DieUnmöglicheWahlUndAndere
Geheimnisse

Der Vorname von Mathieu Delaporte und Alexandre de La Patellière

le-prenomInhalt:
Der erfolgreiche Immobilienmakler und zukünftige Papa Vincent ist mit seiner Frau bei seiner Schwester Elisabeth und deren Mann Pierre zum Essen eingeladen. Ebenso wird auch der langjährige Hausfreund und Posaunist Claude empfangen.
Während sich Elisabeth, Babou gerufen, mit ihrem (bei den anderen ziemlich unbeliebten) marrokanischen Essen abmüht, eskaliert im Wohnzimmer die Diskussion über den gerade preisgebenen Vornamen des erwarteten Sohnes Vincents. Doch es bleibt nicht bei einer Grundsatzdiskussion über politisch inkorrekte Vornamen und wie viel Menschen ein Mann auf dem Gewissen gehabt haben muss, um sich von der allgemeinen Namensgebung auszuschließen, sondern es werden auch die ganz kleinen Gemeinheiten und Geheimnisse der Freunde vom Stapel gelassen, was die Runde wenig harmonisch verlaufen lässt.

Fazit:
Dass „Der Vorname“ in Frankreich ein großer Erfolg war hatte ich ja mitbekommen und ich mag französische Komödien in der Regel auch, aber dennoch hat mit dieses muntere Kammerspiel absolut positiv überrascht.
Das ist natürlich dem hervorragendem Ensemble geschuldet, das das Stück bereits erfolgreich am Theater gespielt hat. Da lässt sich keiner die Butter vom Brot nehmen, aber Patrick Bruel mit seinem verschmitzt hinterhältigen Grinsen und Valérie Benguigui als Obermuddi und überliberale Lehrerin sind hier ganz besonders großartig.
Da kommt ein angehender Vater zum Essen in eine vertraute Runde und präsentiert den Freunden, dass er seinen zukünftigen Sohn einen ganz besonderen Vornamen geben wird. Dieser Name ist so negativ belegt, dass eigentlich niemand mit demokratischem Gewissen auf die Idee käme ihn zu verwenden, jedoch fragt Vincent, was denn der Name dafür kann und schließlich trägt eine der größten und wunderbarsten Figuren der französischen Literatur diesen Namen. Auch fragt er, ab wann man einen Namen nicht mehr verwenden darf – wie viel Menschen muss man getötet haben oder welche Gräueltaten setzten einen Namen auf die schwarze Liste? Josef darf man nehmen trotz Stalin oder Benito trotz Mussolini?
Aber auch nachdem sich die Gemüter wieder beruhigt haben und die moralische Diskussion abgehakt scheint, schaukelt sich die kleine Runde von einem Streit zum nächsten, wobei über Jahrzehnte unausgesprochene Vorurteile, Gehässigkeiten und das ein oder andere kleine Geheimnis hervorbricht.
Ich muss sagen, dass mir „Le Prenom“ im Vergleich zum „Gott des Gemetzels“ noch besser gefallen hat. Mir liegt der französische Humor und an sich die familiäre Atmosphäre der Geschichte. Die Protagonisten leben im zwar im gehobenen Mittelstand, dennoch erkennt man bestimmte Verhaltensmuster (der Männer wie der der Frauen) wieder. (Der Franzose an und für sich steht mir einfach näher als ein reicher Ami, ums mal auf den Punkt zu bringen). Die Denkansätze haben mir gut gefallen und trotz gewisser ernster Fragen, ist das Stück urkomisch, richtig gut unterhaltend, einfach mehr als schnödes Boulevardtheater.
Darum kann ich „Der Vorname“ wirklich uneingeschränkt empfehlen, denn es ist für meinen Geschmack eine der besten9:10 französischen Komödien der letzten Jahre.

Deutscher Titel Der Vorname Originaltitel Le Prénom Produktionsland Frankreich Originalsprache Französisch Erscheinungsjahr 2012 Länge 109 Minuten Altersfreigabe FSK 12[1] Stab Regie Alexandre de La Patellière Mathieu Delaporte Drehbuch Matthieu Delaporte Musik Jérôme Rebotier Kamera David Ungaro Schnitt Célia Lafitedupont Besetzung Patrick Bruel: Vincent Valérie Benguigui: Élisabeth Charles Berling: Pierre Judith El Zein: Anna Guillaume De Tonquedec: Claude Françoise Fabian: Françoise

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