Seelenwanderungen

Soul von Pete Docter für PIXAR Animation Studios/Disney

Directed by Pete Docter
Produced by Dana Murray
Written by Pete Docter, Mike Jones, Kemp Powers
Starring  Jamie Foxx (Joe Gardner), Tina Fey (22), Graham Norton (Moonwind), Rachel House (Terry), Alice Braga (J, Richard Ayoade (Jerry), Phylicia Rashad (Libba), Donnell Rawlings (Dez), Questlove (Curley), Angela Bassett (Dorothea Williams)
Music by Trent Reznor, Atticus Ross, Jon Batiste
Cinematography  Matt Aspbury, Ian Megibben
Edited by Kevin Nolting
Production companies : Walt Disney Pictures, Pixar Animation Studios
Distributed by Walt Disney Studios Motion Pictures
Release date  October 11, 2020 (BFI), December 25, 2020 (United States)
Running time 101 minutes
Country United States
Language English
Budget $150 million+
Box office $7.6 million

Joe Gardner ist Musiker, dessen größter Traum es ist wie sein Vater eines Tages auf der Bühne zu stehen und in einer Jazzcombo zu spielen. Doch bislang hat es nie gereicht und so muss er seinen Lebensunterhalt als Musiklehrer bestreiten. Joe ist ein guter Musiklehrer und bekommt einen Vollzeit-Festvertrag angeboten, aber ausgerechnet jetzt bekommt er gleichzeitig die große Chance mit der wunderbaren Dorothea Williams aufzutreten, als alles ganz anders kommt und Joe stirbt…


Eines bleibt PIXARs Konstante, im Vergleich zum Hauptkonzern Disney: Fantasie. Keine Prinzessinnen oder hübsche Mädchen, die mit knuddeligen Tieren Spaß haben und ihren Traummann bekommen, nein hier macht man sich noch wahrhaftig Gedanken um Themen wie Gefühle, Tod, und den Sinn des Lebens. Und nicht nur das, auch diese zu visualisieren, kind- wie erwachsenengerecht. In „Soul“ geht es um unsere Seele ; woher sie kommen mag, wie sie entsteht, geprägt wird und was ihre Bestimmung ist. Es geht um den Sinn des Lebens, dem Streben nach Lebenszielen, den Fokus darauf zu verlieren und oder zu finden. Was macht das Leben lebenswert? Für unseren Protagonisten Joe Gardner ist das zunächst völlig klar: nur er und sein Klavier, die Jazzmusik und die Möglichkeit diese auf der Bühne einem Publikum zu präsentieren, ist das Ziel und die Erfüllung. Dabei verliert er die Sicht auf die Welt um sich herum, seine großartige Arbeit mit den Kindern als Musiklehrer, seine Fähigkeit etwas zu bewirken und weiterzugeben. Irgendwie hat sich Joe in seinem Ideal verloren und dann stirbt er auch noch, als er es fast geschafft hat, in einen Gulli. Doch Joes Seele gibt nicht klein bei und verweigert sich dem Jenseits, ja er findet sogar einen Weg sich davon zu schleichen und landet in der Seelenschule, dem Vorseits. Hier werden die Seelen auf ein künftiges Leben vorbereitet und mit spezifischen Eigenschaften vorgeprägt, aber um endgültig bereit für das Leben zu sein, bekommen sie einen Seelenpaten, eine bereits verstorbene Seele eines großen Geistes, der ihnen den entscheidenen Lebensfunken geben soll. Als ein solcher gibt sich dann auch Joes Seele aus und bekommt ausgerechnet den schwierigsten Fall im Universum zugeteilt: 22!
Die Zahl ist Programm und zeigt uns wie lange die Seele sich schon dem Leben verweigert, doch Joe gibt nicht auf, denn er will wieder auf die Erde in seinen Körper. Auf dem Weg dahin kommt es dann allerdings zu Komplikationen, denn er schafft es tatsächlich mit 22 „runter“ doch nun steckt 22 in ihm und er in einer Therapiekatze, gleichzeitig ist ihm der Seelenzähler des großen Jenseits Terry auf den Fersen und will ihn zurückbringen. Und während 22 die Welt und ihre Schönheit im präcovidalen New York entdeckt, denkt Joe nur an seinen Gig und wie er auf die Bühne kommt und verpasst den Sinn des Lebens um ein Haar.
Zu Guter Letzt gibt es ein Happy End, bei dem wenigstens etwas offen bleibt, aber so auch in Ordnung ist.
Darüber hinaus ist „Soul“ aus ein wunderbarer Jazzfilm, auch wenn der Score unerwarteter Weise von Reznor und Ross stammt. Der Film und seine Animationen sind smooth und die Liebe zum Jazz sitzt tief verwurzelt. Im Kontrast dazu sehen die kubistischen nach fünfziger Jahren anmutenden Animationen des großen Jenseits mit seinen Jerrys und Terry und den fluffig bunten Bauten dort. Für meinen Geschmack wurde das Jenseits (wie die Echtwelt) toll umgesetzt. PIXAR verzichtet weiterhin auf zu menschenähnliche Figuren, abstrahiert an den richtigen Stellen und bringt alles zusammen in höchster Qualität auf de Leinwand. Mein Wermutstropfen ist natürlich, dass ich den Film nicht auf der großen Leinwand sehen konnte, dennoch hat Disney alles richtig gemacht „Soul“ jetzt zu veröffentlichen, denn die Zeit ist einfach perfekt und der Film sicher für viele Balsam auf die Seele.

