KeinPlatzFürEinBesonderesKind

Boarding School von Boaz Yakin

USA 2018 • 112 Min • englische OV
REGIE
Boaz Yakin
DARSTELLER
Will Patton, Luke Prael, Sterling Jerins, Samantha Mathis, Robert John Burke, Lucy Walters, Nadia Alexander
DREHBUCH
Boaz Yakin
PRODUZENT
Jonathan Gray, Scott Floyd Lochmus, Jason Orans
VERLEIH
Capelight Pictures

Jacob ist ein sehr sensibler Junge, mitten in der Pubertät. Er ist auf der Suche und ja, er liest Comics und sieht Horrorfilme und hat danach Albträume. Jacobs überspannte Mutter kommt damit überhaupt nicht klar und als sich Jacob in die Kleider seiner gerade verstorbenen Großmutter hüllt, beschließt sein Stiefvater ihn auf ein Internat zu geben.
Diese Einrichtung ist sehr speziell, denn sie beherbergt nur sieben Schüler und jeder ist für sich sehr besonders, noch seltsamer ist die Führung und der Unterricht des Leiters Dr. Shermans, dem einzigen Lehrer, der überwiegend aus Bibelstunden besteht.

„Boarding School“ ist ein Film, der wieder mal die Filmgemeinde gespalten hat und in gewisser Weise kann ich das verstehen, denn Boaz Yakin hat seinen Film mit allem vollgestopft, was ihn bewegt und Spaß macht. Das führt nicht nur zu einen wilden Mix aus Coming of Age, Drama, Psychothriller und Horrorfilm, sondern an manchen Stellen auch zu Verwirrung.
Mir persönlich hat dieses over the top richtig gut gefallen.
Erzählt wird hier die Geschichte des fast 13jährigen Jacobs. Der Junge ist eher schüchtern und verschlossen, liebt Comic und Horrorfilme, leidet aber unter Albträumen. Seine Mutter ist gestresst davon, dass Jacob nachts des Öfteren schreiend aufwacht, unterbindet sein Verhalten jedoch nie aktiv. Und die Probleme reißen nicht ab, denn Jacob wird gemobbt und selbst dafür verantwortlich gemacht; dann stirbt Jacobs ihm unbekannte Großmutter und seine Mutter ist im Ausnahmezustand. Eine schwierige Frau soll sie gewesen sein, die Granny, und man erfährt im Laufe des Films in Rückblicken etwas über ihre Vergangenheit als jüdische Gefangene und ihren Widerstandsgeist.
Als Jacob dann eines abends alleine zu Hause ist und sich in den Sachen seiner Großmutter umschaut, sogar ein Kleid von ihr anzieht, wird er von seinem Stiefvater „erwischt“ und landet kurz darauf in einem Internat. Dort ist es dann sehr ungewöhnlich, denn es gibt nur sieben Schüler, von denen eine seine Cousine ist, die, sagen wir aufmüpfig und verhaltensauffällig ist, ein von einem Feuer entstellter, aber intelligenter Junge, einer mit Tourette-Syndrom, ein Autist, und ein paar Zwillinge, die eigentlich ganz normal sind. Man fragt sich, warum ausgerechnet diese Kinder hier gelandet sind.
Geleitet wird das Internat von Dr. Sherman und seiner Frau und es gibt nur zwei Schulfächer, von denen der Bibelunterricht Vorrang hat. Die Prügelstrafe steht hier noch voll im Kurs, was jedoch Jacob nicht wirklich abschreckt. Zwar werden die Kinder mit Essen versorgt und sind gut untergebracht, doch werden ihre Bedürfnisse im Gros vernachlässigt. So beginnt Jacob sich um seine Mitschüler zu kümmern und sie zu beschützen.
Natürlich ist hier nicht Schluss, denn Yakin bläst zum großen Finale und das hat es in sich.
„Boarding School“ ist nicht perfekt, hat seine Schwächen, überzeugt aber darstellerisch mit Luke Prael und seiner Konsequenz unpassendes passend zu machen. Er packt das schwierige Erwachsenwerden, seine Identität und Geschlecht suchen, mit Psychosen, Vergangenheitsbewältigung, überfordert sein und immer wieder Widerstand zu zeigen, sich nicht zu unterwerfen, zusammen mit Internatshorror vom feinsten.
Etwas übermotiviert, aber durchaus sehenswert und wieder ein spezieller Coming of Age Film, der von Trudie Styler mitproduziert wurde.

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