KriegHatImmerGründe

Land of the Little People von Yaniv Berman

Running time: 83 MIN. (Original title: “Medinat Hagamadim”)
PRODUCTION: (Israel – Palestine) A Fresco Films presentation of a Fresco Films, Royal Rat Prod. production. (International sales: Pluto Films, Berlin.)
Producer: Tony Copti.
Executive producers: Sergei Bezrukoff, Josh Yablon.
CREW: Director, writter: Yaniv Berman.
Camera (color, widescreen): Rami Katzav. Editors: Oz Guttman, Ziv Karshen.
DREHBUCH Yaniv Berman
REGIE Yaniv Berman
WITH: Maor Schweitzer, Ofer Hayun, Lior Rochman, Mishel Pruzansky, Amit Hechter, Ido Kestler, Nimrod Hochenberg. (Hebrew dialogue)
ISRAEL/PALÄSTINA 2016 / 83 MIN / HEBRÄISCHE OMEU

 

Die vier Kinder Hemi, Tali , Meni und Yonatan leben in einer dieser neuen Siedlungen, in denen außer Langeweile nichts los ist; ihre Väter sind Soldaten und meist im Kriegseinsatz, ihre Mütter haben die Kontrolle über sie schon längst verloren. So vertreiben sie sich ihre Zeit auf dem Gelände einer verlassenen Militärbasis, jagen und töten Tiere für ein imaginäres Ungeheuer in einem Schacht und hängen dort herum.
Als sich eines Tages zwei Deserteure auf dem Terrain verstecken, sind die Kinder außer sich, denn die beiden blockieren ihre Opferstätte und ihr Rückzugsgebiet. Doch das lassen sich die vier nicht bieten.

Auch dieser Film lief mit einem Vorwort des Regisseurs, in dem er erzählte, dass er in seiner Kindheit an einer verlassenen Munitionsfabrik oder so lebte und dies ein mystischer Ort für ihn war. Gleichzeitig war das die Inspiration für diesen Film.
Hört sich nett an, wurde meiner Meinung nach aber seltsam umgesetzt. Ich weiß nicht wie das israelische oder palästinensische Zuschauer sehen, bestimmt anders als ich, aber die Kinder oder eigentlich Jugendlichen, hatten für meinen Geschmack alle einen Hau weg.
Was für eine furchtbare Grundsituation, leben in einer Neubauhaussiedlung, die scheinbar nur von Soldatenfamilien bewohnt werden. Die Väter ziehen in den Krieg, so wurde es formuliert, die Kinder haben angst um sie, aber wenig Respekt vor den Müttern. Die Familien stehen unter dem Druck der Nahostkonflikte und die Kinder wachsen zu kleinen psychotischen Monstern heran.
So gehen die Gören mit Pfeil und Bogen los, um Tiere zu töten, stellen Bärenfallen auf, sind für ihr Alter etwas zu aggressiv bewaffnet und wesentlich zu abgebrüht was das Verletzten von Mensch und Tier angeht. Einer in der Gruppe ist dann auch noch der ungeliebte Mitläufer, Yonatan, das Mädel Tali wirkt als hätte sie null Empathie, aber da ist Hemi nicht anders. Meni soll wohl der lustige Part der Gruppe sein; er muss ständig vor seinem großen Bruder flüchten, der ihn verprügeln will, klaut und raucht.
So wird diese etwas gestörte Kindgruppe auf zwei Deserteure losgelassen, von denen man nicht wirklich viel erfährt und die in den Augen von Kindern kämpfender Soldaten ohnehin der letzte Dreck sind.
Ich weiß nicht was ich davon halten soll. Gute Unterhaltung war das nicht und auch kein echtes Drama. Die Kids waren so unsympathisch, dass sie von mir aus am offenen Feuer hätten gegrillt werden können und ich ging eigentlich nur mit dem Gedanken aus dem Film, dass es mich nicht wundert warum die Konflikte in Israel niemals aufhören werden, mit so einem kranken Nachwuchs.
Aber das ist ja auch was.
Der Streifen lief übrigens auch im Fresh Blood Wettbewerb.

 

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