OatsStudios(Volume1)

Neill Blomkamps Oats Studios sind ein unabhängiges Experimentalfilmlabor, das im Open Source Format arbeitet und so dem Publikum ermöglicht mit dem Regisseur zu interagieren. Das Ziel ist es originelle Kurzfilminhalte zu kreieren, die vielleicht irgendwann einmal zu Langfilmen oder Serien werden.
Das Geschäftsmodell der Oats Studios: Die Kurzfilme selbst gibt’s in HD für lau auf Youtube, während man auf Steam zusätzlich Download-Content für 5 Euro kaufen kann (HD-Video-File mit 5.1 Soundmix, Concept-Arts, Scripts und 3D-Modelle). Die ersten Kurzfilme, die unter „Volume 1“ laufen sind wie gesagt kostenlos, „Volume 2“ soll angeblich kostenpflichtig werden, aber man wird sehen.
Neill Blomkamp hat in den Oats Studios bislang fünf Kurzfilme gedreht, von denen „Rakka“, „Firebase“ und „Zygote“ drei ca. 20 minütige SF-Filme sind, „Cooking with Bill: Damasu 950“ und „God: Seregenti“ eher zwei heitere Episoden mit Monty Python Charakter.

 

Rakka von Neill Blomkamp

Nach der Invasion einer technologisch überlegenen Alienrasse, die den Menschen weniger zugetan ist, liegt 2020 die Menschheit am Boden. Zahllose Opfer sind zu beklagen, die Zivilisation ist zerstört. Während die Aliens munter mit den verbliebenen Menschen experimentieren, versuchen wenige sich hartnäckig zu wehren. 
Die Aliens beherrschen nicht nur die Nanotechnologie, sondern verfügen auch über besondere Fähigkeiten, sprich sie können den Willen der Menschen brechen.
Ein entflohener Häftling, der bereits von den Aliens modifiziert wurde soll nun einer Gruppe Rebellen helfen Schwachstellen zu finden.

Man sollte nicht zu viel erwarten, „Rakka“ ist ein Kurzfilm und es gibt keine Figuren, die wir genauer betrachten oder mit denen man mitleiden könnte. So mancher hält das Blomkamp ohnehin vor, aber wenigstens wird man optisch voll entlohnt. Was interessieren mich in einem SF-Short die Charakter (die aber durchaus ausbaufähig wären), wenn die Effekte atemberaubend sind. Das Szenario Rakkas könnte nicht finsterer sein und ist richtig toll gemacht. Natürlich splattert es in den wenigen Minuten auch ganz ordentlich und ich bin wirklich baff.
„Rakka“ hat mir extrem gut gefallen und außerdem spielt Sigourney Weaver mit.

 

Firebase von Neill Blomkamp

Der Vietnamkrieg 1969-70. Tatsächlich kämpfen die US Soldaten nicht nur gegen die Vietcong, sondern gegen einen wesentlich unheimlicheren Gegner. Mancher mag sagen, es ist der Teufel. Tote stehen wieder auf, sind untötbar oder transformieren sich in unbeschreibare Formen. Darüber hinaus stimmt etwas mit dem Raum-Zeit Kontinuum nicht mehr, denn ein Soldat findet sich auf einmal zu einer anderen Zeit in den USA wieder und wird von merkwürdigen russischen Kampfjets angegriffen, nur um kurz darauf wieder in Vietnam zu sein.
Wir folgen einem Soldaten, der auf unerklärliche Art vom Glück gesegnet ist und aus jeder Situation heil heraus kommt und vom CIA ausgerüstet gegen die Kreatur kämpfen soll, die das alles bewirkt.

