EinGanzNormalesLeben

Olive Kitteridge von Lisa Cholodenko und Jane Anderson nach Elisabeth Strout für HBO

OliveKitteridgeBased on Olive Kitteridge by Elizabeth Strout
Screenplay by Jane Anderson
Directed by Lisa Cholodenko
Starring Frances McDormand, Richard Jenkins, Zoe Kazan, Rosemarie DeWitt, Martha Wainwright, John Gallagher Jr., Devin Druid, Jesse Plemons, Bill Murray, Peter Mullan
Theme music composer Carter Burwell
Country of origin United States
Original language(s) English
No. of episodes 4
Producer(s) Gary Goetzman, Tom Hanks, Frances McDormand, Jane Anderson, Steve Shareshian, David Coatsworth
Editor(s) Jeffrey M. Werner
Cinematography Frederick Elmes
Running time 233 minutes
Production company(s) HBO Miniseries
Playtone As Is
Original network HBO
Original release November 2, 2014 – November 3, 2014

 

Olive Kitteridge ist Mathematiklehrerin und lebt mit ihrem Mann dem Apotheker Henry in einem kleinen Ort an der Küste von Maine. Ein Paar, das gegensätzlicher kaum sein könnte: auf der einen Seite eine hochintelligente, unerbittlich strenge Frau, auf der anderen ihr gutmütiger, warmherziger Ehemann.
Die beiden haben einen Sohn Christopher, mit dem Olive nie zufrieden zu sein scheint und der im Laufe der Jahre Medizin studiert, Fußspezialist wird und zwei mal heiratet. Aber auch neben der Familiengeschichte begleitet Olive Depression, Todesfälle, Eifersucht und Verbrechen, das sie mit einer gewissen Gelassenheit beobachtet.

Was für eine großartige (Mini-) Serie!
Ich muss schon sagen, HBO steht ja bekanntlich für hohe Qualität, aber alleine auf filmischer Ebene hat diese Serie Filmstandard. Was für Bilder, was für eine Kamera.
Die Geschichte Olive Kitteridges erstreckt sich über 25 Jahre und macht etliche Zeitsprünge, gerne auch vor und zurück oder überraschend von mehreren Jahren. Gleich zu Beginn der ersten Folge wird dann auch noch ein schockierender Moment vom Ende der Geschichte vorweggenommen, so dass ich die gesamte Zeit überlegte, was diese starke Frau dorthin brachte. Ein echter Cliffhanger als Einstand also.
Die Miniserie ist in vier Folgen unterteilt, die jeweils einen Schwerpunkt haben.
„Pharmacy“, „Incoming Tide“, „A Different Road“ und „Security“.
Im Focus der Serie steht natürlich Olive Kitteridge, die strenge Lehrerin. Ein schwieriger Charakter, bei dem man oberflächlich gesehen überlegt, womit man sie zum lachen bringt, aber eigentlich ist das gar nicht so schwer: Olive hat durch aus Humor, aber noch mehr liebt sie Strebsamkeit. Menschen die sich anstrengen, Talent alleine reicht nicht, ist aber von Vorteil um ihre Gunst zu erlangen. Olive liebt Literatur und Lyrik und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sie sich vom belesenen Kollegen und Englischlehrer umgarnen lässt, der ihr Gedichte und Buchzitate ins Ohr flüstert. Dafür landet die Valentinskarte des Ehemannes schon mal im Müll. Man sieht ihre Enttäuschung, wenn auf einer Karte nur ein vorgedruckter Spruch steht und eine Unterschrift.
Olive will mehr, bekommt es jedoch nicht.
So müssen Ehemann Henry wie Sohn Christopher unter ihrer schroffen Direktheit leiden, die scheinbar so wenig herzlich ist.
Oft ist Olive Beobachterin, aber es gibt immer wieder Ereignisse, die sie in ein völlig anderes Licht rücken lassen und zeigen wie empathisch diese Frau im Grunde ist. Wir sehen auch, dass sie sich im Laufe der Jahre durchaus verändert, wenn auch nur wenig.
Henry Kitteridge dagegen ist ein weichherziger Mann und ich habe mich gefragt wie ein so von Grund auf lieber Mensch durch das Pharmaziestudium gekommen ist. Er möchte einfach, dass es allen gut geht und erfreut sich größter Beliebtheit.
Und er liebt seine Olive, da beißt die Maus keinen Faden ab.
Wir sehen eine überragende Francis McDormand, eine Künstlerin, die ich ohnehin über alle Maßen schätze und die hier die Rolle ihres Lebens spielt. Die Frau verschmilzt mit ihrer Olive und sie hätte meiner Meinung nach mehr als einen Emmy dafür verdient.
Die Rolle von Henry übernahm Richard Jenkins, der prädestiniert für diesen liebevollen Typ ist, der ohne zu zucken einstecken kann.
In der letzten Folge sehen wir dann auch Bill Murray als Jack Kennison. Ich bin ja ein ausgesprochener Murray-Fan und seine Leistung hier ist mehr als solide, dennoch hat es mich überrascht, dass er für diese kleine Rolle einen Emmy bekommen hat. Für mich war er wie immer, aber es sei ihm gegönnt.
cute_msn_onions10:101Nicht zu vergessen Zoe Kazan mit einer gelungenen Performance als Denise, das „hässliche“ Entlein, die etwas unbedarft durchs Leben streift und nicht das Große Los zieht.
Eine ganz ungewöhnlich Serie und ein ganz normales Leben und sag mir keiner, er fände sich nicht darin wieder.

4 thoughts on “EinGanzNormalesLeben”

  1. 🙂 na das sind wir wieder beisammen. 🙂 Toll, dass Dir „Olive Kitteridge“ auch so gut gefallen hat. Musstest Du denn auch ein Tränchen vergiessen?

    Ich finde auch, dass Frances McDormand hier die Rolle ihres Lebens gespielt hat. Sie hat aber nicht nur den Emmy und den SAG-Award gewonnen, sondern das waren die wichtigsten Preise, die sie dafür tatsächlich hätte absahnen können. Mehr war leider nicht möglich. Wenn der Film ein gut platzierter Kinofilm gewesen wäre, bin ich fast sicher, dass sie dieses Jahr dafür auch den Oscar gewonnen hätte.

    1. Ja klar, ich habe am Schluss geheult wie ein Schlosshund. Es war einfach so echt und bewegend, da rollen mir gleich wieder die Tränen 🙂
      Ja ich weiß, ich hätte ihr trotzdem gerne den Oscar gegeben :))

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