DasLebenImNichtLinearenRaum

Arrival von Denis Villeneuve

arrivalDirected by Denis Villeneuve
Produced by Shawn Levy, Dan Levine, Aaron Ryder, David Linde
Screenplay by Eric Heisserer
Based on „Story of Your Life“ by Ted Chiang
Starring Amy Adams, Jeremy Renner, Forest Whitaker, Michael Stuhlbarg, Tzi Ma
Music by Jóhann Jóhannsson
Cinematography Bradford Young
Edited by Joe Walker
Production companies FilmNation Entertainment, Lava Bear Films, 21 Laps Entertainment
Distributed by Paramount Pictures (North America)
Sony Pictures Releasing International (International)
Release dates September 1, 2016 (Venice), November 11, 2016 (United States)
Running time 116 minutes
Country United States
Language English
Budget $47 million
Box office $54.2 million

 

Eines Tages landen an verschiedenen Orten auf der Erde 12 außerirdische Raumschiffe.
Niemand weiß was die Besucher wollen, doch die Bemühungen in Kontakt zu treten sind bei allen Nationen groß, aber noch wenig erfolgreich.
Colonel Weber hat die Aufgabe Experten für die US Regierung zu rekrutieren und entscheidet sich für die Linguistin Dr. Louise Banks und den Mathematiker Ian Donnelly. Während Donnelly naturwissenschaftlich an das Kommunikationsproblem herangeht, muss Louise erklären wie Komplex die Kommunikation mit einer völlig fremdem Spezies ist und man sich zuerst selbst erklären muss.

Da jede Nation anders an die Problematik heran geht ist eine Kommunikation untereinander wichtig und Louise sieht schnell die Fehler, die in einigen Ländern gemacht werden und zu einer kriegerischen Eskalation untereinander und mit den Besuchern führen wird.
Daneben wird sie durch Flashbacks auf ihr Leben emotional durcheinandergebracht, dass sie nie geführt hat.

Viel habe ich über „Arrival“ nicht gesehen oder gelesen, außer, dass er allgemein gut ankam. Vielleicht war das auch gut so, so ohne Erwartungen in den Film zu gehen und den großen Namen Villeneuve aus meinem Gedanken zu verbannen, der in meinen Augen auch weniger gute Filme gedreht hat. Letztendlich saß ich dann im Kino, so ganz unbefleckt und unter der Musik von Jóhann Jóhannsson, den ich durchaus zu schätzen weiß, es lief die erste Szene, die eigentlich nur Decke zeigte und mir liefen die Tränen.
Ich hasse das, so aufgebretzelt im vollen Kino zu sitzen und zu wissen, dass da eine Geschichte erzählt wird, die mich voll erwischt, emotional wie geistig.
Villeneuve verfilmte die ausgezeichnete Kurzgeschichte Ted Chiangs „Story of Your Life“, in der Die Sprachwissenschaftlerin Dr. Louise Banks die Aufgabe übertragen bekommt sprachlichen Kontakt mit einer außerirdischen Spezies aufzunehmen. Unter großem Zeitdruck versucht sie elementare Vokabeln zu lehren und zu erlernen und entdeckt dabei, dass die Besucher keinesfalls wie wir kommunizieren, ihre eigene Sprache und Schrift sind völlig unterschiedlich und unabhängig voneinander; die Schriftzeichen zeigen komplexe zyklische Strukturen, in denen Wörter nicht unabhängig vom Satz existieren und man keinen Satz beginnen kann ohne das Ende zu wissen. Zudem hat Dr. Banks Visionen und Träume aus ihrem Leben, dass ihr so unbekannt und vertraut ist und stellt fest, dass dies durch die Erlernung der Sprache der Heptapoden hervorgerufen wird, was die Zeit nicht mehr linear erleben lässt.
„Arrival“ ist Science Fiction at it’s best wie auch Lebensdrama; unsere Protagonistin erkennt, dass sie in einem deterministischen Universum lebt, in dem sie kommende Ereignisse nicht verändern kann und auch nicht will und auch zukünftige Ereignisse ihr Jetztsein bestimmen.
Unglaublich: Amy Adams, von der man gute Leistungen gewohnt ist, die hier jedoch über sich hinauswächst, was sicherlich auch den dichten und intimen Bildern geschuldet ist, die keiner Dialoge bedürfen (und noch mal: Jóhann Jóhannssons Streichertiraden treiben einem die Tränen in die Augen :)) ).
Neben der zugegeben umstrittenen These des Determinismus, gelingt Villeneuve natürlich auch ein wunderbarer Film über Kommunikation und Sprache. Wie geht man mit fremden Kulturen um? Was bestimmt den Umgang, wie baut sich die Sprache auf? Während sich viele Autoren auf die Mathematik stürzen, in der Annahme sie wäre universell, ist das hier genau anders und hochinteressant.
Natürlich ist der Interpretationsspielraum groß, unsere Protagonistin könnte auch selbstbestimmt sein und bewusst ein Leben leben wollen, von dem sie Glück und Schmerz schon kennt. Wer weiß.
Das Schöne an diesem Werk ist auf jeden Fall, dass es bewegend ist ohne rührselig und kitschig cute_msn_onions-9-253A10zu sein und das alleine ist schon hohe Kunst.
Jeremy Renner und Amy Adams sind ein gutes Team und beide wirklich beeindruckend und ja, das ist ein Film, den man sich im Kino antun muss.

11 thoughts on “DasLebenImNichtLinearenRaum”

  1. :)) …was gehst Du auch aufgebrezelt ins Kino. :))

    Kanntest Du die Kurzgeschichte, soll ja schon etwas anders gewesen sein?

    Ich fand übrigens die Aliens und auch ihre Sprache sehr cool. Meistens finde ich selbige ja dämlich.

    Willst Du den eigentlich auch nochmal gucken?

    Warum bekomme ich diesen Beitrag wieder nicht per E-Mail?

    1. Naja Abweichungen gibt es immer und Villeneuve lässt meiner Ansicht nach mehr Interpretationsspielraum.
      Ja die Aliens waren okay, der Sound war einfach bombastisch.
      Ja ich kann mir gut vorstellen, ihn nochmals zu sehen.
      Und was mit dem Blog los ist weiß ich auch nicht. Der Passwortschutz war hinüber und ein PlugIn funktioniert nicht (darum auch der fehlende Hintergrund) und was mit den Benachrichtigungen ist – das liegt am Jetpack PlugIn. Das alleine entscheidet über die Mails und da habe ich keinen Einfluss drauf 🙁

      1. Irgendwie nehme ich dir das nicht ab. 😉
        Nicht, dass man nicht mit hohen Erwartungen in einen Villeneuve gehen kann, aber…. Ich fahre bis Donnerstag einfach wieder runter oder gehe vorher in einen anderen Film im Cinemaxx! Was mit Vin Diesel vielleicht

        1. Genau, runterfahren. Ich bin ja nicht sein größter Fan und der Trailer ist nicht wirklich spannend, vielleicht holst Du Dich damit wieder runter :)) Oder guck Trolls, der ist so abturnend bunt und doof, dass Dir danach alles besser gefällt :))

  2. Volle Zustimmung. Ich saß anfangs einfach nur mit offenem Mund da und starrte wie gebannt auf die Leinwand. Ein toller Film, eine tolle Geschichte (deren Sammlung schon auf mein Kindle gewandert ist) und tolle Darsteller. Ein wirklich toller Sci-Fi-Film, ein tolles Charakter-Drama und mal wieder ein guter Film, über den man noch ein wenig nachdenken kann.

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