/DVD geschaut. Warum manche Original-Filmtitel merkwürdige deutsche Filmtitel bekommen, kann ich mir auch kaum erklären. Bei „Filth“ kann ich verstehen, dass er einen deutschen bzw. anderen Titel bekommt. Die Mehrzahl der Deutschen weiß sicher nicht, was Filth bedeutet und aussprechen können sie es auch nicht, wenn sie an der Kinokasse stehen. :))

    1. Könnte mir vorstellen, dass er den Amis etwas zu deftig ist. Wo sollten sie anfangen zu schneiden und wo aufhören? :)) McAvoy ist großartig, also hier besonders. Seine Rolle ist total heruntergekommen und eine brisante Mischung aus richtig bösartig und schwer hilfebedürftig und er macht das wirklich sehr gut.

  3. Auf den Film freue ich mich schon sehr. Das Buch fand ich schon super, obwohl ich mich sehr an Welsh‘ Schreibweise und überhaupt an alles von ihm erst geöhnen musste. Ich hoffe einfach mal, dass James McAvoy seine Sache gut macht. 😉

SagWas!