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American Animals Großbritannien/USA 2018 von Bart Layton

Directed by Bart Layton
Produced by Derrin Schlesinger, Katherine Butler, Dimitri Doganis, Mary Jane Skalski
Written by Bart Layton
Starring Evan Peters, Barry Keoghan, Blake Jenner, Jared Abrahamson, Udo Kier, Ann Dowd, Music by Anne Nikitin
Cinematography Ole Bratt Birkeland
Edited by Nick Fenton, Chris Gill, Luke Dunkley, Julian Dart
Production companies: Film4 Productions, RAW
Distributed by  The Orchard, MoviePass Ventures
Release date January 19, 2018 (Sundance), June 1, 2018 (United States), September 7, 2018 (United Kingdom)
Running time 116 minutes
Country United Kingdom, United States
Language English
Box office $3.3 million

 

Es ist das Jahr 2003 und Kunststudent Spencer Reinhard kommt nicht so recht voran. Seine Arbeiten sind technisch gut, aber uninspiriert, Spencer selbst frustriert.
Als er eines Tages an einer Führung durch die Bibliothek der Transylvania Universität teilnimmt, stößt er auf die Erstausgabe John James Audubon’s „Die Vögel Amerikas“. Die ist nicht nur wirklich schön, sondern auch das teuerste Buch der Welt und kaum gesichert. 
Als er seinem Freund Warren Lipka davon erzählt, ist der gleich Feuer und Flamme, schließlich studiert er nur seinem Vater zu Liebe, nicht weil ihm das irgendwas bringt und eins fix drei, schmiedet Warren den perfekten Heist, zu dem sie noch zwei weitere Studenten mit ins Boot nehmen.

Was ein Heist. Durchgeplant von der aus der Sicht für Jungmänner idealen Verkleidung (ich persönlich denke, dass vier alte Männer in Trenchcoats in einer Uni-Bibliothek doch sehr auffallen), über ein detailverliebtes Modell, bis hin zum perfekten Fluchtplan, sollte eigentlich nichts schiefgehen. Sogar an einen Dealer für so rare Bücher haben die Jungs gedacht, doch wie es so ist, kam alles ganz anders, denn es reicht einfach nicht nur zu googeln, man sollte auch vor Ort nachsehen, ob im Keller eine Fluchttür existiert.
Diesmal lief im Vorspann: „Dies basiert nicht auf einer wahren Geschichte“, nur um sich dann in „Dies ist eine wahre Geschichte“ zu transformieren. So unglaublich wie die Geschichte klingt, sie fand „genau so“ statt. Um das zu unterstreichen, lud Bart Layton die echten Protagonisten mit in seinen Film ein. Immer wieder erzählen der echte Warren, Spencer und alle anderen Beteiligten wie es nach ihrer Ansicht wirklich war, auch über ihre Gefühle und Ansichten. Das macht diesen Film zu etwas sehr Besonderem, nicht nur weil die Erinnerungen auseinandergehen, sondern weil man sieht wie sehr Theorie uns Praxis auseinanderliegen und wie alle unter diesem Verbrechen litten. Manche Begebenheiten sehen wir in mehreren Versionen, je nachdem wer erzählt und wie dessen Erinnerung daran ist oder wie man es sich vorstellte.
„American Animals“ ist in meinen Augen ein wirklich gelungenes Drama und ein unterhaltsamer, lustiger, aber auch nachdenklicher Heist-Film, der vielleicht den Zeigefinger einmal zu viel hebt, was ihn aber nicht schlechter macht.
Die Auswahl der Schauspieler hätte nicht besser sein können, denn jeder passt wie die Faust aufs Auge zu seinem Original, insbesondere Warren Lipka und Evan Peters, von denen ersterer ein wirklich irrer Typ zu sein scheint. Nicht zu vergessen ist die Musikauswahl ganz großartig, schon weil der „Hurdy Gurdy Man“ wieder zum Einsatz kam.
Insgesamt ein sehenswertes Stück Kino und einer meiner Lieblingsfilme des diesjährigen Fantasy Filmfests.

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