ZweiBisDreiGaunerUndEin
Tausendsassa

The Brothers Bloom von Rian Johnson

brothers_bloomInhalt:

Ja ja, und wieder ist es eine Herzenangelegenheit, die zwei Jungen auf die schiefe Bahn bringt.
Das Mädchen seines Herzens zu bekommen bewegt Stephen für seinen Bruder einen ausgeklügelten Plan zu entwerfen die Angebetete zu beeindrucken. Dass dieser damit verbunden ist auch gleich die ganze Freundesclique abzuziehen, ist eine nette wie einträgliche Nebenerscheinung und ebnet den Weg für eine vielversprechende Karriere als Trickbetrüger.
So treiben die beiden, dann auch mit zusätzlicher Komplizin, weltweit ihr Unwesen. Doch ihr neues Opfer ist alles andere als auf den Kopf gefallen und Bloom ist Feuer und Flamme mit der exentrischen Millionenerbin.

Fazit:
Manchmal werde ich doch noch überrascht. Rian Johnson hat zwar noch nicht viel gemacht, aber mein Einstieg war „Looper“ („Brick“ hatte ich seinerzeit auf dem FFF nicht gesehen und seitdem vor mir her geschoben), der mir bekanntlich nicht besonders gefiel. Umso erfreulicher ist dagegen dieser vier Jahr früher entstandene Streifen.
„The Brother Bloom“ ist wunderbar bunt, schräg, verdreht, wirr, stylisch, sentimental und lustig. Johsons Geschichte ist dabei mehr Fantasy als Gaunerkomödie. Zu übertrieben sind Stephens Pläne, zu ausgeklügelt und alles berechnend und viel zu Übertrieben Johnsons Charakter, vor allem Penelope Stamp, die für mich echte Parallelen zu Shirley MacLains „Harriet Blossom“ aus „The Bliss of Mrs. Blossom“ hat wie der ganze Film ähnlich psychedelisch rüberkommt. Sowas muss man mögen, für mich keine Frage, dass ich es liebe.
Die Geschichte beginnt mit der ersten Idee der noch kleinen Waisenbrüder Bloom und und Stephen, das Herz einer kleinen, aber reichen Dame zu gewinnen. Stephen will Bloom helfen Eindruck zu machen und stößt dabei auf sein planerisches Talent und die Einfachheit andere übers Ohr zu hauen und ihnen dabei zu vermitteln als Gewinner aus der Sache zu kommen. Im Laufe der Jahrzehnte etablieren die beiden ihre Masche und führen so ein behagliches Leben. Doch dann treffen sie auf die Millionenerbin Penelope Stamp, die alleine und gelangweilt einem Hobby nach dem anderen frönt. Die Frau kann einfach alles, weil sie sich in jedes Projekt mit Feuereifer stürzt und beeindruckt Bloom ungeheuer. So steht dann auch die Zuneigung der beiden etwas im Wege Penelope um ihr Geld zu bringen oder zumindestens um einen Teil. Auch die Versuche Blooms sich von Stephen zu befreien funktionieren nicht so richtig und dann klettet sich die nun endlich geforderte Erbin an die Brüder, um mit ihnen gemeiname Sache zu machen. Das dabei natürlich nicht alles so glatt läuft, was von Stephen natürlich voll mit eingerechnet wurde (denn, so wirft ihm Bloom vor, schreibt er seine Pläne so dramatisch, kompliziert und verknüpft wie es nur tote Russen in ihren Romanen gemacht hätten) ist ganz klar oder auch nicht.
Natürlich möchte ich nicht die Vierte im Bunde verschweigen, auch wenn sie praktisch nie was sagt, dennoch eine wichtige Rolle spielt: Bang Bang. Von nicht ganz klarer Herkunft war sie auf einmal da und gehörte dazu – eine großartige echt comichafte Figur.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass so wie Stephen seine Gaunereien zu epischen Werken macht, Rian Johnson mit seinen Film mehr als irgendeinen Klamauk oder Kriminalstückchen fabriziert hat.
„The Brothers Bloom“ ist ein ausgeklügeltes prächtiges Feuerwerk, Abenteuerkino und Romanze, bei dem einem warm ums Herz wird, weil es einfach gutes Kino ist und bei dem man wirklich das Gefühl hat, dass die gut aufgelegten Darsteller allesamt mit Begeisterung dabei waren.
9:10

Directed by Rian Johnson Produced by Wendy Japhet Ram Bergman James D. Stern Written by Rian Johnson Narrated by Ricky Jay Starring Rachel Weisz Adrien Brody Mark Ruffalo Rinko Kikuchi Maximillian Schell Robbie Coltrane Music by Nathan Johnson Cinematography Steve Yedlin Distributed by Summit Entertainment Release date(s) September 9, 2008 (TIFF) May 15, 2009 (United States) Running time 113 minutes Country United States Language English Budget $20,000,000[1] Box office $5,530,764

9 thoughts on “ZweiBisDreiGaunerUndEin
Tausendsassa”

  1. Ahoi!..;-)

    Es gibt bald keine (aktuellen) Filme mehr,
    die mit Liebesgeschwülst zugekleistert werden.
    Das nervt wirklich gewaltig! (Und das alles wegen euch Frauen!)
    Werd demnächst mal die betreffenden Filmstudios dazu anschreiben.
    So kann’s wirklich nicht weitergehn!

    Kennst Du „Henry – Portrait Of A Serial Killer“ (1986)
    Ist neuerdings im Umlauf. http://www.tinyurl.com/d64qptm
    War lange Zeit indiziert und bekam jetzt eine JK-Freigabe.
    Trotz Low-Budget sehenswert! Info: http://www.tinyurl.com/cdyrhpu
    Da gehts wirklich zur Sache. (Haustür absperren!..;-D

    Meld dich per Mail, falls Du „nähere Hinweise“ brauchst..;-)

  2. BlaBlaBla :-))
    Ick habe keine Zeit was außer der Reihe zu sehen!
    Wenn ich den jetzt hier zu liegen habe, nervst Du garantiert, wann ich den endlich gucke.
    Es ist bald Weihnachten, ich habe viel dienstlich zu tun und bin nur noch müde und habe selbst noch eine ellenlange Liste, die ich abarbeiten möchte.
    Nichtsdestotrotz nicht uninteressant. Ob mit viel oder wenig Geld ist doch egal. Es gibt so viel teuren Schrott!
    Man man man, wir sind ja schon wie ein altes Ehepaar ;-))

  3. Mal gucken, ob wir als Rentner auch noch texten/bloggen..;-)
    Irgendwie zeigt dein aktuelles Avatar genau
    das Bild, das ich mir von dir gemacht habe..;-D

    Gruß aus der kuschelwarmen Stube!

  4. Ja wunderbarer Film. Wenn ich dran denke sehe ich augenblicklich leuchtend schwarz-weiß-rot und blauen Himmel und Penelope mit der Harfe auf dem Balkon.
    Ist wirklich lustig, denn bei „The Bliss of Mrs. Blossom“ geht es mir genauso, nur dass er noch bunter ist :))

Schreibe eine Antwort zu AWTchen Antwort abbrechen