DerSchoßhund

Chained von Jennifer Lynch

chainedInhalt:
Ein Kinobesuch wird der Anlass das Leben des neunjährigen Tim entscheidend zu verändern, denn das Taxi nach Hause wird zu einer Fahrt in den Tod. Tim und seine Mutter werden von ihrem Taxifahrer entführt und in ein Haus in Nirgendwo gefahren. Während die Mutter vom Täter aus dem Wagen gezerrt, vergewaltigt und zu Tode gefoltert wird, sitzt Tim im Wagen in der Garage und hört ihre Schreie. Doch Tims leiden ist noch nicht zu Ende. Er wird von seinem Peiniger in der Küche an ein Klappbett gekettet und ist von nun an für die Reinigung des Hauses und die Verpflegung seines Herrn zuständig, während er nur essen darf, was eventuel übrig bleibt. So vergehen 10 Jahre voller Angst und Gewalt an der Seite eines Frauenmörders.

Fazit:
„Chained“ ist keine leichte Kost. Natürlich schockiert es, mehr oder eher weniger zu sehen, dass über eine lange Zeit Frauen entführt und grausam ermordet werden, dabei darf man jedoch nicht vergessen, geht es vor allem um den Jungen Tim, dessen Mutter selbst Opfer des Psychopathen Bob wurde und der von ihm sozusagen adoptiert und wie ein Hund an die Leine gelegt wurde.
Über 10 Jahre lang wurde das Kind unterdrückt und musste zig Morde mit ansehen und deren Reste beseitigen und sich dabei an die strickten Regeln seines Peinigers halten. ausgemergelt und devot, wächst Tim zu einem jungen Mann heran, der niemals mehr aus diesem Haus herauskam.
So ist er zwei Monstren ausgesetzt, dem Psychopathen und dem Haus, seiner Zelle. Doch Tim gibt sich zu keinem Zeitpunkt wirklich geschlagen und als in sein Herr zu seinem Nachfolger „ausbilden“ will, wehrt er sich einen Menschen zu töten.
Schwierig das Ganze zu beurteilen. Für mein Empfinden war der Film zu lang, ab einem bestimmten Zeitpunkt trat die Geschichte auf der Stelle. Dann kommt es endlich zu einem wohlverdienten Finale, dass jedoch einen ganz seltsamen hollywoodmäßigen Twist bekommt, der so gar nicht zu Rest passte und einen großen Teil der Bedrückheit kaputt machte.
So wie ich das verstand, war das Ende Frau Lynchs Zugeständnis an die Produzenten, die Originalstory, aber wesentlich brutaler.
Was sie damit meinte, sie zeige wie Monster entstehen, weiß ich bis heute nicht, denn genau das ist meiner Meinung ja nicht passiert und die Erklärung, warum Bob so geworden ist, war mir zu Klischee.
Auch kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Kind, dass unter solchen Umständen auswächst und erzogen wird, noch so viel Willen hat sich zu wehren und zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, aber da steckt man natürlich nicht drin.
Letztendlich ist „Chained“ der Versuch etwas wirklich finsteres mit einer gewissen Tiefe zu erschaffen, was nur bedingt gelang und durch einem dem Showwert zuliebe konstruiertem Ende geopfert wurde.
Nichtsdestotrotz Anerkennung für die Idee und den Mut diesen Indepenentstreifen zu drehen wie auch Frau Lynchs gute Auswahl der Darsteller. Vincent D’Onofrio ist einfach perfekt als Bob der gestörte Frauenschlächter und alle Achtung für Eamon Farren, er war beeindruckend als erwachsener Tim.8:10

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p>USA 2012 / 98 MIN / ENGLISCHE OV REGIE JENNIFER LYNCH DARSTELLER VINCENT D’ONOFRIO / EAMON FARREN / JULIA ORMOND / GINA PHILIPS / JAKE WEBER / CONOR LESLIE / EVAN BIRD DREHBUCH JENNIFER LYNCH / DAMIAN O’DONNELL PRODUZENT CRAIG ANDERSON / RHONDA BAKER / DAVID BUELOW VERLEIH CAPELIGHT PICTURES

5 thoughts on “DerSchoßhund”

  1. D’Onofrio war wirklich fantastisch.
    Und ja, genau das finde ich halt auch: wenn der Film das Ziel hatte, die Monsterwerdung eines Menschen zu beschreiben, dann hat er dieses Ziel klar verfehlt. Und das Ende fand ich wirklich übelst.

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