 

 

3 Gedanken zu „Seelenwanderungen“

  1. Happy New Year. Auf ein hoffentlich besseres Jahr und dass Du und Deine Lieben gesund bleiben und der Corona-Albtraum bald vorbeigeht. 🙄

    Das stimmt, Fantasie haben die Pixar-Leute wirklich, so eine Geschichte (und auch mit so vielen Details) muss man sich erst mal einfallen lassen. Woher Du die Figuren aus dem Davorseits/Jenseits genau kennst, ist Dir immer noch nicht eingefallen? 😃Schade.

    Ich glaube auch, dass gerade dieser Film im Kino noch besser gewirkt hätte. Mittlerweile mache ich mir echt ernsthaft Sorgen um die Kinobranche. 😩

    1. Hey, danke. Ich wünsche Dir und Deinen Lieben auch ein frohes und gesundes neues Jahr.
      Ja, die Kinobranche leidet und die Streaming Dienste schießen wie Pilze aus dem Boden, dass ich gar nicht weiß, wo das hin führen soll, zumal wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht und gar nicht mehr versucht wird was ordentlich ins Kino zu bringen. Keine wirklich schöne Entwicklung und ich hoffe sehr, dass dem dieses Jahr noch etwas entgegengesetzt wird. Heimkino ist auf Dauer so öde.

      Nein woher ich die Figuren kenne, weiß ich nicht mehr. Vielleicht war es auch nur ein Film Vorspann; irgendwann fällt der Groschen vielleicht noch :))

      1. Danke 🥰

        Ja genau, einen Film zu Hause zu sehen, ist halt auch nichts Besonderes. Du hast den Zugang zu endlos vielen Filmen, kannst Dich kaum entscheiden und das Leinwand-Erlebnis fehlt völlig.

        Die weltweit größte Kinokette (AMC) ist – ohne ne Finanzspritze von 750 Millionen – pleite. Ist eigentlich nicht soo viel, verstehe nicht, dass sich da bislang noch kein Investor gefunden hat. Vielleicht liegt die Zukunft der Branche in den Kinos, die den Studios gehören und in kleineren (Arthouse-)Kinos, die den Streamingfirmen und einzelnen Filmemachern (Tarantino hat ja auch vor Jahren eines gekauft) gehören. In jeden Fall wesentlich weniger Kinos und das ist der Tod der Filme, die mit einem mittleren Budget produziert wurden.

        Mit „Soul“ kann Disney auch nicht viel Geld verdienen, aber ihre „Mulan“-Strategie ist ja wohl auch gehörig schief gelaufen. Ich glaube, die wissen alle im Moment noch nicht so richtig, wie die Zukunft profitabel aussehen kann.

NurZuTrauDich!

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