DerTrittZumSchwächeren

Hounds of Love von Ben Young

Directed by Ben Young
Produced by Melissa Kelly
Written by Ben Young
Starring Emma Booth, Ashleigh Cummings, Stephen Curry
Cinematography Michael McDermott
Edited by Merlin Eden
Distributed by Label Distribution, Gunpowder & Sky, Arrow Films, UFO
Release date 2016
Country Australia
Language English
108 MIN / ENGLISCHE OV

 

Vicky hasst ihre Mutter, denn die hat sich vom Vater getrennt und sie in diese unmögliche Gegend in dieses unmögliche Haus verfrachtet und macht ihr nun auch noch Vorschriften wann und mit wem sie um die Häuser ziehen darf. 
Nun ja heute ist da wohl nichts mehr drin, nach ihrem Streit, aber Vicky wäre keine clevere Teenagerin, wenn sie nicht den Weg aus ihrem Zimmerfenster fände, um doch auf Party zu gehen.
Doch das neue Haus steht nicht wirklich in einer vertrauenerweckenden Umgebung und so ist Vicky zunächst auch vorsichtig als das Auto am Straßenrand anhält und ein Ehepaar ihr Joints und  eine sichere Mitfahrt anbietet. Doch sie sind so nett und außerdem haben sie einen Kindersitz im Wagen, also nimmt Vicky das Angebot an und macht den schwerwiegendsten Fehler ihres Lebens.

Hounds of Love ist ein klassischer Entführungsthriller und doch sehr anders. In diesem australischen Streifen wird die Geschichte eines vielleicht mal normalen, aber nun gestörten Ehepaares erzählt, die sich darauf spezialisiert haben Teenagerinnen zu entführen, zu misshandeln und zu töten.
Vicky ist genau so ein Lämmchen, das auf ihre Masche hereinfällt und landet gefesselt an Bett im Gästezimmer, wo sie zunächst von Ehefrau Evelyn nur ruhig gestellt und versorgt wird. Doch schon bald ist Schluss mit lustig und Entführer John wird übergriffig.
Wir sehen dabei keine expliziten Misshandlungen, nein die Türen schließen sich und wir hören nur oder sehen Kleinigkeiten, Reimen uns zusammen was das Mädchen erleiden muss und können an ihren Augen ablesen was passiert sein mag und was sie nun versucht. Wir sehen eine Ehefrau, die ihr Kind verloren hat und von ihrem nutzlosen Mann gedemütigt und drangsaliert wird, die dennoch von ihm abhängig ist und einen Mann, der nichts auf die Reihe bekommt und seinerseits von jeden mittelmäßigen Gauner ins Kreuzfeuer genommen wird. Alles entlädt sich an den entführten Mädchen, die von John irgendwo in den Wäldern entsorgt und die nie wieder gefunden werden.
Young inszenierte „Hounds of Love“ ganz indiemäßig unspektakulär, hat dafür aber wirklich ein paar gute Darsteller am Start, von denen vor allen Emma Booth Mut zur Hässlichkeit hatte und Ashleigh Cummings mehr als nur niedlich war.
So erträgt sie als Vicky alles und verliert nie den Mut zu entkommen oder eine Nachricht aus dem Haus zu schicken, nicht bereit zu sterben manipuliert sie Evelyn mit Konsequenzen.
Insgesamt ein mehr als ordentlicher Thriller, der sich nicht an der Gewalt ergötzt, sondern vergleichsweise realistisch am Überleben hängt.

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