You’veNeverSeenAMiracle

Blade Runner 2049 von Denis Villeneuve

Directed by Denis Villeneuve
Produced by Andrew A. Kosove, Broderick Johnson, Bud Yorkin, Cynthia Yorkin
Screenplay by Hampton Fancher, Michael Green
Story by Hampton Fancher
Based on Characters from Do Androids Dream of Electric Sheep? by Philip K. Dick
Starring Ryan Gosling, Harrison Ford, Ana de Armas, Sylvia Hoeks, Robin Wright, Mackenzie Davis, Carla Juri, Lennie James, Dave Bautista, Jared Leto
Music by Hans Zimmer, Benjamin Wallfisch
Cinematography Roger Deakins
Edited by Joe Walker
Production company: Alcon Entertainment, Columbia Pictures, Scott Free Productions, Torridon Films, 16:14 Entertainment, Thunderbird Entertainment
Distributed by Warner Bros. Pictures, Sony Pictures
Release date October 3, 2017(Dolby Theatre), October 6, 2017(United States)
Running time 163 minutes
Country United States
Language English
Budget $150–185 million
Box office $81.7 million

 

2049 sind die Replikanten ein Bestandteil der Gesellschaft, besser gesagt ihre optimierten Versionen. Mittlerweile sind wir über Nexus 8 hinaus und heutzutage gehorcht ein Replikant, wenn er unter Menschen auch noch immer nicht gut gelitten ist. Die künstlichen Wesen werden weiterhin zur Kolonialisierung eingesetzt oder als Ordnungshüter. So ist auch K beim LAPD und arbeitet dort als Blade Runner, denn noch immer schwirren abtrünnige alte Modelle durch die Städte. 
Doch K stößt bei einer InDenRuhestandVersetzung auf etwas Merkwürdiges und das schlägt hohe Wellen. Ein begrabener präparierter Replikant und ein Holzpferdchen, stellen die Grundordnung in Frage und so sind sehr bald nicht nur die Polizei, sondern auch Tyrells Nachfolger Wallace in Aufruhr und nach der Suche nach einem Mann: Rick Deckard.

Eigentlich gab es für mich nur zwei Möglichkeiten: entweder dieser Film ist ein totaler Flop oder brillant.
Nun, da ich ihn gesehen habe tendiere ich zum letzteren, auch wenn er für mich einen unentschuldbaren Mängel hat.
Doch bleiben wir zunächst beim Inhalt und den 164 Minuten, die ich als gesunder normaler Mensch ohne Pinkelpause und Popcorn überstehen konnte, wenn auch nicht kopfschmerzfrei, denn 3D über eine so lange Zeit ist anstrengend.
Villeneuve hat es zu meiner Befriedigung geschafft Altes nicht einfach neu aufzukochen. Statt bunten Promenadenmischungen und Vergnügungstempeln im Regen, herrscht hier Nebel, Rauch und allgemeine Düsternis vor. Die Welt hat sich weiterentwickelt, die Tyrell Corp. ist hinüber, Wallace hat die Reste an Land gezogen und das Replikantenprogramm auf ein neues Level gehoben. Seine Schützlinge sind nun Gehorcher und wesentlich leichter zu handeln, ja werden sogar dafür eingesetzt Ihresgleichen zu zerstören. Einer von Ihnen ist K., ein Blade Runner, der auf einem „Routineeinsatz“ auf eine Unmöglichkeit stößt und damit Panik auslöst, aber auch Begierlichkeiten in Gang setzt. Er selbst beginnt an seiner eigenen Identität zu zweifeln und stößt auf Replikanten, die sich als bessere Menschen sehen wie Menschen, die neue Erkenntnisse für ihre eigenen Zwecke ausnutzen wollen. Natürlich spielt dabei auch Rick Deckard eine Rolle,
Wenig Farben, wenig Freude. Die schöne neue Welt, die wir zu Gesicht bekommen ist eine grausame, schmutzige Ödnis, in der Waisenkinder im Dreck arbeiten und ausgebeutet werden, verkommene Menschen Replikanten hassen und Reiche Gott spielen wollen. Also alles beim alten und noch viel schlimmer. Die Welt ist nicht zusammengerückt, sondern die es sich leisten können hauen ab oder isolieren sich in ihren Luxusbauten. Natürliche Nahrung ist knapp und für jemanden wie K nur per Hologramm zu bekommen. Selbst Las Vegas ist nur noch ein staubiger Traum. Glücklich der, der auf Papier geschrieben hat, denn ein Crash, hat weltweit alle elektronischen Daten gelöscht oder extrem beschädigt, eines der Probleme dieser Welt.
„Blade Runner 2049“ ist anders, viel deprimierender als „Blade Runner“, in dem es auch um die Frage ging, was den Menschen zum Menschen macht, was passiert mit unseren Erinnerungen, aber auch um das Recht auf Leben, ohne Ablaufdatum und frei bestimmt. Er beschränkt sich auf eine Hand voll Personen, die irgendwie auf ihre Art alle ziemlich verloren wirken, vielleicht darum auch die große Leinwand kaum in Anspruch nehmen. Villeneuve ist unbestritten der Mann der eindrucksvollen Bilder, großer Leinwände, des Staubes und Rauches. Wie bereits in „Arrival“ schafft er mittels Lichtkompositionen, Nebel und Sound großes Kino zu kreieren. Weiterhin konnte ich kaum glauben, dass ausgerechnet Hans Zimmer und Benjamin Wallfisch hier für die Musik zuständig waren. Gut, Vangelis hat meiner Meinung nach zu wenig Credit bekommen, denn im Grunde war der Score nur eine Variation seiner Musik, aber egal Zimmer hat sich selbst übertroffen. Für das Sound Editing und Sound Mixing hat der Film mindestens einen Oscar verdient und auch die Ausstattung und Architektur ist atemberaubend; selbstredend fährt K. einen Peugeot.
„Blade Runner 2049“ zeigt uns in epischer Länge gewaltige Bilder, beeindruckende Ansichten, die alle so echt wirken, brutale Bilder, egal ob wir uns vorstellen da künstliche Wesen zu sehen oder Menschen, der Umgang mit Leben ist hier grausam.
Kommen wir zum großen Mangel dieses Filmes: Jared Leto.
Man mag über Ryan Gosling sagen was man will, aber für mich ist der meist überschätzte Schauspieler auf diesem Planeten Jared Leto. Der Mann ist immer over the Top und nie wirklich gut und als Wallace nervt er nur ab. Ich will ihn nicht sehen und bettle nochmals: bitte besetzt ihn nicht mehr. Jedem anderen hätte ich die Figur abgenommen, ihm nicht. Ein Grund für mich, warum dieses großartige Kunstwerk nur 9 statt 10 Punkte bekommt.
Richtig gut hat mir dagegen Sylvia Hoeks als Luv gefallen, die scheinbar zarte rechte Hand von Wallace, auch etwas besonderes, aber eben so anders als Rachael.
So gesehen würde ich den Film unbedingt empfehlen und wenn ich es diese Woche schaffe, werde ich ihn ein zweites Mal und dann im IMAX anschauen.

