EinDingsAusBumsMitParasiten

Cloverfield – von Matt Reeves

cloverfield
Inhalt:
Kennen wir schon, trotzdem:
Yuppie Rob geht nach Japan und feiert gerade seine Abschiedsparty, als das Grauen in Form eines doch mehrere, wenn nicht gar hundert Meter hohen, breiten oder wie auch immer Dingsdas über Manhattan herfällt und in den Central Park macht. Nur gut, dass Rob’s Kumpel Hud den Auftrag hat, den Camcorder laufen zu lassen, auf dass Rob ein schönes visuelles Andenken hat, ha.
Auf jeden Fall ist die Partylaune am Boden als die Erde vom schlecht gelaunten Ungetüm erschüttert wird und der ein oder andere Wolkenkratzer zu Bruch geht. Wahnsinn wie schnell auch das Militär bei Fuß ist, aber danach fragen die Yuppies jetzt nicht, denn die rennen um ihr leben. Die Flucht über die Brooklyn Bridge scheitert kläglich, denn da ist der Fleischberg gerade dabei die Seile durchzuknabbern und Robs Bruder läßt sein Leben. Die Partygang wird kleiner und so flüchten sich die Übriggebliebenen in die U-Bahn. In den Tiefen derer Tunnel finden die Vier dann auch neue Freunde: Spinnenartige etwas bissige Mini Dingsda’s, die unwählerisch zu Gange gehen und eine der Damen empfindlich anknabbern. Doch unsere Yuppies haben es immer noch nicht überstanden und rennen weiter…

Fazit:
Ja ja ja. Genauso sollte er sein, der Monsterfilm für mich.
Keine pseudowissenschaftlichen Tschernobyl Erklärungen von seltsamen Wissenschaftlern, die auf alles eine Antwort haben und für alles ein Gegenmittel. Keine Militärs, die entgegen ihres Rufes die Ehre der Vereinigten Staaten von Amerika retten und dem Gegner den Garaus machen, Notfalls mit Nuklearwaffen. Keine Erklärungen für irgendwas.
Einfach kommen, plattmachen was geht und den Stinkefinger zeigen. So geht das in guten Monsterfilmen.
Und mittendrin ein paar selbstverliebte Yuppies, die selbst in der größten existentiellen Not nicht die Finger von ihren Handys und Camcordern lassen können, anstatt sich mal richtig umzusehen.
Genau, mir hat es gefallen. Mit einem Puls von bestimmt 300 saß ich da heute in der sechsten Reihe, so nahe an der Leinwand, dass man gerade noch das Gesamtbild wahrnehmen kann, aber auch die kleinsten Details (der Schluss war ja so wichtig) nicht verpasst. Die Miranda war natürlich vor Aufregung bereits nach 10 Minuten leer.
Nach den ersten blabla Minuten ging es dann doch ganz gut zur Sache. Ja, so sieht es „hinter den Kulissen“ aus, ohne richtige Informationen mit lauter hysterischen Menschen auf der Flucht vor irgendwas, nicht verstehend was das eigentlich soll und warum der Freundin der Schädel platzt nachdem sie von irgendwas-MiniMe’s gebissen wurde.Ich verstehe gar nicht was die kritischen Stimmen da erklärt haben wollen. Woher das Dings kommt und warum ? Ist doch egal, wusste man bei Alien auch nicht wirklich und da hat auch niemand gekräht.
Cloverfield ist für mich eine gelungene Episode zum Thema: „Monster über der Stadt aus der Sicht des Niemands, ohne Überblick über die Gesamtsituation“.
Der Zuschauer ist dementsprechend nur ahnungsloser Mitläufer und geht genauso mit unter, Punkt, nicht mehr und nicht weniger.
Das Dingsda an sich ist an manchen Stellen etwas verzerrt, am Schluss aber dann in voller Größe très chic. Das zerstörte Manhattan einfach wunderbar, wie alle Bauten und Effekte.
Das was mich am meisten nervte war die Partymucke zu beginn des Filmes: eben College-Yuppie-Kram (bis auf Gorillaz), der Originalsong des Abspann war dann wieder sehr gut. 2657940_63bcf2a255_sAch ja die entscheidene Stelle am Schluss habe ich nicht gesehen, vielleicht habe ich zu panisch gesucht oder war doch zu nahe dran, aber ich weiß ja was es war.

Cloverfield (Cloverfield, USA 2008), Paramount Pictures, Regie: Matt Reeves, Produktion: J.J. Abrams, Bryan Burk, Drehbuch: Drew Goddard, Kamera: Michael Bonvillain, Darsteller: Lizzy Caplan, Jessica Lucas, TJ Miller, Michael Stahl-David, Mike Vogel, Odette Yustman

19 thoughts on “EinDingsAusBumsMitParasiten”

  1. Nun werde ich neugieriger und neugieriger. Eine Erklärung verlange ich auch nicht, viele der besten Monster waren einfach plötzlich da. Basta!
    Aber heute meinen die Filmemacher immer, dem Publikum alles erklären zu müssen. Die neue Version von Halloween ist ja auch so, da wird in der Kindheit von Michael gekramt und erklärt. Wen interressiert das??? Ich habe noch nie jemanden fragen hören, werum der plötzlich seine Schwester absticht…

  2. Schön, dass dir der Film auch gefallen hat. Ich war teilweise echt in den Sitz gedrückt… Vor allem der Hubschrauberabsturz und die Attacke im U-Bahn-Tunnel waren heftig…

  3. *lach* Tja. Ging mir anders.
    Aber in der Schlussszene konnte ich auch nichts besonderes erkennen, das war bestimmt nur ein weiterer Trick der Produzenten, damit sich alle den Film ein zweites Mal im Kino anschauen…

  4. Also solltest Du Dich für den Film entscheiden, wähle die Originalfassung. Die Synchro ist Grottenschlecht und man braucht keine großartigen Englischkenntnisse, um der Handlung in OF folgen zu können.

  5. Also: Jetzt hab ich ihn endlich mal gesehen! Grundsätzlich gut, aber ein paarmal hab ich mich tierisch aufgeregt. Diese Lute da, die waren doch alle mindestens ende 20? Mann, was die ür einen Stuß dahergeredet haben, besonders der ewig blöd brabbelnde Typ mit der Kamera. Von mir aus hätte das MOnster nur den Camcorder wieder ausspucken müssen *gg* Insgesamt war ich wohl noch nie so auf der Seite des Monsters wie in diesem Film

  6. :)) Das ist der Vorteil, wenn man einen Film nicht ins seiner Muttersprache sieht, ich höre dann nicht so genau hin und das Geschwafel nervt nicht so. Auf großer Leinwand war er einfach klasse, für mich einer der Top Ten Filme dieses Jahr.
    Und, das Dummschwätzen hinter der Kamera war bisher in allen Handkamerafilmen so nervig, aber hier hatten wir wenigsten das Ding :))

SagWas!

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