9. Fantasy Filmfest White Nights 2026

Scheinwelt,VaterliebeInVariationen,PenisgoreUndEineVerschwundeneSchwester


Decorado von Alberto Vázquez

AllesNurShow

Mäuserich Arnold steckt inmitten einer Lebenskrise. Nachdem er seinen Job beim Großkonzern A.L.M.A. verloren hat, fühlt er sich von allen beobachtet und kontrolliert. Etwas stimmt nicht und die Ehe kriselt zudem. Als dann noch sein bester Kumpel stirbt, beschließt Arnold der Sache auf den Grund zu gehen.

Gut, ich bin keine große Freundin von sogenannten „Erwachsenen“-Animationsfilmen, darum konnte mich „Decorado“ auch nicht sonderlich vom Hocker reißen. Nichtsdestotrotz hat Vázquez natürlich was mit seiner Fabel zu erzählen und äußert hier seine Kritik am stumpfen Vertrauen an die alles bestimmenden Großkonzerne, den Kommerz und die Lügen, die die Reichen immer reicher werden lassen, die uns wie Fußvolk behandeln, kontrollieren und uns unserer Freiheit und gesunden Umwelt berauben. Wo liegt hier noch der Sinn des Lebens? Wahre Freundschaft und Liebe erscheinen als Rettung in einer Welt voller oberflächlicher Beziehungen und stumpfer Arbeit. Kritik also am Kapitalismus, zu dessen Komplizen und Opfern wir werden. Eine gute Fabel, zeichnerisch für mich nicht besonders ansprechend, aber ein Film, den ich sicherlich sonst nie gesehen hätte und der laut Filmfreund zumindest horizonterweiternd wirkt.

Directed by Alberto Vázquez • Screenplay by Alberto Vázquez, F. Xavier Manuel Ruiz • Based on Decorado by Alberto Vázquez • Produced by Chelo Loureiro, Iván Miñambres • Edited by Estanis Bañuelos • Music by Joseba Beristain • Production companies: Abano Producións, Uniko Estudio Creativo, Glow Animation, Sardinha Em Lata, María y Arnold AIE • Distributed by Barton Films (Spain) • Release dates: 21 September 2025 (Fantastic Fest), 24 October 2025 (Spain) • Running time 95 minutes • Countries: Spain, Portugal • Language Spanish

• 9. Fantasy Filmfest White Nights • Zoo Palast • Kino 2 • 25.01.2026 • 13.00 Uhr •


My Daughter Is A Zombie von Pil Gam-sung

KlebreisMitSpiegelei

Der Tierpfleger und alleinerziehende Vater Jung-hwan will es nicht wahr haben: seine Tochter ist auf der Flucht während des Zombie-Virus Ausbruchs gebissen worden und verwandelt sich. Was nun? Da muss doch was zu machen sein, schließlich konnte er sogar einen ausgewachsenen Tiger zum Tanzen bringen! So macht sich Jung-hwan mit Tochter Soo-a auf den Weg ins Küstendorf Eunbong-ri zu seiner Mutter Bam-sun auf, um sie dort erst einmal zu verstecken, vor der Tötungsaktion der Regierung zu schützen und sie dann wieder gesellschaftsfähig zu trainieren.

Ehrlich gesagt hatte ich mir von der Verfilmung dieses Webcomics gar nicht so viel versprochen, einfach weil ich auch annahm, dass das Genre ausgereizt ist und wurde stante pedes eines besseren belehrt, denn der Film ist nicht nur lustig, sondern auch sehr clever und nachdenklich, was unseren Umgang mit Epidemien angeht. Ein liebender Vater, der nicht bereit ist seine infizierte Tochter aufzugeben ist nun kein neues Szenario, doch dieser hier sieht Potential und trainiert beharrlich mit einer unglaublichen Ausdauer sein Kind. Natürlich kommt es dabei zu etlichen Komplikationen, denn weder kann er den Sachverhalt vor seiner eigenen Mutter verheimlichen, die nun ein Schweigegelübde ablegen muss, was der trinkfreudigen alten Dame sichtlich schwer fällt, noch vor seinem besten und alten Schulfreund. Doch so richtig heikel wird die Lage, als Jung-hwans erste große Liebe in der Stadt auftaucht, die nicht nur Lehrerin ist, sondern auch eine der erfolgreichsten und populärsten Zombiejägerinnen. Die Uhr tickt und Jung-hwan muss die Zeit überstehen bis ein Heilmittel gefunden wird und das macht er mit viel Humor, einer Traumoma und einer roten Tigerkatze mit Pfiff.
Vielleicht auf etwas melodramatisch-tränendrückerische Weise zum Schluss hin, aber insgesamt hat er mir gut gefallen.

