DasKrankhafteSelbstbild

In Her Skin – I’am You von Simone North

InHerSkinInhalt:
März 1999, es ist 18.00 Uhr und Mr. Barber wartet vergebens auf seine Tochter Rachel. Sie wird auch nicht mehr kommen. Die Eltern sind verzweifelt, wissen, dass etwas passiert ist, doch die Polizei reagiert nicht. Nicht so früh und nicht bei einer Pubertierenden.
Nach ein paar Tagen rückt Rachels Freund mit der Sprache heraus: angeblich hatte sie nach dem Balletunterricht noch einen „Job“. Viel Geld für wenig arbeit. Ganz vetrauenswürdig, von einer alten Freundin. Doch wer ist diese Freundin? Zeugen melden sich. Ein Phantombild und dann die schreckliche Wahrheit.

Fazit:
Obwohl der Vorsatz: eine wahre Geschichte im Vorspann stand, bekommt der Zuschauer von Simone North nur Häppchen zugeworfen. Aus verschiedenen Perspektiven wird das Verschwinden der 15jährigen Rachel Barber erzählt. Während zu Beginn die Kamera wie losgelöst über Wald und Wiesen schwebt, die tanzende Rachel zeigt und später sie und ihrem Freund auf einer Waldlichtung, wechselt im Folgenden die Sicht zwichen den Eltern, die vergebens auf die Tochter warten und ohne Erfolg die Polizei alarmieren, Abrissen aus Rachels letzten Stunden, bevor sie verschwand und der ehemaligen Nachbarstochter und Babysitterin der Familie Caroline. Während die Barbers und Rachels Figuren blass bleiben und scheinbar nur dazu dienen zu erzählen was passierte, wird die Hauptdarstellerin Caroline in den Fokus genommen. Caroline ist psychisch gestört. Depressionen und Selbsthass machen aus ihr eine schwer umgängliche Person und selbst ihre Eltern wenden sich von ihr ab. Der Vater, den sie abgöttisch liebt, nimmt sich keine Zeit für sie und die Mutter ist angewiedert von Carolines verbalen Attacken und dem was sie niederschreibt. Neidisch und in voller Sehnsucht nach einer heilen liebenden Familie schielt Caroline auf die Barbers und besonders auf Rachel. Sie ist das ganze Gegenteil zu Caroline: schön, schlank, talentiert, intelligent und beliebt. Im Laufe der Jahre manifestiert sich Carolines Psychose immer mehr und mit ihr der Gedanke in Rachels Haut schlüpfen zu wollen, bis sie 1999 endlich Rachel in eine Falle lockt und sie tötet.
Simone North hatte Glück für die Rolle der Caroline die absolut überzeugende Ruth Bradley gewonnen zu haben. Ohne sie wäre der Film keinen Buchstaben wert, trotz Miranda Otto, Guy Pearce und Sam Neills. Man erfährt praktisch kaum etwas über die Figuren und Rachels Familie, außer das sie in Friede, Freude, Eierkuchen gelebt haben und auf die Supertochter Rachel stolz waren. Die war bei allen beliebt, hatte einen Freund und war reichlich naiv. Im Gegensatz dazu erfährt man etwas mehr über die Täterin Caroline, die offensichtlich jahrelang ohne geeignete Therapie sich selbst überlassen wurde, von ihren Eltern abgelehnt und ohne Freunde in eine kleine billige Wohnung abgeschoben. Ohne Hilfe und Zuspruch steigert sich Caroline in einen Traum, der ihr ein neues Leben verheißt: töte die Schöne und schlüpfe in ihre Rolle und tatsächlich hat Caroline der Mord an Rachel befreit.
Erklärungen oder irgendwelche Weisheiten übermittelt der Film nicht, wie auch? Die Tat ist für einen gesunden Menschen überhaupt nich nachvollziehbar. Ein krankes Verbrechen von einer geistig kranken Person.
Leider konnte North bei der Darstellung der Familie überhaupt nicht punkten, die Szenen konnten nicht berühren, das Mitleid hielt sich somit in Grenzen, dafür hat er auch nicht verurteilt, wenigstens nicht die Täterin, die nach meinem Dafürhalten nicht mehr zurechnungsfähig war.
Vom güldenen Lichtzauber bis hin zum unerträglichen Ausbruch einer psychisch kranken Frau vor ihrem Vater wirkt „I’am You“ sehr unhomogen und im Detail sehr nachlässig inszeniert. Welche Polizeistation hatte 1999 schon auf jedem Platz Computer und dann auch noch mit Flachbildschirm und dem aktuellen Windows? Kleine Details, die aber symptomatisch für den Streifen sind.
Fürs Fernsehen durchaus ok, schon wegen der tragischen Geschichte, fürs Kino zu wenig.6_rabbit_animal_pink_cute