10 thoughts on “You’veNeverSeenAMiracle”

  1. Na, hier war ich ja wirklich richtig doll gespannt, wie er Dir gefällt. Wo Du doch den Originalfilm so liebst. Ich bin überrascht, dass Du sooo begeistert bist.

    Ich habe den Film natürlich mit einem ganz anderen Hintergrund geguckt, hatte es bis zum Schluss nicht geschafft, mir den Originalfilm anzuschauen. Ich denke aber jetzt im Nachhinein, dass ich das hätte tun sollen. Mich hat der Film ziemlich gelangweilt, war nur von den Bildern (gerade im dritten Akt), dem Productiondesign und dem Sound schwer beeindruckt. Am meisten hoffe ich auf den Oscar für Roger Deakins, er ist sowieso überfällig und hierfür hat er ihn total verdient. Ja und Jared Leto, hat zwar nen Oscar, aber als Schauspieler nehme ich ihn auch nicht wirklich ernst. Für mich ist er immer noch vordergründig Musiker. 🙂

    1. Mr ging und geht es natürlich auch die ganze Zeit im Kopf herum, ob man den Film auch hätte kürzer machen können und sicherlich hätte er dann auch funktioniert, aber so hatte er eine besonders nervenzehrende Art, die die Bilder verstärkte, fand ich.
      Aber gut, vor 10 Jahren wäre er sicherlich eine Stunde kürzer gewesen und das wäre auch gut so – glaube ich :))
      Und sicherlich sehe ich diesen Film mit ganz anderen Augen und unter anderen Aspekten, sehe andere Details und Hommagen an den alten Film wie CCCP und PanAm Reklame, meinen Gaff, der eine wunderbare Ziege gefaltet hat. Na ja etwas mit nostalgischen Augen.

    1. Ja gut, so genommen hatte das sein Vorgänger Tyrell dann auch nicht. Ich fand seine Figur einfach übertrieben. Wozu blind? Und das ganze Drumherum.

        1. Wat? :))
          Ich meinte damit auch eher seine Sehsteinchen, sind genauso Unsinn wie die PanAm Werbung. Und diese Wasserhallenwohnzimmeratmo war furchtbar :))

          1. Ja, die Sehsteinchen waren cool, wa? Da kann man um die Ecke gucken. ;D
            Die PanAm Werbung fand ich jetzt nicht zwingend Unsinn. Blade Runner kann ja auch in einem Paralleluniversum spielen, wo die Firma noch existiert, so wie Atari auch.

SagWas!