Hangul 좀비딸 • RR Jombittal • MR Chombittal • Directed by Pil Gam-sung • Screenplay by Pil Gam-sung, Kim Hyun • Based on My Daughter Is a Zombie by Yun-chang Lee • Produced by Kwon Mi-kyung • Starring: Jo Jung-suk, Lee Jung-eun, Cho Yeo-jeong, Yoon Kyung-ho, Choi Yu-ri • Cinematography Kim Tae-soo • Edited by Nam Na-yeong • Music by Kim Tae-seong • Production company: Studio N • Distributed by Next Entertainment World • Release date July 30, 2025 • Running time 113 minutes • Country South Korea • Language Korean • Budget ₩11 billion • Box office US$37.9 million

• 9. Fantasy Filmfest White Nights • Zoo Palast • Kino 2 • 25.01.2026 • 15.00 Uhr •


The Turkish Coffee Table von Can Evrenol

Unzerbrechlich

Die frisch gewordenen Eltern Zehra und İbrahim richten sich gerade neu ein, als ein unglaublich hässlicher Kaffeetisch zum Streit zwischen beiden führt. İbrahim liebt ihn und will ihn unbedingt kaufen, Zehra ist dagegen, doch ihr Mann setzt sich durch, weil sie sonst ja alles ausgesucht hat. Zuhause angekommen stellt İbrahim fest, dass eine wichtige Schraube zum stabilen Zusammenbau des Tisches fehlt und während Zehra zum Bäcker geht, geschieht das Undenkbare und Ibrahims trautes Heim verwandelt sich in ein makabres Schlachtfeld.

Nein, ich bin kein Fan Can Evrenols Filmen; „Baskin“ fand ich ganz furchtbar, „Sayara“ so lala. Umso überraschter war ich über dieses Werk, das ein Remake des mexikanischen „The Coffee Table“ von Caye Casas ist. Eine bitterböse Geschichte, in der ein furchtbares Drama über eine junge Familie einbricht, dessen Verursacher unter Schock versucht so weiterzumachen als wäre nichts passiert. Das Unheil wird durch einen Tisch herbeigeführt, eine Geschichte die eigentlich urkomisch ist, weil sich ein Partner hier mit seinem schlechten Geschmack durchsetzt, der sonst nur wegsteckt. Seine Frau hat das Geld und regelt sonst alles, seine gestörte Teenagernachbarin versucht ihn anzumachen und droht mit einem MeToo Skandal, weil sie sich einbildet, er will sie, deren Mutter schwallt unentwegt auf ihn ein und die Möbelverkäuferin gibt Verkaufsversprechen, die nicht eingehalten werden. Und dann passiert es, er versucht seinen Fehler aus Angst vor den Konsequenzen nicht offenzulegen und stattdessen die Fassade aufrecht zu erhalten.
Evrenol hat die Hauptrolle mit einem der bekanntesten türkischen Comedyikonen besetzt, den man hierzulande nicht so kennt, der aber der türkische Mr. Bean sein soll. Das merkt man ihm nicht an, denn er spielt seine Rolle ganz großartig. Evrenol selbst war im Kino anwesend, selbstverliebt wie immer.
Sehenswert.

Director Can Evrenol • Producer Bilal Kalyoncu •  Writer Can Evrenol • Original Writer Caye Casas • Editor Can Evrenol • Cinematography Hakan Dinçkuyucu • Asst. Director Ladin Esen • Exec. Producers Pablo Guisa Koestinger Meg Thomson Özgür Bakar Gökçe Sarıhan • ComposersVolkan Akaalp Hey! Douglas • 88 mins • Studios AKC Sinema TV Globalgate Entertainment Grupo Morbido • Country Turkey • Language Turkish • Cast Alper Kul Algı Eke Hatice Aslan Özgür Emre Yıldırım Elif Sevinç Ece Su Uçkan Aslı Bankoğlu

• 9. Fantasy Filmfest White Nights • Zoo Palast • Kino 2 • 25.01.2026 • 17.30 Uhr •


Deathgasm: Goremageddon von Jason Lei Howden

PimmelfresserBierUndLangeweile

Zehn Jahre nach Deathgasm ist Brodie noch der selbe Loser, ohne Geld, Job und Gitarre und natürlich ohne Freundin, denn die singt nun bei irgendwelchen Schlurfern. Doch Brodie sieht seine Chance bei einer Bandbattle und kommt auf die geniale Idee die zwei verstorbenen Bandmitglieder auferstehen zu lassen, die nun selbstredend Zombies sind, von denen einer völlig außer Kontrolle gerät.

Ich weiß nicht, was sich Jason Lei Howden dabei gedacht hat hier einen doch lauwarmen zweiten Teil ins Kino zu bringen, der bis auf wenige Szenen ziemlich uninspiriert daherkommt. Es wird gekotzt, gesplattert und gesoffen, der Hund muss dran glauben, die Herren die ihr „bestes“ Stück durch die Wand stecken ebenfalls und Gwarf gewinnt den Pott ohne am Wettbewerb teilgenommen zu haben. Ansonsten war der Streifen doch recht langweilig und zu wenig, um mich bei Laune zu halten.

