Stein,SchwertUndKeinMerlin

King Arthur: Legend of the Sword von Guy Ritchie

Directed by Guy Ritchie
Produced by Guy Ritchie, Akiva Goldsman, Joby Harold, Tory Tunnell, Steve Clark-Hall, Lionel Wigram
Screenplay by Guy Ritchie, Lionel Wigram, Joby Harold
Story by David Dobkin, Joby Harold
Starring Charlie Hunnam, Àstrid Bergès-Frisbey, Djimon Hounsou, Aidan Gillen, Jude Law, Eric Bana
Music by Daniel Pemberton
Cinematography John Mathieson
Edited by James Herbert
Production companies: Warner Bros. Pictures, Safehouse Pictures, Ritchie/Wigram Productions, Village Roadshow Pictures, Weed Road Pictures
Distributed by Warner Bros. Pictures
Release date May 8, 2017 (TCL Chinese Theatre), May 12, 2017 (United States), May 19, 2017 (United Kingdom)
Running time 126 minutes
Country United States, Australia, United Kingdom
Language English
Budget $175 million
Box office $119.8 million

 

Nach dem Brudermord Vortigers an König Uther Pendragon, kann Uther zwar nicht sein, aber das Leben seines Sohnes Arthur retten und sein Schwert, das Excalibur versinkt, eingebettet in Stein in den Fluten. 
Arthur landet in Londinium und wächst wohl behütet in einem Bordell auf wo er sich zum stattlichen Straßendieb und Schutzgelderpresser mausert. Aber er hat das Herz am rechten Fleck und so ist er nicht erbaut als er, bereits zum Mann gereift, das freigelegte Excalibur aus dem Stein zieht und in Onkel Vortigers Kerker landet.

Ich war mächtig überrascht, als ich sah, dass sich ausgerechnet Guy Ritchie des Klassikers um ein magisches Schwert und dessen mehr oder weniger gütigen Königs bemächtigt.
Schon im Vorfeld polarisierten die Trailer, nicht zuletzt, weil einer mit Led Zeppelins „Babe I’m Gonna Leave You“ lief, anstatt mit einem Stück aus Pembertons (wieder einmal) super Scores.
Natürlich war ich von Ritchies Ambitionen hin- und hergerissen. Einerseits für mich ein Nogo, andererseits: Jude Law in schwarzem Leder. Also Augen zu und rein.
Es war irgendwie schon klar, dass Ritchie die Arthur Sage frei improvisiert, zerhäckselt, bunt färbt, eine Körperkamera aufsetzt und einfach mal seinen Spaß hat.
Als erstes ist sein Arthur mit Charlie Hunnam alles andere als klassisch besetzt, denkt man bei einem Jung-Arthur doch eher an eine hämpfligen Bauernjungen und kein Muskelpaket mit exakt geschnittenem Undercut. Zweitens mutet Djimon Hounsou als Sir Bedivere in einer Geschichte, die im England des 5. Jahrhundert spielt seltsam an, aber gut, wir spielen politisch korrekt und ich mag den Kerl ganz gerne; aber dass in einem Film über Arthur und Excalibur der Merlin fehlt, hat mich schon sehr getroffen und die seltsam französisch akzentuierte Lady mit Adler konnte mich auch nicht darüber hinweg trösten.
Ritchie beginnt seine Geschichte mit einem imposanten CGI Prolog, den man als trashiges Desaster betrachten könnte, aber wann sieht man schon mal böse Kampfelefanten von mehreren hundert Metern Höhe?
König Uther Pendragon wird von einem Friedensbrecher, dem Magier Mordred angegriffen, kann ihn aber dank des Excalibur, dass von Merlin Zauberkräfte erhalten hat, bezwingen und töten. Das passt Brüderchen Vortiger, der auch ein Schüler Mordreds war, überhaupt nicht und so Intregiert er offen gegen Uthar, der nur noch den kleinen Arthur retten kann und stirbt.
Das Kind wird dann in Londinium angeschwemmt, von Prostituierten aufgenommen und wächst im Bordell auf. Zum Bengel gereift lernt Arthur dann sich zu verteidigen und wächst zum passablen Schutzgelderpresser und Bordellorganisator heran. Na ja.
Dann wirds durch und durch Ritchie, mit viel Spiel, Spaß und Gekloppe, Jude Law sieht fantastisch aus, Gunnham auch, die Alibi-Frau ist langweilig, aber der Film macht nun richtig was her.
Natürlich wird Arthur entdeckt, zieht das Schwert, will aber den Thron nicht, doch Vortiger denkt radikaler und so macht sich Arthur und seine Kumpels auf den bösen Magier und seinen magischen Turm zu zerstören.
Vortiger opfert alles was er liebt einem schleimigen Tentakeldickunddünnfrauending im Wasser, aber irgendwann will die auch nicht mehr helfen und die Legende nimmt ihren Lauf.
Dann wird wieder dick aufgetragen und man denkt sich: Ritchie konnte Kumpelfilme schon besser.
Über die Schwächen des Filmes rettet glücklicherweise Daniel Pemberton und seine Musik, die nicht hätte besser sein können und das 3D hat mir ausnahmsweise mal gut gefallen.
Selbstredend kann dieser Film John Boormans „Excalibur“ weder Wasser, noch Brot reichen, aber er drangsaliert uns wenigstens nicht wie andere Verfilmungen mit Pseudorealismus oder endlosen Schlachten, sondern gibt uns Intrigen, Magie und Wikinger, wie sich das gehört.
Mir hat er trotz seiner Schwächen gefallen.

3 thoughts on “Stein,SchwertUndKeinMerlin”

  1. Wenn man sich die sonstigen Stimmen so anschaut, hörst Du Dich geradezu großherzig an. 🙂 Für mich ist der nichts, seit „Rock´n Rolla“ kann ich mit Guy Ritchies Filmen irgendwie nichts mehr anfangen. Auch wenn mich auch hier wieder mal die Besetzung reizen würde.

    1. Tja, er ist nicht perfekt, aber ich mag Ritchies Art die Sachen anzugehen einfach, da kann ich auch über den ein oder anderen „Mängel“ hinwegsehen 🙂

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