ImFreienFall

Blue Jasmine von Woody Allen

BlueJasmineDirected by Woody Allen
Produced by Letty Aronson, Stephen Tenenbaum, Edward Walson
Written by Woody Allen
Starring Cate Blanchett, Sally Hawkins, Alec Baldwin, Peter Sarsgaard, Louis C.K., Andrew Dice Clay, Bobby Cannavale, Michael Stuhlbarg
Cinematography Javier Aguirresarobe
Edited by Alisa Lepselter
Production companies Gravier Productions, Perdido Productions
Distributed by Sony Pictures Classics
Release dates July 26, 2013 (New York City premiere), August 23, 2013 (United States)
Running time 99 minutes
Country United States
Language English
Budget $18 million
Box office $97.5 million

 

Jasmine redet und redet und es da gibt kein Entkommen für die alte Lady neben ihr in der ersten Klasse des Fluges von New York nach San Franzisko.
Jasmine braucht eine Luftveränderung…also zwangsweise, denn in New York hat sie nun nichts mehr, außer Schulden. Alles weg, bis auf die paar Habseligkeiten, ein Chaneljäckchen, Perlen, eine Louis Vuitton Tasche, also das, was man so am Leibe trägt.
Hier noch ein großzügiges Trinkgeld für den Taxifahrer und da steht sie nun vor dem Haus ihrer Schwester Ginger, irgendwo in einem der weniger exklusiven Viertel in San Franzisko.
Die Wohnung ist in Jasmines Augen so: naja, aber sie hat ein Bett zum Schlafen, ihre Tabletten und den Spritvorrat Gingers. Ein paar Drinks später kann Jasmine, die eigentlich Jeanette heißt, schon wieder an Schwesters Neuem rummäkeln und versucht mit dem Nachdruck Gingers, sich ein Bild von ihrer Zukunft zu machen, vor allem sich mit dem Begriff Arbeit anzufreunden.
Doch die Vergangenheit lässt Jasmine nicht los. Die Bilder ihres Lebens schwirren ihr jeden Tag im Kopf herum. Ihr Ex Hal war nämlich Investmentbanker, der so ziemlich jeden, selbst Jasmines Familie über den Tisch gezogen und um ihre Vermögen gebracht hat. Dann irgendwann kam das FBI, Hal in den Knast und dann nahm er sich den Strick, während Jasmine Stück für Stück des Wohlstands an den Staat verlor.

Was für eine Überraschung. Da fällt mir dieser Streifen auf Netflix vor die Füße, den ich eigentlich meiden wollte, weil Drama, Woody Allen und womöglich anstrengend. Und natürlich habe ich ihn laufen lassen und bin absolut begeistert.
Ja absolut, Cate Blanchet hat den Oscar zu Recht bekommen. Was für eine Performance!
Blanchet spielt in diesem für den Allen des neuen Jahrtausends doch sehr ungewöhnlichen Drama, eine Millionärsgattin auf dem absteigenden Ast.
Jasmine war mit einem Investmentbanker der ganz schlimmen Sorte verheiratet. Er hat von jedem Geld abgezogen und verbrannt. Selbst lebten die beiden auf großem Fuß, doch wer sich Hal anvertraute, war schnell blank.
Jasmine selbst macht Ohren und Augen zu, hatte ihre Freunde, ihre Parties, die Hamptons…Erst am Ende ihrer Ehe bekam sie mit, dass Hal sie nach Strich und Faden betrog und ihre Rache war fürchterlich.
Nun steht sie ohne alles da, besitzt die Unverfrorenheit erster Klasse zu ihrer Schwester zu fliegen, um bei ihr auf der Couch zu schlafen, weil sie kein Geld mehr hat. Jasmine hat nie gearbeitet, doch nun muss sie wohl und das in einem Job, den ihr dieser Prolet von Freund ihrer Schwester zugetragen hat.
Doch Jasmine bleibt ambitioniert, versucht Computer zu verstehen und auf Parties neue Leute kennenzulernen.
Und als ihr ein Lichtblick am Horizont erschien, versaut sie es, dank Drogen, Alkohol und Dummheit.
Jasmine im freien Fall.
Was für eine Tragödie.
Doch so bitter und dramatisch das Leben und das Innere unserer Protagonistin ist, so oft kann man auch Lachen. Nicht zuletzt, weil Sally Hawkins mit ihrer ihr eigenen Leichtigkeit Jasmines Schwester Ginger spielt, die mit beiden Beinen im Leben steht und alles fröhlich wegsteckt, was ihr Jasmine so entgegenschlägt, ihr nie wirklich Vorhaltungen macht. Unglaublich wie das ganze Cast. Für meinen Geschmack passt hier jeder perfekt in seine Rolle. Ob Alec Baldwin als feister Betrüger und Schürzenjäger, Bobby Cannavale als Chili, den prolligen Freund Gingers oder Michael Stuhlbarg als liebestoller Arzt und Chef von Jasmine.
So streift eine Frau, die offensichtlich einen Nervenzusammenbruch hat und selbst von cute_msn_onions 10:10ihrem Sohn verstoßen wird, durch San Franzisko und man glaubt nicht, dass sie es schaffen wird.
Eine Studie, kein Happyend, kein Stehaufmännchen und keine echten Romanzen. Ein Film voller Enttäuschungen und dennoch amüsant, intelligent und absolut sehenswert.

7 thoughts on “ImFreienFall”

    1. Wärest Du nicht so begeistert gewesen, wer weiß, ob ich mich durchgerungen hätte ihn zu sehen, aber so dachte ich: na dann :))
      Nein, wirklich ein echtes Kleinod 😀

    1. Ja unbedingt. Mich hielt der Gedanke ab, dass der Film ein Drama ist, aber er hat durchaus eine gewisse Heiterkeit und ist wirklich extrem gut gespielt.

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