Director Jason Lei Howden • Producers Andrew Thomas Hunt Michael Vasicek Mark Cassidy Nick Garrett Antonio Hrynchuk Dana Lesiuk Joshua Viola • Writer Jason Lei Howden • Casting: Dana Lesiuk • Editor Brendon Chan • Cinematography Jeremy Ratzlaff • Exec. Producers James Fler Dave Gibson Michael Paszt Pasha Patriki Jason Banning Daniel Lingamfelter Sarah Lingamfelter • Production Design Lady vs Machine • Visual Effects Jason Lei Howden • Composer: Matt Heafy • 102 mins • Studios Fish Entertainment Hangar 18 Media Raven Banner Entertainment Fahrenheit Films Creative Saskatchewan New Zealand Film Commission Bitbot Media Metalheads Ltd. • Countries New Zealand Canada • Language English • Alternative Titles: Deathgasm 2, Deathgasm II, Deathgasm II: Goremaggedon • Cast: Milo Cawthorne Kimberley Crossman James Blake Sam Berkley Daniel Cresswell Kieran Charnock Harrison Keefe Maggie Robertson Adam Scherr Willa Hefner-Hunt Landon Jorgenson Menegbo Legbo Dana Lesiuk Theresa McKnight Joshua Viola Chase Gray

• 9. Fantasy Filmfest White Nights • Zoo Palast • Kino 2 • 25.01.2026 • 19.30 Uhr •


Shelby Oaks von Chris Stuckmann

DerSiebteSinn

Es ist mittlerweile zwölf Jahre her, dass Mias jüngere Schwester Riley, Star der „Paranormal Paranoids“ verschwunden ist, während der Rest des Teams ermordet wurde. Riley hatte seit ihrer Kindheit ein Gespür fürs Paranormale und fühlte sich immer beobachtet und nun nach so langer zeit wird Mia zu dem Fall interviewt und durch einen Fremden, der sich vor ihrer Tür erschießt, kommt sie an ein Videoband, dass ihr einen neuen Ansatz an die Suche nach ihrer Schwester gibt.

Ja, ein seltsames Filmkonglomerat, bei dem ich nicht wirklich gut finde, dass er Found-Footage und Normalfilm recht ungeschickt vermischt und dadurch recht chaotisch daherkommt. Die Geschichte an sich mochte ich, auch wenn man hier nichts Neues sieht, hat sie durchaus ihre Momente und driftet in eine gute übernatürliche Richtung, die ich grundsätzlich mag.
Die Hauptdarstellerin, Camille Sullivan ist aus zahlreichen Serien bekannt, hatte hier aber nicht ihre beste Peformance. Der Film wurde per Crowdfunding finanziert und was ich nicht wusste, ist dass Chris Stuckmann ein sehr bekannter YouTuber mit über 2 mio Followern ist, wo er Filme reviewt. Er ist wegen seiner sehr wohlwollenden Kritiken eher mit der Kneifzange zu nehmen, aber das erklärt vielleicht auch die Reichweite, die er mit seinem Projekt erreicht hat, inklusive umfangreichem Wiki-Eintrag, was ja für Indie-Erstlinge nicht gerade selbstverständlich ist.
Insgesamt fand ich den Streifen aber durchaus ansehbar.

Directed by Chris Stuckmann • Written by Chris Stuckmann • Story by Samantha Elizabeth, Chris Stuckmann • Produced by Aaron B. Koontz, Cameron Burns, Ashleigh Snead, Chris Stuckmann • Starring: Camille Sullivan, Brendan Sexton III, Keith David, Sarah Durn, Derek Mears, Emily Bennett, Charlie Tabert, Robin Bartlett, Michael Beach • Cinematography Andrew Scott Baird • Edited by Patrick Lawrence, Brett W. Bachman • Music by James Burkholder, The Newton Brothers • Production companies: Paper Street Pictures, Intrepid Pictures • Distributed by Neon • Release dates July 20, 2024 (Fantasia), October 24, 2025 (United States) • Running time 91 minutes • Country United States • Language English • Budget $1–1.4 million[ • Box office $6.6 million

• 9. Fantasy Filmfest White Nights • Zoo Palast • Kino 2 • 25.01.2026 • 21.45 Uhr •

Kommentare

NurZuTrauDich!

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.


Entdecke mehr von DasDingAufDerSchwelle

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

4/10 5/10 6/10 7/10 8/10 9/10 10/10 2020 2021 2022 action comicverfilmung drama dvd fantasy fantasy filmfest fantasy filmfest nights FFF Film Film A Film B Film C Film D Film H Film M Film P Film S Film T horror Kino Komödie krimi mystery Netflix satire science fiction serie SF Streaming thriller