VertraueKeinemSitterNicht

Emelie von Michael Thelin

emelieUSA 2015
80 min
englische OV
REGIE Michael Thelin
DARSTELLER Sarah Bolger, Joshua Rush, Carly Adams, Thomas Bair, Elizabeth Jayne
DREHBUCH Rich Herbeck
PRODUZENT Andrew Corkin
KONTAKT 6 Sales

 

Ausgerechnet am 13. Hochzeitstag fällt den Thompsons der Babysitter aus, doch Glück im Unglück, denn die vertraute Kinderhüterin der drei Kinder hat einen Ersatz parat: Anna.
Und Anna macht einen guten Eindruck, zumindest auf den Vater der Familie und das Nesthäkchen Christopher. 
Während der 11 jährige Jacob bockt, weil er der Meinung ist, er braucht keine Aufsicht, können sich die jüngeren Geschwister mit Anna amüsieren.
Doch wirklich lange dauert die Freude über den neuen Babysitter nicht an, denn Anna beginnt sich seltsam zu verhalten und als sie beschließt die Python mit dem Goldhamster Tochter Sallys zu füttern, weiß Jacob, dass etwas überhaupt nicht stimmt.

Babysitterfilme gehören wohl zu den Klassikern des Horrorgenres. Anders als bei den meisten Filmen dieser Art, wird hier der Babysitter weder geopfert, noch in Streifen geschnitten, sondern ist vielmehr das Böse im Haus.
Ich würde nicht sagen, dass „Emelie“ nicht vorhersehbar wäre. Schon als Anna abgeholt wird, konnte man kombinieren, dass es mit ihr nicht rundlaufen wird und auch wenn man sich denken kann, dass ein fremder Teenager im Haus alles Schubladen durchkramt, hatte Annas Suche eine besondere Qualität. So berechenbar aber die Figur der Anna nun ist, so gut ist das Spiel der Darstellerin Sarah Bolger, das muss man einfach eingestehen. Bolger versucht wirklich das Beste aus ihrem Part herauszuholen und ist eine beängstigende Mischung aus Sirene und eiskaltem Biest, die die Kinder zunächst um den Finger wickelt, um sie dann zu schockieren und zu Tode zu ängstigen.
Natürlich verfolgt die falsche Sitterin einen Plan, der für sich genommen nachvollziehbar, wenn auch perfide ist und natürlich wird ihr Jacob, der erst 11 jährige, aber aufgeweckte Sohn einen Strich durch die Rechnung machen.
Ähnlich wie bei „Kevin – Allein zu Haus“ zeigt sich der vorpubertäre Knabe, als gedanklich ziemlich geordnet und handelt dermaßen strukturiert, dass man ihn sofort adoptieren würde, denkt man an echte Exemplare dieses Alters, aber gut, man darf ja träumen.
Auf jeden Fall terrorisiert sich die Babysitterin ein paar Stunden unter den drei Kindern aus, bis sie ihre wahre Absicht zu Ausdruck bringt und umsetzen will, aber nicht wirklich kann wegen besagten cleveren Wunschsohnes (zuschauerseits nicht annaseits).
Ein DejaVu gibt es auch, denn in den USA, können alle Kinder Autofahren, auch Schaltwagen – wenigstens ein Stück, so.
Was vom Tage übrig bleibt ist ein okayer Babysitterwuhu, mit tollen bis zuckersüßen Kinderdarstellern und einer überaus motivierten Sarah Bolger, den man niemanden empfehlen würde, der einen solchen Dienst vor hat in Anspruch zu nehmen, aber ansonsten schmerzfrei überstehbar ist.
Das Haus der Familie Thompson überraschte mich komplett, denn wann sieht man in US-Produktionen, die nicht unter Asozialen oder Hippies spielt schon mal so ein 6209640_66d13b07da_sunaufgeräumtes kinderfreundliches Heim? Sehr realitätsnah das.
Warum die Familie allerdings einen VHS-Player auf dem Fernseher zu stehen hatte sowie analoge Telefone – wer weiß.

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