DerVorwandOderEinAusflugNachJuárez

Sicario von Denis Villeneuve

SicarioVilleneuveDirected by Denis Villeneuve
Produced by Basil Iwanyk, Thad Luckinbill, Trent Luckinbill, Edward McDonnell, Molly Smith
Written by Taylor Sheridan
Starring Emily Blunt, Benicio del Toro, Josh Brolin, Victor Garber
Music by Jóhann Jóhannsson
Cinematography Roger Deakins
Edited by Joe Walker
Production company Black Label Media, Thunder Road Pictures
Distributed by Lionsgate
Release dates May 19, 2015 (Cannes), September 18, 2015 (United States)
Running time 121 minutes
Country United States
Language English, Spanish
Budget $30 million, Box office $6.8 million

FBI Agentin Kate Macer leitet ein Spezialeinheit für Entführungen nahe der Grenze zu Mexiko in Tucson Arizona. Nachdem sie mit einem Swat-Team ein Haus voller Leichen gefunden hat, gerät sie ins Visier ihrer Bosse und des CIA, die sie gerne für einen ihrer Einsätze haben wollen. Macer stimmt dem Einsatz zu, doch sie bekommt weder genaue Informationen worum es geht, noch mit wem und wohin und so findet sie sich in einem in höchsten Maße illegalen CIA Einsatz wieder, bei dem nicht nur skrupellos aus Mexiko entführt und gefangen wird, sondern auch gefoltert bis hin zur Hinrichtung.

Ich glaube fast nicht, dass ich mir „Sicario“ normal im Kino angesehen hätte. Filme über den Drogenkrieg und fragwürdige CIA Einsätze gibt es schließlich nicht wenige und was sollte dieser Film Neues bringen?
Nichts.
Und richtig, auch Villeneuve hat die Geschichte weder neu geschrieben noch neu erzählt. Dennoch ist „Sicario“ kein schlechter oder langweiliger Film. Eine tolle Kamera, Wahnsinns Vogelperspektiven und ein cooler Benicio del Toro wie ein unglaublich überheblicher Josh Brolin holen den Karren aus dem Dreck, der weitgehend an einen mittelprächtigen Drehbuch krankt.
Die Geschichte an sich erzählt von der FBI Agentin Karen Macer, einer Person, über die man kaum etwas erfährt, außer, dass sie Single ist, nicht gerne duscht, den Kampf gegen das Nikotin verloren hat und unbedingt gesetzestreu handelt. Sie arbeitet für eine Einheit für Entführungsfälle und fällt den Oberen nach der Entdeckung eines Leichenhauses nahe der mexikanischen Grenze auf. Ihr wird ein Sonderauftrag angeboten zu dem sie sich freiwillig meldet, obwohl sie nicht wirklich weiß worum es sich handelt. Angeblich sollen die Verantwortlichen für die vielen gefundenen Toten aufgestöbert und zur Verantwortung gezogen werden.
Doch alles läuft ganz anders als gedacht. Statt in El Paso landen sie in Juarez, entführen Mittelsmänner und foltern, um Informationen über einen Drogenboss zu bekommen.
Und welche Rolle hat Berater Alejandro Gillick wirklich?
Leider hat Macer überhaupt nichts zu sagen und irgendwann schwant ihr, dass sie nur proforma an den Aktionen teilnimmt, damit sie auf eine ciamäßige Art legal werden.
Emily Blunt spielt diese Kate Macer und versucht das Beste aus ihrer blassen Rolle herauszuholen, was ihr auch gelingt, Macer aber nicht über die Beobachterin hinaus bringt. Im Gegensatz dazu sind del Toro und Brolin die Coolen, die ihre Rollen aus der Lamäng meistern.
Villeneuve gelingt durchaus ein spannender Thriller, in dem selbst ein Stau eine absolut nervenaufreibende spannende Sache werden kann und verstümmelte Leichenteile an einer Brücke schockieren, dennoch fehlte mir irgendetwas. Eine gewisse Struktur vielleicht und eine Erklärung wie aus einem Staatsanwalt ein Kartellkiller wird.
Einzeln genommen sind die Parts des Filmes großartig, zwar idealisiert, reibungslos und illegal, aber dafür hatte man ja das bluntsche schlechte Gewissen, das so kläglich scheiterte.
onion_msn_emot-7-253A10Davon abgesehen gelingt es Villeneuve eine bedrückende Grundstimmung über die ganze Filmlänge zu halten, woran der einmalige Score Jóhann Jóhannssons maßgeblich beteiligt war.
Für del Toro Fans ein Muss, aber auch sonst durchaus sehenswert.

Auf Moviepilot steht als Zielgruppe im Übrigen: „Männerfilm“ – trotzdem auch von mir danke für die Preview :))

6 thoughts on “DerVorwandOderEinAusflugNachJuárez”

  1. Na da sind wir mit unserer Bewertung doch auf einer Linie, bei mir ist es ein B-. 🙂 Ich finde der Film hat unglaublich viele unnötige Szenen, in den (meisten) Luftaufnahmen sah ich wenig Sinn. Sonst sind die Bilder natürlich klasse, kein Wunder bei dem Kameramann. 🙂 Benicio das Beste an dem Film.

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