DasMuttersöhnchen

Vidar The Vampire von Thomas Aske Berg und Fredrik Waldeland

„Vidar the Vampire“ (OT: Vampyr Vidar)
Regie: Thomas Aske Berg, Fredrik Waldeland
Darsteller: Henrik Rafaelsen, Thomas Aske Berg, Kim Sønderholm, Brigt Skrettingland, Penda Faal, Fredrik Waldeland, Ingvar Skretting
Drehbuch: Thomas Aske Berg, Fredrik Waldeland
Produzent: Thomas Aske Berg
Kamera John Iver Berg
Verleih: noch ausstehend
Norwegen | 2017
Laufzeit: 83 Minuten

 

Solange sich Vidar erinnern kann ist er Bauer und bewirtschaftet den Hof seiner Mutter alleine, während sie immer irgendwie krank ist und im Bett liegt. Ob als Kind oder jetzt mit 33, etwas anderes als die Landwirtschaft und seine Arbeit hat er nie kennengelernt. Vidar weiß, dass das nicht dass Ende der Fahnenstange sein darf und dass er sich so langsam von seiner Mutter lösen muss. Natürlich hat er noch mehr Probleme: sein Leidensdruck endlich ein Weib zu finden nimmt täglich zu und so bettelt er förmlich vor seiner Jesusfigur um eine Frau. Doch irgendwie hat ihn Jesus nicht richtig verstanden, denn neben seiner angeborenen Abneigung früh aufzustehen, wird Vidar nun auch extrem lichtempfindlich und ziemlich blutdürstig. Der Typ, der sich ihm als Jesus vorstellt, scheint dann auch nicht unbedingt vertrauenswürdig zu sein und Vidars Probleme werden nicht weniger.

Nicht ohne Grund sind meine Erwartungen an einen norwegischen Beitrag sehr hoch, immerhin kommen einige meiner Lieblingsfilme des Festivals aus diesem Land (Thale, DeadSnow2, Ninjatroopen). Leider konnten Thomas Aske Berg und Fredrik Waldeland mich nicht gänzlich zufriedenstellen, dabei lief die Geschichte des jungfräulichen Hinterwäldlerbauern, der Jesus anbetet und erhört wird, ganz gut an. Das Melodram beleuchtet den Werdegang unseres Protagonisten Vidar von der Kindheit bis zur Gegenwart, in der er sich einem Psychologen offenbart. Heiter und überspitzt beobachten wir das religiöse Landleben und einen jungen Mann, der außer Arbeit praktisch nichts kennt und bereits als Kind von der Mutter als Knecht missbraucht wurde. Irgendwann als Erwachsener geschieht dann das Unglaubliche, Vidars Gebete werden erhört und Jesus steht leibhaftig vor ihm. Doch dieser Jesus ist nicht zum Brotbrechen da, vielmehr macht er aus Vidar einen Vampyr. Der weiß mit seinem neuen Status erst mal nichts anzufangen und ist letztendlich auch nicht wirklich zufrieden, denn mit dem Saugerdasein eröffnen sich neue Probleme. Soweit so gut, eine schöne Geschichte, die einem Kurzfilm gut gestanden hätte, die aber hier über die 83 Minuten nicht gänzlich funktionierte. Vielleicht lag es an der Arbeitsweise wie der Film entstand, denn ohne Geldgeber entstand der Streifen praktisch nebenbei. So hatte ich irgendwann den Eindruck, die Autoren wussten irgendwann nicht mehr wohin die Reise gehen soll und wiederholten sich nur noch.
Schade. Wie gesagt, als Kurzfilm hätte er mir gefallen. Die Idee ist aber gut.

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