<

p>In Her Skin AUSTRALIEN 2009 / 35 MM / 104 MIN /  ENGLISCHE OV REGIE SIMONE NORTH DARSTELLER RUTH BRADLEY / GUY PEARCE / MIRANDA OTTO / SAM NEILL / KATE BELL / KHAN CHITTENDEN DREHBUCH SIMONE NORTH  PRODUZENT TONY CAVANAUGH / THOM MOUNT VERLEIH ATLAS FILM + MEDIEN

17 thoughts on “DasKrankhafteSelbstbild”

  1. So, jetzt mit deaktivierten Bildern… solltest Du wirklich überdenken…

    Aber zum Film: nur begrenzt. Ich kann verstehen, dass man auf jemand anderen neidisch ist, sich selbst, seinen Körper hasst, aber eine Befreiung dadurch zu bekommen den schöneren oder erfolgreicheren Menschen zu töten und sich wie er zu fühlen, in dem man in seine Klamotten schlüpft ist American Psycho und wirklich was für den Therapeuten.

  2. Dachte ich mir auch, wollte es nur mal für die „Öffentlichkeit“ gesagt haben.

    Man kann im Browser das Hochladen der Bilder deaktivieren. Dann sieht natürlich alles ätzend aus, gibt aber wieder Geschwindigkeit zurück. Mein Mac ist ja für heutige Verhältnisse nicht mehr der jüngste und wenn eine Seite viel Bewegtes hat,(Videos,Flash und animierte Gifs) rödeln sich die Browser (Safari und iCab) einen Ast ab. Ist bei FireFox nicht so ausgeprägt, aber den benutze ich nicht. Aber ganz lieb, dass Du reagiert hast 😀

  3. Nein, eigentlich finde ich sie schön, aber sie brauchen mehr Ladezeit und für iCAB und Safari zu viel. Die sind mir vorhin bestimmt sieben Mal abgestürzt während ich Dir antworten wollte (war inzwischen bei der Wassergymnastik)

  4. Ach so, das verstehe ich natürlich.
    Das letzte Bild, „Videospielzocken“, ist allerdings auch extrem groß (835 Frames) – auch wenn es eigentlich so klein ist
    (animierte gifs im Profil dürfen bei blog.de maximal eine Breite von 100px haben) *lach*.

    Die allermeisten meiner Avatare sind deutlich kleiner (wie das jetzt z.B.).
    Ich bin halt ein Spielkind – und ein sehr visueller Mensch (wie Fritz Lang *räusper*). 😉

  5. Also die wahre Geschichte ist gar nicht so der Punkt, die ist erschütternd, nur konnte Frau North nicht so wirklich was rausholen, außer aus der Figur der Caroline. Der Rest war sehr oberflächlich fand ich.

  6. Ich verstehe nicht, dass die sich nicht irgendwann für einen Filmtitel entschieden haben. :no: Ja, Ruth Bradley war schon überzeugend, so sehr, dass ich beinahe Magenkrämpfe bekommen haben. Die „Filmfehler“ habe ich gar nicht registriert. Nicht schlecht. 🙂

  7. Ja, da stehst Du nicht alleine. Der Originaltitel ist zudem viel besser.
    Film(zeit)fehler – :)) sowas sehe ich sofort, nenne mich detailverliebt, aber in der Beziehung muss bei mir alles seine Ordnung haben.

SagWas!