DasNeueEdenOderMachWasVaterSagt

The Sacrament von Ti West

Fotograf Patrick entschließt sich nach dem Erhalt eines seltsamen Briefes seiner Schwester Caroline, diese zu besuchen. Gemeinsam mit den Journalisten Jake und Sam fliegt er in ein ablegendes Gebiet, in dem sich die neue Heimat seiner einst drogensüchtigen Schwester befindet: Eden Parish. Die Skepsis ist von beginn an groß, denn die Drei werden nicht gerade herzlich begrüßt, vielmehr werden sie von bewaffneten Männern in Schach gehalten und nur Caroline, kann die Männer beruhigen und die Journalisten ins Lager einführen. 
Zunächst wirkt Eden Parish harmonisch, die Menschen glücklich, auch wenn der Anführer, Vater genannt, über eine Sprechanlage den ganzen Tag Anweisungen gibt. Doch nach und nach sehen die Drei, dass ein großer Teil der Menschen, nicht mehr freiwillig dort leben und gerne gehen würden. Die Journalisten sind fassungslos, aber das Blatt wendet sich gegen die Außenseiter, die von Vater als Bedrohung eingestuft werden und die Stimmung in Eden Parish kippt, die Lage eskaliert.

Ich mag Ti West und erwarte entsprechend auch ansehbaren Stoff von ihm. Mit „The Sacrament“ wagt sich West nun an die FoundFootage und nein, er versemmelt seinen Sektenthriller nicht, auch wenn ich den Wackelkamerastil nicht unbedingt bevorzuge.
West erzählt seine Geschichte auf der Grundlage eines wahren Sektendramas, dem seinerzeit größten Massenselbstmord der Geschichte. Das ist auch kein Spoiler, denn man weiß von Anfang an wohin der Hase laufen wird. Mittels der drei Journalisten wird eine Sekte, die „harmonisch“ in Eden Parish lebt beäugt. Anlass des Besuches ist die Einladung eines der Fotografen durch seine Schwester, doch als auf einmal drei Männer auftauchen, hält sich die Begeisterung in Grenzen. In kürzester Zeit kippt die Stimmung im Camp und Menschen wenden sich hilfesuchend an die Drei, doch der Leithammel bemerkt dies und sieht nur einen Ausweg, der zugegebenermaßen für den gesunden Menschenverstand einfach nur dämlich ist.
West bekommt die Sektengeschichte und die Gruppendynamik wie auch die verquere Denkweise von Sektenführer und Anhänger gut in den Griff. Er zeigt Menschen, die erklären, warum sie dort sind und Vater verehren und man glaubt ihnen aufrichtig.
Für meinen Geschmack passte jedoch die recht beschauliche Erzählweise nicht mit den doch sehr schnell sich überschlagenden Ereignissen und dem im Zeitablauf doch viel zu schnellen Ende der Sekte. Auch wenn ich jetzt so im Nachhinein eigentlich keine Alternative sehe wie das Leben in Eden Parish im Sinne Vaters hätte weitergehen können, insofern war es nur Konsequent von West den Ablauf so zu zeigen.
Gruselig wie glaubhaft hier eine psychisch voneinander abhängige Gruppe gezeigt wird, in der man jeden einzelnen versteht, warum er dort ist und diesem Blender vertraut. Noch gruseliger wie im Hintergrund die Fäden vom harten Kern um den Führer gezogen und Menschen letztendlich mit Waffengewalt und unter Beraubung ihrer Identität in eine ausweglose Situation gezwungen werden.
Insgesamt ein erschütterndes, realistisch inszeniertes Drama mit wahren Background und gut gespielten Protagonisten. Besonders gefallen haben mir wieder Amy Seimetz als „Seelenfängerin“ und Schwester Caroline sowie Gene Jones als Vater.6209640_66d13b07da_s
Sicher kein Meisterwerk und mehr Drama als Horror im klassischen Sinne, aber durchaus sehenswert, sofern man die „Livecam“ erträgt.

The Sacarment Directed by Ti West Written by Ti West Starring Joe Swanberg, Amy Seimetz, Kate Lyn Sheil Music by Tyler Bates Cinematography Eric Robbins Editing by Ti West Studio Worldview Entertainment, Arcade Pictures Distributed by Magnolia Pictures, Magnolia Home Entertainment Release dates  September 3, 2013 (Venice Film Festival) Country United States
Language English

SagWas!

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.