Überlebenswille

The Grey von Joe Carnahan

TheGrey-Inhalt:
Eine Ölbohrstation in Alaska – hier arbeiten nur die ganz harten Männer, die in normalen Leben nicht unbedingt mehr einen Platz finden. Auch Ottway hat sich dorthin zurückgezogen, nicht weil er auch zu den Haudegen gehört, sondern vielmehr um vor dem Schmerz zu fliehen. Er hat seine große Liebe verloren und ist mittlerweile Lebensmüde. Ottway sorgt für die Sicherheit der Männer draußen im Schnee, denn nicht selten sehen die sich Angrifen wilder Tiere wie Wölfen ausgesetzt.
Als eine Gruppe Arbeiter, unter ihnen Ottway, auf „Heimaturlaub“ gehen, passiert jedoch das was man sich am wenigstens wünscht: die Maschine stürzt irgendwo im Nirgendwo ab. Ottway hat mit einer Hand voll Männer überlebet, doch nun sehen sie sich plötzlich nicht nur ohne Nahrung der unmenschlichen Kälte ausgesetzt, sondern bekommen auch noch Besuch von einem Wolfsrudel, das ihnen nicht freundlich gesonnen ist.

Fazit:
Ich will es kurz machen: nachdem ich Donnerstag noch versucht hatte gute Miene zum bösen Spiel zu machen, ärgere ich mich von Tag zu Tag mehr über diesen Film. Nicht dass der Überlebenskampf und die Problemchen der recht unterschiedlichen Herren besonders schlecht inszeniert wäre, es ist vielmehr dieses absolut archaische Bild des Gegeners hier die Wölfe, was mich richtig abgetörnt hat. Sicher sind Wölfe keine Spielgefährten und ja, sie sind intelligente Jäger, aber das ein Rudel, selbst wenn ausgehungert und man an ihrer Basisstation ist, anstatt sich der üppigen Leichen zu bedienen acht Männer verfolgt und systematisch umbringt, ist so grottendumm und befriedigt meines erachtens nur die ganz niedrigen Jagdinstinkte der Macher, die so unbehelligt Wölfe schießen und Metzeln können. Was ein Schwachsinn, das geht nicht mal metaphorisch durch.
Tut mir leid, ich kann es überhaupt nicht durchgehen lassen, dass irgendwer oder was in dieser Art und Weise dämonisiert wird, nur um eine Überlebensgeschichte attraktiver zu gestalten.
Ungeachtet dessen spielt Liam Neeson wirklich großartig. Das ist genau seine Figur, die Tragik herzzerreißend, aber im Großen Ganzen geht es einfach nicht.1:10
„The Grey“ und ich werden niemals Freunde und ich kann Herrn Carnahan nur die Zähne zeigen.

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p>USA 2011 – Originaltitel: The Grey – Regie: Joe Carnahan – Darsteller: Liam Neeson, Frank Grillo, Dermot Mulroney, Dallas Roberts, Joe Anderson, Nonso Anozie, James Badge Dale, Ben Bray, James Bitonti – FSK: ab 16 – Länge: 117 min.

8 thoughts on “Überlebenswille”

  1. Huhu!

    Scheint eine „Der-Flug-des-Phönix-Polar-Version“ zu sein.
    Man nehme einen alten Plot, ersetze Hardy Krüger mit Liam Neeson –
    fertig ist die neue Filmsuppe..;-)

    Ich hab gestern „Bad Boy Bubby“ (AUS’93) geguckt.
    Famose schwarze Komödie! Kennst ja sicher auch, oder!?
    Als Double-Feature-Erweiterung würde sich „Bubba Ho-Tep“
    eignen. Was meinst?..;-)

  2. Wundert mich jetzt, dass Du den Film nicht kennst.
    (Bad Boy Bubby) Wirklich allerfeinst!
    (Mal gucken, ob ich noch wat finde..;-)
    Hast jetzt schon mal „Another Earth“ geguckt?
    (Will endlich dein dazu Urteil lesen/wissen..;-)

  3. Hey Cäpt’n!
    Klassiker bleiben halt unvergessen.
    Die meisten neuen Hollywood-Filme kann man
    in die Tonne schmeissen. In 20 Jahren erinnert
    sich kein Mensch mehr an „Crank-Müll“.
    Dagegen bleiben Filme wie „Harold & Maude“ oder
    „Einer Flog über’s Kuckucknest“ als Kulturgut erhalten.
    Tja..;-)

SagWas!