Winkie von Clifford Chase
Inhalt:Teddybär Winkie verstaubt nach 80 Jahren treuer Kuscheltierdienste langsam im Regal, bis er eines Tages zum Leben erwacht, runterklettert und in die Freiheit des Waldes entfleucht. Tief in den Wäldern entbindet er Baby Winkie und durchläuft in den folgenden Monaten ein klassisches Trauma. Baby Winkie wird von einem Einsiedler entführt stirbt sowie der Einsiedler auch das zeitliche segnet. Winkie übernimmt die Hütte, vegetiert in seiner Trauer vor sich hin und wird schließlich vom FBI festgenommen und als Staatsfeind Nummer 1 vor den Kadi geschleift. Über mehrere Tage werden die 9678 Anklagepunkte verlesen, von Bombenattentaten hin bis zur Unzucht mit jungen Männern, es gibt fast nichts dessen sich Winkie, wenn es nach der Staatsanwaltschaft geht, nicht schuldig gemacht hätte…
Fazit:
Winkie ist eine skurile Satire über die (US-amerikanische) Gesellschaft, nach dem 11. September. Hysterie, Fremdenhass, Patriotismus, Dummheit, Gleichmacherei. Winkie muss für alle Sünden dieser Welt büßen und dabei ist es total egal, dass er eigentlich ein Stoffbär ist. Eine nette Geschichte, die etwas unter den sehr melancholischen Rückblicken in Winkies Spielzeugleben und das seiner Besitzer leidet.
Dennoch ein lesenswertes Buch mit einer genialen Idee.
Clifford Chase, Winkie, Aus dem Amerikanischen von Marcus Ingendaay, 256 Seiten, Berlin Verlag
ISBN 3-8270-0678-3
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Hört sich etwas schrill an – aber dennoch bedenklich stimmend: wenn einer es fertigbringt, einen Teddybär einzulochen, dann die Amis, wie sie seit geraumer Zeit drauf sind.
Das ist mal eine interessante Perspektive auf die Sicherheitspolitik der USA.
Ja alles absolut grotesk und dennoch würde mich so eine Aktion vor irgendeinem Gericht in Tennessee oder Kansas gar nicht wundern. Das Buch ist schnell gelesen, schau ruhig mal rein.
Also ich möchte dort nicht unter falschen Verdacht geraten. Armer Winkie!
Nee, wer will das schon.