TheorieUndPraxis

Maggie’s Plan von Rebecca Miller

MaggiesPlanDirected by Rebecca Miller
Produced by Rachael Horovitz, Rebecca Miller, Damon Cardasis
Written by Rebecca Miller
Story by Karen Rinaldi
Starring Greta Gerwig, Ethan Hawke, Bill Hader, Maya Rudolph, Travis Fimmel, Wallace Shawn, Monte Greene, Ida Rohatyn, Julianne Moore
Music by Michael Rohatyn
Cinematography Sam Levy
Edited by Sabine Hoffmann
Production company Hall Monitor, Locomotive, Rachael Horovitz Productions, Round Films
Distributed by Sony Pictures Classics
Release dates September 12, 2015 (TIFF), May 20, 2016 (United States)
Running time 92 minutes
Country United States
Language English

 

Maggie weiß was sie will und das ist ein Kind und zwar sofort und mit ohne Mann, da ist sich die New Yorker Lehrerin sicher, denn keine ihrer Beziehungen hielt bislang länger als ein paar Monate.
Maggie ist gut vorbereitet; ihr Samenspender ist ein alter Schulkamerad, Guy, ein Mathefreak, der sich jedoch, trotz seiner Liebe zu den Zahlen, gegen das Studium entschied und lieber in saure Gurken macht. Egal, die Gene stimmen, Guy stellt sich gerne zur Verfügung und das Prozedere ist fast gelungen, als plötzlich John vor der Tür steht, der gutaussehende Mann, der Schriftsteller, der Frauenversteher, der seine Ehe als Sackgasse ansieht.
Drei Jahre später ist Maggie da wo sie nicht unbedingt hin wollte: Endstation Ehe?
Eine dreijährige Tochter, John, dessen zwei Kinder und ständig die Telefonate mit seiner Ex. Maggie verdient das Geld, denn John schreibt seit drei Jahren an seinem Buch, hat aber auch sonst keine Zeit für familiäres. Maggie reicht es irgendwie und so schmiedet sie einen Plan: Rückführung Johns in den Schoß seiner Ex.
Na wenn das mal so gut geht.

„Maggie’s Plan“ war der letzte Film, den ich auf der diesjährigen Berlinale gesehen habe und ein heiterer seichter Abschluss.
In der Hauptrolle sehen wir Greta Gerwig, die immer leicht gestörte Frau für/mit den Indietouch, die hier vor allem durch ihre seltsamen Strickklamotten und ihr eher hölzernes Schauspiel in Erinnerung blieb.
Ihr Charakter Maggie kann auch nicht unbedingt durch Sympathie punkten, denn in erster Linie ist Maggie recht egoistisch, auch wenn sie später in eine andere Rolle gedrängt wird. Eine Frau, die keine Beziehung gebacken bekommt und sich darum alleine den Kinderwunsch mittels freiwilliger Samenspende erfüllen will. Dann verliebt sie sich doch, lässt zu, dass ein Mann für sie seine Familie verlässt und wird im Handumdrehen zu seiner Versorgerin. Ausgleichende Gerechtigkeit, denn nun hat sie den Schmarotzer an der Backe, der nicht ohne seine Ex-Frau leben kann und Maggie Unterhalt und Organisation des Familienlebens aufdrückt.
Da liegt es nahe neue Pläne zu schmieden und der Ex das wiederzugeben, das man selbst nicht mehr erträgt.
Das wird wirklich auch lustig erzählt und es gibt unzählige Augenzwinkermomente und sei es nur der Sohn der Freundin, der mittlerweile vor der Einschulung steht und noch immer im Buggie kutschiert wird, in dem er die große Klassiker der Weltliteratur  liest oder die unsäglichen Klamottenwahl Maggies und Johns Ex-Frau Georgette.
Georgette, gespielt von Julianne Moore ist dann für mich auch das Highlight des Filmes. Nicht nur ihr unsäglicher Akzent, sondern auch diese grandiose Darstellung, die mich persönlich irgendwie an Vivien Westwood erinnerte. Keine Ahnung: Karrierefrau mit Öko-Gesundheitsambitionen und immer visuell etwas over the Top.
Nichtsdestotrotz oder vielleicht deshalb sehen die Rollenfiguren hier besser aus als die der Männer. Nicht das John ein Bösewicht wäre, aber ein Typ für die Kneifzange schon. Selbstverliebt, sicher intelligent, aber nicht in der Lage klare Ansagen zu machen, noch verantwortungsvoll zu agieren. Genauso wie er scheint auch Maggies Freund Tony den Weg des geringsten Widerstandes zu bevorzugen.
cute_msn_7-253A10Ob da der Mathematiker mit Gurkenimperium besser ist, weiß ich nicht.
„Maggie’s Plan“ ist ein seltsamer Film. Komödie, Indie, aber auch aalglatt. Da bleibt nichts zurück, außer der die Erinnerung an Frauen- und Männertypen, mit denen ich so gar nichts anfangen könnte. Trotzdem habe ich herzlich gelacht.

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