Liebe,BlutUndTon

Crimson Peak von Guillermo del Toro

CrimsonPeakDirected by Guillermo del Toro
Produced by Guillermo del Toro, Callum Greene, Jon Jashni, Thomas Tull
Written by Guillermo del Toro, Matthew Robbins
Starring Mia Wasikowska, Jessica Chastain, Tom Hiddleston, Charlie Hunnam, Jim Beaver
Music by Fernando Velázquez
Cinematography Dan Laustsen
Edited by Bernat Vilaplana
Production company Legendary Pictures, DDY
Distributed by Universal Pictures
Release dates October 16, 2015
Running time 119 minutes
Country United States
Language English
Budget $55 million
Box office $74.7 million

 

Edith Cushing ist eine ungewöhnliche junge Dame, die in jungen Jahren ihre Mutter verlor und danach die Bekanntschaft mit einem Geist gemacht hat.
Die einzige Tochter eines wohlhabenden Bauunternehmers ist Schriftstellerin und alles andere als eine Partylöwin, sehr zum Wohlgefallen ihres Vaters. 
Als sie den neu in Buffalo eingetroffenen Baronett Sir Thomas Sharpe kennenlernt, ist es Liebe auf den ersten Blick. Sharpe umgarnt sie und Mr. Cushing ist äußerst misstrauisch. Nicht ganz zu unrecht wie sich herausstellt, doch zu spät um ernsthaft zu intervenieren, denn er lebt ab und Edith ist auf einmal alleine.
Kurze Zeit später heiratet sie Sir Thomas Sharpe und geht mit ihm nach England, wo sie mit ihm und seiner Schwester auf Allerdale House lebt. Aber die erste Begeisterung ist schnell verflogen, als Edith in ihrem neuen Heim Geister sieht. Irgendetwas stimmt nicht und die Spukgestalten scheinen sie vor etwas warnen zu wollen.

Was für ein zauberhafter Streifen.
Märchen, Horror und Gothic-Romanze zugleich und ganz Guillermo del Toro, der seine Geschichte über Liebe und Wahnsinn mit Ernsthaftigkeit durchzieht und sie vielleicht gerade dadurch zu keinem Zeitpunkt albern wirkt.
Ich hatte zuerst so meine Zweifel, denn opulente Kostüme und Frisuren, übertrieben blasse Haut und ein Studioset können leicht mal lächerlich aussehen, aber in „Crimson Peak“ hatte jedes Detail seine Berechtigung.
Angefangen bei den guten Blonden und den bösen Dunkelhaarigen über das Sterben von Schmetterlingen bis hin zum in blutroter Tonerde versinkenden Haus, del Toro ging in die Vollen und zwar ironiefrei.
Zwei Menschen treffen aufeinander und verlieben sich; der eine gut, der andere Böse und jeder trägt sein Päckchen.
Unsere Protagonistin Edith ist ein zartes Wesen, das sich zu behaupten Versucht, jedoch nicht immer ernst genommen wird. Sie versucht sich als Schriftstellerin, mag keine Empfänge und betet ihren Vater an, von dem sie aber auch abhängig ist.
Kaum stirbt der Vater, stürzt sie sich in eine Ehe, wird nach England auf ein abgelegenes Landgut gebracht und ist praktisch die Gefangene ihrer neuen Familie.
Sie merkt, dass nichts so läuft wie es sollte und ihr Befreiungsschlag ist ein gewaltsamer.
Das männliche liebende Herz ist hingegen keine aufrichtige Figur. Genial, gewandt, gutaussehend und etwas Böses im Schilde führend, wenn auch nicht aus sich heraus.
Hin- und hergerissen zwischen Liebe, Schmerz und Eigennutz, zerbricht der Mann letztendlich zwischen zwei Frauen, denn wie sollte es anders sein: das wahre Schlechte oder netter umschrieben der Wahnsinn ist eine Frau.
Armer Mann.
Inmitten samtiger aufgebauschter Kleider, komplizierter Hochsteckfrisuren, betrottelter Betten und Wänden aus denen dicke rote Flüssigkeit quillt ist „Crimson Peak“ hoch romantisch und eine wunderschöne „klassische“ Liebesgeschichte, aber auch der Emanzipationsversuch einer Frau, die sich ihren schlimmsten Feinden entgegenstellt.
So plüschig der Film auf der einen Seite ist, so brachial ist del Toro auch. Seien es die Ameisen die in Mikronahaufnahme einen Schmetterling fressen oder der zerschmetterte Kopf des Vaters, Blut spritz so richtig, aber das gehört zu del Toro wie das Salz in der Suppe.
8-101Insgesamt ein schöner gelungener Film, der von Tom Hiddleston als Sir Thomas Sharpe, über Jessica Chastain als seine Schwester bis hin zu Burn Gorman als Detektiv wirklich perfekt besetzt ist. Nicht vergessen möchte ich Mia Wasikowska, die für mich in absolut jeden Kostümfilm passt und nicht nur talentiert ist, sondern auch das gewisse Etwas hat.

2 thoughts on “Liebe,BlutUndTon”

    1. Als ich sie das erste Mal sah, dachte ich: Was ein blasser Typ, aber zum Glück hat sie mich eines Besseren belehrt 🙂

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