VampireGlitzernNicht

The Transfiguration von Michael O’Shea

Directed by Michael O’Shea
Produced by Susan Leber
Written by Michael O’Shea
Starring Eric Ruffin, Chloe Levine, Aaron Moten, Danny Flaherty, Anna Friedman, Carter Redwood
Music by Margaret Chardiet
Cinematography Sung Rae Cho
Edited by Kathryn J. Schubert
Production
company
Transfiguration Productions
Release date 14 May 2016 (Cannes)
Running time 97 minutes
Country United States
Language English

 

Milo ist vierzehn und ein klassischer Außenseiter, der mit seinem großen Bruder in einem heruntergekommenen Viertel in Queens lebt.
Er liebt die alten Vampirschinken, hat eine ansehnliche VHS-Sammlung, hinter der er seine Geldbeute sammelt und ist alles andere als ein harmloser Teenager, denn er ist ein Blutsauger und er vergreift sich nach seinen eigenen strengen Regeln an Menschen. 
Als Sophie im Haus einzieht, verändert sich für Milo alles.
Das Mädchen ist eine Außenseiterin wie er, die beiden werden ein Paar und Milo trifft weitgreifende Entscheidungen für die beiden.

 
Der Titel ist Programm in Michael O’Sheas „Transfiguration“, in dem ein 14jähriger Teenager nicht nur langsam erwachsen wird, sondern sich zum Vampir verwandelt.
Milo hat es nicht leicht, denn er ist ein Außenseiter und ziemlich sonderlich. Das ist zum Teil der Tatsache geschuldet, dass er alleine mit seinem großen Bruder in einem schäbigen Viertel in Queens lebt und für alles selbst sorgen muss. Von der Stütze bis hin zum Toastbrot und Wohnungspflege, Milo ist auf sich gestellt, denn sein Bruder liegt den ganzen Tag auf dem Sofa und sieht fern oder schläft. Warum seine Situation so ist wie sie ist, entblättert sich im Laufe der Geschichte und ist untrennbar mit Milos Verwandlung verbunden.
Milos Vorliebe für Blutsauger ist mehr als Fantum, er verwandelt sich mehr aus freiem Willen, vielleicht auch wegen eines Traumas. Waren es früher aktive Tierquälereien, denen er mittlerweile entsagt hat und nur noch über YouTube frönt, verlangt sein Körper mittlerweile nach dem roten Saft. Milo führt akribisch Kalender und Buch, in dem er genau beschreibt wie er seine Beute fängt und welche Regeln dabei einzuhalten sind. Auch hat er ganz eigene Thesen, was Vampire angeht.
Als er sich verliebt und eine Freundin findet, die sich ebenfalls am Rande der Gesellschaft bewegt, gerät jedoch sein Rhythmus aus dem Gleichgewicht und er weicht von seinen Regel ab. Milo macht Fehler und steht zu den Konsequenzen.
Michael O’Shea’s Film kann man guten Gewissens als sozialkritischen Indie-Vampirfilm bezeichnen, der sich keinesfalls versucht an seinen Vorbildern oder besser gesagt den Vorbildern seines Protagonisten zu messen, der von „Fright Night“ bis Murnau die Klassiker bevorzugt und sich als Running Gag über Twilight lustig macht.
Ein wummernder Score, realistische Bilder, etwas Coming-of-Age-Drama und der extrem gelassene, wortkarge Protagonist, der von Eric Ruffin verkörpert wird, ergeben eine interessante (hier im besten Sinn) Variante des Vampirthemas.
Ich mag den Mut O’Sheas sich als Erstlingswerk so eine schwierige Kiste auszusuchen und auch, wenn es kein Meisterwerk ist, ist es ein guter Film geworden.

 

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