DasLebenIstEinFluss

Chang Jiang Tu – Crosscurrent von Yang Chao

CrosscurrentChinese 长江图
Directed by Yang Chao
Produced by Wang Yu, Yang Jing, Ha Bo
Written by Yang Chao
Starring Qin Hao
Music by An Wei
Cinematography Mark Lee Ping-Bing
Edited by Yang Mingming, Kong Jinlei
Production companies  Trend Cultural Investment Co., Ray Production, Just Show Production Beijing, Shandong Jiabo Culture Development Co.
Release dates 15 February 2016 (Berlin)
Running time 116 minutes
Country China
Language Mandarin

 

Nach einer alten Tradition soll ein Mann, dessen Vater verstorben ist, für dessen Seelenheil sorgen. Er muss im Jangtse Fluss einen schwarzen Fisch fangen und ihn in einen Feuertopf sperren, wo er nicht gefüttert werden darf bis er tot ist. Erst dann findet die Seele des Vaters Ruhe.
Aber Gao Chuns schwarzer Fisch will nicht sterben. Die Erlösung tritt nicht ein, weder für den Toten, noch seinen lebenden Sohn. Sie sind gefangen in der Ewigkeit des Flusses, der seine ganz eigenen Gesetze hat.
Gao Chun hat mit seinem kleinen Lastkahn eine Ladung vom Hafen in Shanghai bis nach Yibin zu transportieren. Um was es sich handelt weiß er nicht wirklich, Fischeier angeblich, auf jeden Fall illegal.
So mystisch wie die Ladung, so seltsam das Tagebuch, das der Maschinist im Motorraum findet. Voller Poesie beschreibt es Gao Chuns Reise vom Meer bis zur Quelle des Jangtse. Und unser Kaptän wird nicht nur von seinen Gedichten von einem Ort zum nächsten begleitet, sondern auch von einer schönen Frau. Erst ist sie Prostituierte, später Frau und Geliebte, ein Wesen das von Stadt zu Stadt immer Jünger wird und eine Geschichte von Verfall und Veränderung erzählt und untrennbar mit der Geschichte des Flusses verbunden ist.

Was für ein beeindruckender und trauriger Film, den hier Yang Chao über 116 Minuten geschaffen hat. Für manche zu lang und zu wenig passierend, was ich persönlich nicht so sehe, denn Chao umgarnt uns nicht nur mit schönen Bildern, sondern packt seine Würdigung und Trauer über das Leben und seinen Fluss in einen sehr poetischen Mantel.
Aber ich denke das sieht jeder etwas anderes. Viele sehen nur die seltsame Liebesgeschichte zwischen dem Lastkahnkapitän und der immer gleichen Sirene, die er in jedem Hafen trifft. Wie der Fluss sich verändert und seine Geschichten zu erzählen hat, erzählen auch die Gedichte und das Leben der Frau die Veränderungen am Fluss.
Während er in Shanghai die „Hure“ für alle ist, verjüngt und verunschuldigt er sich zunehmend auf dem Weg zur Quelle und hat Stationen, die mittlerweile von Zerstörung wie durch die Drei-Schluchten-Talsperre geprägt sind, aber überlebende nährt. So sind Frau-Liebesgeschichte und Fluss eng verknüpft, auch mit den Seelen, die niemals Ruhe finden.
Der Fluss gibt Leben und nimmt sie und während unserer Reise verliert der Kapitän seine gesamte Crew, doch dafür bekommt der Fluss ein magisches Wesen zurück.
„Chang Jiang Tu“ hat mich voll erwischt und die Bilder waberten viele Tage vor meinem inneren Auge und ich kann sagen, mir wird noch immer warm ums Herz, wenn ich an ihn zurück denke.
cute_msn_onions-9-253A10Eine Geschichte, die poetisch, melancholisch ist mit Bildern voller Schönheit und Traurigkeit, Mystik trifft auf harte Realitäten. Eine Mischung, die nicht jedem liegt, insbesondere bei einem so gemäßigten  Tempo und über so eine Länge.
Dennoch, es hat mir gefallen und ich bin froh, mich für diesen Film entschieden zu haben.

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