JederGegenJeden

Don’t Grow Up von Thierry Poiraud

DontGrowUpREGIE Thierry Poiraud
DARSTELLER Fergus Riordan, Madeleine Kelly, Mckell David, Darren Evans, Natifa Mai, Diego Méndez
DREHBUCH Marie Garel Weiss
PRODUZENT Ibon Cormenzana, Ignasi Estapé, Jérôme Vidal
VERLEIH Capelight Pictures
SEULS (F) / NO CREZCAS O MORIRÁS (E)
Frankreich/Spanien 2015 / 81 min / englische OV

May, Pearl, Bastian, Liam, Shawn und Thomas wundern sich nicht ernsthaft, dass sie heute alleine in ihrer Besserungsanstalt sind. Keine Lehrer, kein Koch, niemand, der ihnen etwas vorschreibt. So schön so gut, man raucht, trinkt und geht auf Beschaffungstour in die Stadt. Doch auch hier sehen sechs zunächst keinen Menschen, müssen aber sehr bald feststellen, dass die Erwachsenen, die sie treffen äußerst gewalttätig gegenüber den Minderjährigen sind und versuchen alle Kinder zu töten, die sie treffen.
So bleibt nur die Flucht aus der Stadt und sich in Sicherheit bringen, möglichst runter von dieser Insel. Doch die Jugendlichen müssen sehr bald feststellen, dass sie nicht nur die wildgewordenen Erwachsenen gegen sich haben, sondern auch von anderen Kindern und Jugendlichen attackiert werden, die ebenfalls versuchen zu überleben.

„Don’t Grow Up“ bietet uns ein ganz neues Szenario und richtig, eine neue Zombievariante. Diesmal werden nur Erwachsene von einer Seuche befallen, die sie zu rasenden Irren macht, die versuchen alles und jeden zu töten, insbesondere die Kinder.
Diese sind auf einmal ganz auf sich gestellt und müssen, egal welchen Alters, zusehen wie sie überleben können. Daraus ergeben sich makabre Momente, doch viel bewegender ist hier die Frage, die die Teenager bewegt: wann ist man Erwachsen? Einige unserer Protagonisten stehen kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Ist es tatsächlich nur das biologische Alter oder ist erwachsensein auch eine mentale Geschichte – etwas wie innere Reife?
So verwandelt sich auf einmal Darren, obwohl er jünger ist als Bastian, doch das Schicksal steht letztendlich allen bevor.
In meinen Augen hat Thierry Poiraud hier vieles richtig gemacht. Anstatt Zombiefledderei oder berstender Schädel sehen wir sechs straffällig gewordenen Jugendliche, die in kürzester Zeit begreifen müssen, dass sich die Birne zudröhnen nicht mehr gefragt ist und sie ums Überleben kämpfen müssen. Dabei stehen sie nicht nur vor dem Gegner Erwachsene, sondern auch vor ihresgleichen, die mit äußerster Brutalität versuchen selbst über die Runden zu kommen.
Das ist weitergesponnen sicherlich kein Leichtes, da Kinder bekanntermaßen nicht besonders große Kenntnisse darüber haben wie eine Gesellschaft funktioniert, eine Stadt am Leben zu halten ist, noch wie man Nahrung produziert.
Für mich mit einer der besten Filme des Fantasy Filmfests, der in 81 Minuten alles erzählt, onion_avatars8:10was es hier zu erzählen gibt und ich kann sagen, dass Poiraud sehr einfühlsam unschmalzig und spannend mit dem Thema Erwachsenwerden umgeht.
Der Film ist eine französisch-spanische Produktion, deren Darsteller aber Briten sind, entsprechend wurde englisch gesprochen.

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