Von diesem Film bin ich absolut geflasht.
Der Vietnamkrieg in völlig neuem Licht; wir sehen zunächst dokumentarische Aufnahmen aus dem Jahr 1969, in denen nicht nur Menschen und Ausrüstung von einer unsichtbaren Macht in die Luft gehoben, sondern auch seltsam deformierte Leichen aufgefunden werden. Irgendetwas ist im Busch, das unbesiegbar auf beiden Seiten metzelt und dazu noch an der Zeit manipuliert. 1970 dann folgen wir einem besonderen Soldaten, der der Kreatur begegnet ist und nun vom CIA angeheuert wird, diese zu finden und zu vernichten. Und natürlich wurde das Napalm nur eingesetzt, um dieses Wesen zu töten.
Wirklich klasse umgesetzt. Irre Effekte und eine klasse Story. Am Ende sitzt man nur da und will mehr, kann es nicht glauben, dass Schluss ist. Hier könnte ich mir vorstellen, dass die Idee weiterverfolgt wird und obwohl jeder Film eigenständig ist, sieht man hier leichte Parallelen zwischen dieser Kreatur zu denen in „Rakka“.

 

Zygote von Neill Blomkamp

Irgendwo in der Arktis versuchen die letzten beiden Überlebenden (eine Frau, die dachte sie wäre ein Android, aber in Wirklichkeit eine menschliche Waise ist wie alle „Versuchsratten“ der Station {Kostengründe}),  einer Bergbauanlage von Cerberus Minerals, einem furchtbaren Monster zu entkommen. Das Ding wurde von den Wissenschaftlern der Station erschaffen, denn als sie versuchten Asteroide, die auf die Erde gelangt sind zu zerlegen, wurden sie durch darin enthaltenes außerirdisches Material mit Informationen geimpft, die sie zwangen mit biologischem Material zu experimentieren. So erschufen die Wissenschaftler das Ding, das sich aus den Menschen der Station zusammensetzt und versucht alle lebenden Organismen zu absorbieren.

„Zygote“ ist für meinen Geschmack der schwächste der drei Kurzfilme. Vielleicht lag es daran, dass ich Jose Pablo Cantillo schwer verstanden habe und einige Fakten mehr erraten als gehört habe. Im Film sehen wir nur zwei Personen: Dakota Fanning, die so eine Art Versuchsperson ist und denen erzählt wurde, sie wären Androiden. Jedoch stellte sie gerade fest, dass sie menschlich ist und so korrigierte die zweite Person (keine Ahnung ob Security oder Wissenschaftler) sie dahingehend, dass die Versuchsmenschen ausschließlich Waisen sind, weil sie billiger sind und sie von niemanden vermisst werden. In der Mining Base wurde an außerirdischen Gestein herumgemacht, doch leider waren darin feindliche Infos, die durch Lichtstrahlen in die Augen und das Gehirn der Wissenschaftler gedrungen ist und diese zwang mit biologischen Material diese neue Lebensform zu kreieren, vor der die beiden nun fliehen müssen.
Das Ding selbst ist dann eine krude Mischung aus Carpenters Ding, die Stimmung erinnert etwas an Alien ohne Herzrhythmus. Irgendwie ganz nett, selbstredend wie alle drei Filme sehr blutig und slobberig, aber so richtig gepackt hats mich nicht.

 

 

„Cooking with Bill: Damasu 950“ von Neill Blomkamp

Eine heitere Präsentation des Wundermessers Damasu 950, das nicht nur in verschiedenen Richtungen schneiden kann, sondern auch 20 Mal so schnell.
Allerdings muss unser Präsentator Bill noch etwas an den Feinheiten seiner Vorstellung feilen.

„God: Seregenti“ von Neill Blomkamp

„God“ ist nun endgültig Monty Python!
Gott sitzt in seiner Bibliothek und versucht seine Tageszeitung zu lesen, während auf seinem Spielfeld Serengeti eine Horde Steinzeitmenschen erfolgreich Feuer machen. Das erzürnt ihn ungemein und so muss sein Butler das Feuer ausblasen und die Elefanten dazu bewegen die Leute wieder in ihre Höhle zu treiben. Doch die Menschen geben keine Ruhe, kommen aus der Höhle und fangen an zu tanzen. Auf die Frage warum sie tanzen erklärt der Butler, Gott hätte vergessen zu gießen und so wird der Butler angewiesen es regnen zu lassen.
Die Menschen sind fröhlich, Gott findet das lustig und alles fängt an zu wachsen. Doch Gott hat dann doch keine Lust darauf und lässt die Plage über alles kommen.

 

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