FantasyFilmfest2018

Es ist Wochenende und die Vorstellungen sind wieder voller, die Pausen zwischen den Filmen werden länger und länger und erreichten heute mit satten 96 Minuten vom 3. zum 4. Film ihren Höhepunkt. Keine Ahnung was sich die Festivalleitung dabei gedacht hat, aber man hätte den Tag einfach auch mal später beginnen können. Nun ja, ich will nicht meckern, denn die 6 Filme, die ich gesehen habe, waren allesamt gut ansehbar bis extrem gut.

Tag 10

Boarding School USA 2018 von Boaz Yakin

Was ein netter Film über einen sensiblen Teenagerjungen, der seine gestresste Mutter überfordert und seinen Stiefvater nervt und deshalb in einem speziellen Internat landet. Dort treffen sich 7 Kinder, die teilweise geistig behindert, einfach nur durch Verbrennung entstellt oder psychisch auffällig sind. Das Internat gibt vor, auf solche Fälle spezialisiert zu sein, doch irgendwas stimmt hier nicht.
Alleine wegen Luke Prael muss man diesen Film sehen, toller Jungdarsteller und seine Figur ist super cool, der Film spannend, rührend und einfach sehenswert.

Terrified  Argentinien 2018 von Demián Rugna

Netter Argentinischer Horrorstreifen, in dem viel und schnell gesprochen wird (das südamerikanische Temperament eben) und der mit einer netten und zuweilen recht gruseligen Idee aufwartet. Ja, kann man durchaus sehen.

American Animals Großbritannien/USA 2018 von Bart Layton

Ganz großartige Studie über zwei US College Kids, die sich in den Kopf gesetzt haben das teuerste Kunstbuch der Welt zu stehlen und noch zwei weitere Freunde mit in die Sache ziehen. Richtig tolle Darsteller, die den Heist nachspielen und dazwischen erzählen die echten nun Männer  was sie dachten und seinerzeit machten. Beide Ebenen verschwimmen und es macht wirklich Spaß und auch nachdenklich diesen Film zu sehen. Mit Evan Peters, dessen „Original“ im Übrigen genauso abgedreht ist wie er in seiner Rolle. Perfekte Darstellerauswahl!

Tag 11.

Der heutige Tag hat fette Lücken zwischen den Filmen und zudem ist der unverschämterweise vorgezogenen Marathon in Berlin. Ich meine, wir haben uns letztes Jahr über die Überlappung beschwert, dass Rosebud-Team hat reagiert und dann ziehen die verdammten Marathon-Leute den Event einfach zwei Wochen vor. Warum?? Wollt Ihr mich fertig machen? Ich nenne das Vorsatz, ganz eindeutig.
Auf jeden Fall hatte ich ernsthaft überlegt nur zu einem Film am Abend zu kommen, aber da ich bereits ein paar aus meinem Programm eliminiert hatte und bereut habe sie nicht gesehen zu haben, habe ich in den sauren Apfel gebissen.

Wildling USA 2018 von Fritz Böhm

Eigentlich erwarte ich nicht viel, wenn ein deutscher Regisseur am Werk ist und dieser Film hat die Fangemeinde gespalten. Vielen hat er überhaupt nicht gefallen, mir schon. Erstens gefielen mir die Darsteller, dann ist der Streifen richtig schön gefilmt und die Story hat mich überzeugt, auch wenn einige Unstimmigkeiten drin waren, aber was solls, insgesamt ein schöner blutiger Coming of Age (Horror-Mystery-)Film.

Puppet Master: The Littlest Reich USA/Großbritannien 2017 von Sonny Laguna, Tommy Wiklund

Bedingungloser Puppet Master Trash vom Feinsten. Splatter wo das Auge hinreicht und dabei völlig politisch unkorrekt, mit einem Udo Kier, der ins harten deutschen Akzent behauptet, er wäre aus Paris, was die im Kino einsitzende Frankreichfraktion zu hysterischen Lachschüben brachte.
Winzig kleine Püppchen metzeln mit winzig kleinen Werkzeugen ganz groß, hacken Köpfe ab, schlitzen Bäuche auf, auch mit Kind drin, da wird hier ohnehin keine Rücksicht drauf genommen und immerhin mit Thomas Lennon (hier auch witzig) und einer Jenny Pellicer, die ich glatt mit Elsa Pataky verwechselt habe, weil sie sich so ähnlich sehen.
in Mordsspaß!

Heavy Trip Finnland/Norwegen 2018 von Juuso Laatio und Jukka Vidgren

Die Metalfilme auf dem Fantasy Filmfest haben endlich einen festen Platz bekommen, einfach weil sie gut sind und wie in diesem Fall auch wieder total Spaß machen.
Vier Finnen aus einem kleinen Kaff machen „Symphonic-Post-Apocalyptic-Reindeer-Grinding-Christ-Abusing-Extreme-War-Pagan-Fennoscandian-Metal“ , wollen unbedingt als Band weiterkommen und auf einem Metalfestival in Norwegen auftreten. Wie sie das anstellen ist einfach großartig und wir herzen jeden einzelnen Charakter in diesem Film.
Voller witziger Ideen, mit so viel Herzblut gedreht und dazu guter Mucke, da muss man einfach beseelt aus dem Kino kommen.
Ein echtes Highlight und ich würde mich nicht wundern, wenn die Jungs den „Fresh Blood Award“ bekommen.

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